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Gleiche Chancen für alle Kinder

Soziale Herkunft hin oder her: Jedes Kind braucht ein förderndes Elternhaus, um sich positiv zu entwickeln. Prof. Dr. Meinrad Armbruster und Diplom-Sozialpädagogin Janet Thiemann wollen das unterstützen. Ihre ELTERN-AG stärkt Familien mit besonders belastenden Lebensumständen. Ihre Grundannahme: Erziehen kann jeder. Einfache Werkzeuge und der Austausch mit anderen Eltern machen den Rest. Schon mehr als 2.800 Eltern und fast 6.500 Kinder konnten vom kostenlosen Angebot der ELTERN-AG profitieren.

Mit Lebenskrisen kennt sich Meinrad Armbruster aus. In einer psychologischen Beratungsstelle in Mannheim, in einem Kriseninterventionszentrum an der Uni-Kinderklinik Heidelberg sowie als Psychotherapeut hatte er immer wieder deren Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche vor Augen. Besonders schwierige Lebenssituationen wie Arbeitslosigkeit, Migrationshintergrund, Geldnot oder Trennung belasten das Familienleben und können die Erziehung der Kinder beeinflussen. Ihr Weg scheint vorgezeichnet. "In keinem anderen Land sind die Bildungs-, Gesundheits- und Lebenschancen so sehr von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland", sagt Meinrad Armbruster. Der Weg hinaus führt nur über das Vertrauen der Eltern in ihre eigenen Fähigkeiten. Empowerment (deutsch: Selbstbefähigung) lautet das Stichwort. Janet Thiemann, Diplom-Sozialpädagogin und Mitgründerin der ELTERN-AG, hat sich genau darauf spezialisiert. Noch als Studentin an der Hochschule Magdeburg-Stendal entwickelte sie gemeinsam mit Meinrad Armbruster und anderen Studenten das Konzept der ELTERN-AG.

Dass das Programm Menschen in besonders belastenden Lebenssituationen erreicht, belegen unabhängige Studien. Über 20 Wochen hinweg erlernen die Eltern einfache Werkzeuge für eine liebevolle und gewaltfreie Erziehung sowie für eine einfühlsame Förderung ihrer Kinder, damit sich Versagens- und Existenzängste nicht auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Erste Erfolge stellen sich oft schon nach kurzer Zeit ein. Davon beflügelt, treffen sich viele Gruppen auch nach Ablauf ihres Kurses noch regelmäßig. Um möglichst viele Eltern zu erreichen, stützt die ELTERN-AG ihre Arbeit auf pädagogische Fachkräfte, die das Programm nach einer zwölfmonatigen Ausbildungszeit im sozialen Umfeld der Familien umsetzen. Mehr als 300 Kurse konnten so bisher stattfinden. Was 2004 als Modellprojekt in Sachsen-Anhalt begann, hat sich zu einem bundesweit erfolgreichen Programm entwickelt. Die Liste der Auszeichnungen ist lang. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes belegt deutlich höhere Erziehungskompetenzen bei den Eltern sowie eine verbesserte emotionale Entwicklung bei ihren Kindern. Die Umsetzung einer gewaltfreien Erziehung bewerten die Eltern auch zwölf Monate nach Ende des Kurses noch als ihr wichtigstes Lernergebnis. Die ELTERN-AG ist ein Programm, das Hoffnung macht.

“Unser Dank gilt allen voran den Müttern und Vätern, die an einer ELTERN-AG teilgenommen und sie damit einzigartig gemacht haben. Ebenso danken wir den Mentoren/innen und Kooperationspartnern, ohne deren Vertrauen und Engagement die Umsetzung von ELTERN-AG nicht möglich wäre.”

Diplom-Sozialpädagogin Janet Thiemann und Prof. Dr. Meinrad Armbruster, Geschäftsführer der ELTERN-AG

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