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Vom Bauernhof zum Pionier der Bürgerwindparks

Mitten im größten Bürgerwindpark Deutschlands liegt der Dirkshof. Auf den 150 Hektar wird zwar auch Ackerbau betrieben. Die Mitarbeiter ernten aber vor allem Wind. Schon seit 1989 wird hier Windenergie in Bürgerhand produziert. Den Bürgerwindpark-Pionieren vom Dirkshof war das aber nicht genug: 60 weiteren Bürgerwindgesellschaften haben sie inzwischen zum Start verholfen.

Gleich neben dem Dirkshof beginnt die Nordsee. Wind gibt’s hier im Sönke-Nissen-Koog (Nordfriesland) immer. 82 Windräder drehen unermüdlich ihre Runden. Thorben Baudewig ist mit dem Wind groß geworden. Ohne ihn kann er nicht. Logisch, dass er das Kite Surfen liebt. Und klar, dass er ein Gefühl für Wind hat. Je kräftiger, desto besser.

Wind gibt Thorben Baudewig Energie. Beim Kite Surfen genauso wie bei der Stromerzeugung. Als Technischer Betriebsführer Wind – so lautet seine offizielle Berufsbezeichnung im Dirkshof-Team – hat er den Wind auch zu seinem Berufsinhalt gemacht. Seine Begeisterung für die allgegenwärtige Naturgewalt teilt er mit Claas Arlt, einem der beiden Dirkshof-Geschäftsführer. Der Gedanke, das ganze Land mit erneuerbaren Energien versorgen zu können– unabhängig von Öl, Kohle und Atomstrom – treibt ihn an.

In 20 Jahren soll ganz Deutschland dazu in der Lage sein. Das ist sein Ziel. Seinen Beitrag möchte Claas Arlt mit Windenergie leisten. Mit Unterstützung des Dirkshofs sind europaweit inzwischen mehr als 60 Einzelfirmen entstanden, die Windparks in Bürgerhand betreiben. 2015 – als die Herausforderungen durch das Erneuerbare Energien-Gesetz, durch Bürgerbeteiligung und technische Neuerungen immer größer wurden – kam die Deutsche Kreditbank (DKB) als Finanzierungspartner dazu. Auch die DKB war einst Pionier in der Windenergiebranche. Heute steht sie ihren Kunden mit viel Erfahrung und Know-how zur Seite und ist deutschlandweit erste Wahl, wenn es um die Finanzierung von Bürgerwindparks geht.

Die DKB hat bisher vier Repowering-Projekte für den Dirkshof finanziert. Dabei werden ältere Anlagen (2 Megawatt) durch effizientere (3,3 Megawatt) ersetzt. Gebrauchte Anlagen vom Dirkshof stehen zum Beispiel in einem Dorf in Gambia, das sich so zu 100 Prozent mit Windstrom versorgen kann.

Damit der Dirkshof bei der Entwicklung von Bürgerwindparks weiterhin erste Wahl bleibt, treiben die Geschäftsführer die Forschung voran und suchen nach Innovationen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut ist so zum Beispiel eine besonders anwohnerfreundliche Steuerung zur Hindernisbefeuerung entstanden, die derzeit in einem Langzeit-Test ihre Tauglichkeit unter Beweis stellt. Eine Hindernisbefeuerung schreibt das Luftverkehrsgesetz ab einer Gesamthöhe von 100 Metern vor. Sie warnt Piloten bei Nacht, Nebel und schlechter Sicht mit einem roten Blinklicht vor den Windanlagen. Durch das neu entwickelte Passiv-Radar-System schaltet das Blinklicht erst ein, wenn sich ein Flugzeug nähert. Gelingt der Test, wäre ein großes Störmoment für Anwohner von Windparks behoben – nämlich das ständige Blinken der Anlagen in der Nacht.

Erneuerbare Energien sind nur dann die Zukunft, wenn sie in der Bevölkerung Akzeptanz finden. Deshalb setzt der Dirkshof auf Bürgerbeteiligung und Innovationen. Um den Wind braucht man sich nicht sorgen. Der ist immer da.

„Die DKB als Finanzierungspartner im Boot zu haben, ist für uns ein großer Gewinn. Vertrauen und Verlässlichkeit sind bei so komplexen Projekten wie Bürgerwindparks nämlich enorm wichtig. Und dass der Banker versteht, womit wir uns beschäftigen, erleichtert die Zusammenarbeit erheblich. Denn Herausforderungen gibt es genug.“

Claas Arlt, Geschäftsführer Dirkshof

www.dirkshof.de