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Ärztemangel gibt’s hier nicht

Im brandenburgischen Schwante heißt der Hausarzt Schwantes. Ein lustiger Zufall. Denn eigentlich stammt Prof. Dr. Ulrich Schwantes aus dem Ruhrgebiet. Auf Umwegen kam er nach Schwante und eröffnete hier vor zwölf Jahren entgegen aller Trends die erste Hausarztpraxis des Dorfes. Die ist schnell gewachsen und betreut heute bis zu 9.000 Patienten im Jahr. Ulrich Schwantes war gleichzeitig Universitätsprofessor an der Berliner Charité und ist es jetzt an der medizinischen Hochschule Brandenburg. Immer wieder holt er junge Mediziner in die Gegend und setzt so ein Zeichen gegen den Ärztemangel.

Für Prof. Dr. Ulrich Schwantes ist das Hausarztsein die Königsdisziplin im Gesundheitswesen. Ein Landarzt muss irgendwie jedes Krankheitsbild auf dem Schirm haben, betreut jung und alt und ist für jeden Dorfbewohner Ansprechpartner Nummer eins, wenn‘s mal nicht so gut geht. Ja, die Arbeit ist oft anstrengend, aber der 69-Jährige hat sich bewusst dafür entschieden. Die Dankbarkeit seiner Patienten und die Abwechslung machen den Beruf für ihn so besonders. Das möchte er auch seinen Medizinstudenten vermitteln. 1998 kam Ulrich Schwantes nach Berlin, um an der Charité den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin aufzubauen. Seinen Weg dorthin markieren Stationen in der Humangenetik, in der Chirurgie, in der Inneren Medizin und schließlich in einer Hausarztpraxis in Wuppertal sowie an der Universität Düsseldorf. In Berlin sitzt er nun sprichwörtlich an der Quelle, die den Ärztemangel in Brandenburg wegspülen könnte. Fast immer sind in Schwante Medizinstudenten anzutreffen, die hier die praktischen Abschnitte ihres Studiums absolvieren oder ihre Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin abschließen. Natürlich hat sich Ulrich Schwantes auch für den Aufbau der ersten Medizinischen Hochschule Brandenburgs in Neuruppin engagiert. Im Frühjahr 2015 nahm dort der erste Jahrgang sein Studium auf.

Inzwischen ist die Landarzt-Praxis in Schwante sogar eine Gemeinschaftspraxis. denn so mancher junger Arzt bleibt hier hängen. Der Platz wird knapp. Und deshalb eröffnet Ulrich Schwantes 2016 gemeinsam mit seinen Kollegen, den Allgemeinärzten Dr. Margareta Kampmann-Schwantes und Dennis Poser, sowie seit kurzem der hausärztlichen Internistin Miriam Schwantes ein medizinisches Zentrum, in dem neben der Gemeinschaftspraxis auch eine Apotheke, eine Praxis für Physiotherapie, eine Pflege- und Sozialstation sowie ein Schulungszentrum für Prävention zu finden sind. Ärztemangel in Brandenburg? Nicht in Schwante. Und so hat Ulrich Schwantes auch das Rezept für die Neuansiedlung von Landärzten sofort parat: attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für junge Mediziner, die gern auf dem Land leben wollen, eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und dazu etwas Hilfestellung bei der Arbeitsplatzsuche für die Partner der Landärzte. Klingt eigentlich ganz einfach. Einen leidenschaftlichen Mentor hat er in seiner Aufzählung noch vergessen. So einen wie ihn – mit vielen medizinischen Erfahrungen, die ihn letztlich doch zum Ursprung des Arztberufes zurückgeführt haben.

“Die Bürgerinnen und Bürger haben uns hier ohne große Umschweife freundlich aufgenommen. Das ist wichtig für einen Landarzt. Aus der Kommunalpolitik heraus gab es ebenfalls immer nur Unterstützung. Hier möchte ich mich stellvertretend bei Peter Leys, Peter Matschke, Bernd Ostwald und Carsten Schneider bedanken. Freunde und Begleiter der kirchlichen Gemeinden möchte ich genauso erwähnen wie das große Engagement der Kassenärztlichen Vereinigung. Vor allem war und ist für unseren Erfolg wesentlich unser Praxisteam mit verantwortlich: Birgitt Bickhardt, Manuela Koger, Petra Becker und Sandra Berger. Und natürlich geht all das nicht ohne finanzielle Beratung und Unterstützung. Dafür möchte ich mich bei den DKB-Mitarbeitern in Potsdam und Cottbus bedanken.”

Prof. Dr. Ulrich Schwantes, Landarzt in Schwante, einem Ortsteil von Oberkrämer in Brandenburg

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