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Stiftergeist bringt Burg zum Leuchten

Sven-Erik Hitzer errichtete eine gemeinnützige Stiftung, um die 800 Jahre alte Leuchtenburg vor einer ungewissen Zukunft zu retten. Mit einem Erlebniszentrum für Thüringer Porzellan und gibt er der Region ein Stück Identität zurück.

Leuchtenburg war von akutem Verfall bedroht

Seit den 1990er Jahren hatte der studierte Landschaftsgärtner und Spielzeugdesigner Hitzler die Burgschänke gepachtet und einen Gastronomiebetrieb aufgebaut. Die 800 Jahre alte Höhenburg gilt als die "Königin des Saaletals". Nahe Jena, in Seitenroda bei Kahla thront sie in 400 Metern Höhe über dem Tal.

Im Mittelalter war sie Sitz des Verwaltungsamtes, im 18. und 19. Jahrhundert Kaserne, Zucht- sowie Irren- und Armenhaus. 1920 wurde auf der Burg die erste Jugendherberge Thüringens eröffnet, 1997 musste sie schließen, da Gelder für Sanierungen fehlten. Die Burg war von akutem Verfall bedroht, viele Gebäudeteile standen leer.

Der Freistaat Thüringen wollte die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg samt Anlage - mit Wallgraben, Wehrtürmen und tiefen Verliesen - schließlich verkaufen. Im März 2007 liefen bereits Verhandlungen zur Versteigerung.

Burgrettung statt Weltreise

Sven-Erik Hitzer errichtet kurzerhand und zunächst mit privatem Kapital eine gemeinnützige Stiftung, die im Oktober die Burganlage kaufte. Die Mindestsumme für eine Stiftung liegt bei 50.000 EUR. Eigentlich wollten Sven-Erik Hitzer und seine Frau damit eine Weltreise finanzieren. Aber für Urlaub blieb dem Burgherrn keine Zeit. Vielmehr musste er die leerstehenden Gebäude mit Leben füllen und umfangreiche Sanierungsarbeiten finanzieren.

Nur durch die private Stiftungserrichtung konnte die Leuchtenburg in kurzer Zeit vor der Versteigerung gerettet werden. Zweck der Stiftung ist die Erhaltung des Baudenkmals, die öffentliche Zugänglichkeit und die kulturelle Belebung der Burganlage. Unterstützend konnte Hitzer Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft für das Kuratorium gewinnen. Sie alle sind beratend und ehrenamtlich für die Stiftung tätig.

Leuchtenburg wird zu einem beliebten Ausflugsziel

Nach dem Erwerb der Burg eröffneten Hitzer und sein Team ein Museum in der Burg und machten es zu neuen Mittelpunkt des Nutzungskonzeptes. Es beherbergt eine seit 1906 bestehende Sammlung aus altem Porzellan. Das Land Thüringen blickt auf eine lange Porzellan-Geschichte zurück. Große Vorkommen an Holz und Rohstoffen sowie qualifizierte Arbeitskräfte und passende technische Anlagen zählen zu den günstigen Umständen, die den Freistaat zu einer Hochburg der Porzellanherstellung machten.

Dennoch ist Porzellan ein touristisch schwieriges Thema - denkt man doch zuerst an alte zerbrochene Krüge und Omas Kuchenteller. Hitzer und sein Team brachen die Vorstellung eines alten verstaubten Museums auf. 60 Baufirmen waren an der Restaurierung der Gebäude beteiligt. 7 Jahre dauerte der Umbau, bis die Stiftung Leuchtenburg 2014 ihre Dauerausstellung “Porzellanwelten Leuchtenburg“ eröffnete. Mit einer multimedialen Inszenierung dokumentiert sie Zeitgeschichte und gibt der Handwerkskunst einen neuen und würdigen Rahmen.

Die umfassende Sanierung der Anlage nutzte die Stiftung auch, um die Burg durch moderne Bauten zu ergänzen. So eröffnete 2014 auch der „Steg der Wünsche“. Eine 20 Meter frei über die Burgmauer hinausragende Plattform bietet einen Panoramablick über die Region und soll zugleich der Weg zur Erfüllung innigster Wünsche sein. Einer hat sich bereits erfüllt: So konnten die Besucherzahlen seit 2006 mehr als verdoppelt werden. Ganz im Sinne des Stifters.

“Unterstützung fanden wir in unserem Stiftungsrat um Landtagsmitglied Wolfgang Fiedler, Bernhard Vogel und Frank Krätzschmar. Neben der Förderpolitik des Freistaates Thüringen geht auch ein großer Dank an unsere Hausbank DKB für das langjährige Vertrauen sowie an alle beteiligten Planer, Baufirmen, Gestalter und Mitarbeiter in den Genehmigungsbehörden!”

Sven-Erik Hitzer (Stifter und Vorstand der Stiftung)

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