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Heute Banker*in - morgen Tech-Talent

Wie das DKB CodingBootCamp Mitarbeitenden einen Tech-Quereinstieg in der Bank ermöglicht.

Interview: Lisa d'Andola
Datum: 14.01.2022
Lesedauer: 7 Minuten

Im DKB CodingBootCamp werden aus Banker*innen Tech-Talente. Diana Krieg vom crossfunktionalen Projektteam gibt uns spannende Einblicke in das Projekt und 2 Teilnehmende des BootCamps berichten von ihrer Motivation und ihren Erfahrungen.

Ein Blick hinter das DKB CodingBootCamp: Im Interview mit Diana Krieg

Die DKB ist mitten auf dem Weg zur TechBank: Und deshalb schrauben wir aktuell an vielen verschiedenen Stellen. Große Projekte wie Kredit 4.0 bringen uns dem Ziel stetig ein Stück näher. Ein wichtiges Puzzleteil ist dabei die Tech-Expertise, die wir brauchen, um viele Schritte auf diesem Weg erst möglich zu machen. Neben Mitarbeitenden mit reinem IT-Fokus braucht es – um dieses Knowhow mit den fachlichen Themen der Bank zu verbinden – auch Kolleg*innen, die beides können: Bank und Tech. Sie verbinden mit übergreifendem Verständnis für Fachthemen und ihrem IT-Know-how die beiden Welten miteinander.

Zur Förderung solcher Profile hat sich die DKB eine besondere Initiative einfallen lassen: Ende 2020 startete das DKB CodingBootCamp als Pilotprojekt. Im BootCamp werden Mitarbeiter*innen aus verschiedensten Fachbereichen in 3 Monaten zu Tech-Kolleg*innen ausgebildet, um dann mit ihrem bankfachlichen Hintergrund und dem neu erworbenen Tech-Wissen in IT-Bereichen oder -Projekten eine Brücke zwischen den Bereichen aufzubauen. 
Hierfür konnten sich Anfang 2021 alle Kolleg*innen bewerben, die Interesse an einem Tech-Quereinstieg haben - auch ohne IT-Vorkenntnisse. 10 von ihnen wurden ausgewählt und haben ihre Ausbildung im Sommer 2021 beendet.

Diana Krieg aus dem CodingBootCamp-Projektteam

Diana Krieg, Teil des crossfunktionalen BootCamp-Projektteams

Lisa: Liebe Diana, Mitarbeitende aus den eigenen Reihen in einem BootCamp zum Junior-Techie auszubilden, scheint eine richtig smarte Idee zu sein. Wie kam es zu dem Projekt?

Diana: Die grundlegende Idee von CodingBootCamps gibt es tatsächlich schon länger. Wir finden das Konzept dahinter richtig gut und haben es als neues Corporate-Format in unser Weiterbildungsprogramm aufgenommen, um die berufliche Flexibilität unserer Mitarbeitenden zu fördern und Quer-Einstiege in die IT-Welt intern zu ermöglichen. Damit schaffen wir neue Perspektiven, und die Teilnehmenden können ihre bisher verborgenen IT-Leidenschaften und -Fähigkeiten mit uns gemeinsam entfalten. Das Ziel ist, dass die frisch gebackenen Junior-Techies im Anschluss mit ihrem bankfachlichen Hintergrund und dem neuen Tech-Wissen in den Bereichen DP&T (Digital Products & Technology) und BI (Business Intelligence) durchstarten.

Lisa: Was ist eure Vision zum BootCamp?

Diana: Wir sind auf dem Weg zur TechBank. Das bedeutet, dass wir natürlich auch alle Mitarbeitenden befähigen, fördern und fordern wollen, gemeinsam diesen Weg zu gehen. Dazu benötigen wir zwei Fähigkeiten: Unbefangenheit vor der Technik und die Bereitschaft Neues auszuprobieren. Wir übersetzen diesen Anspruch in flexible, bedarfs- und stärkenorientierte Weiterbildungsangebote. Heute Banker*in, morgen Tech-Mitarbeiter*in – mehr berufliche Flexibilität geht nicht.

Lisa: Eine komplett neue Ausbildung für die Bank - das scheint nicht trivial. Wie genau sieht denn das Programm aus?

Diana: Der Name CodingBootCamp verrät, dass es sich um ein komprimiertes Format zur Ausbildung von Junior Java- und ETL-Entwickler*innen handelt. Eine externe Vollzeit-Weiterbildung, die ungefähr 2 Wochen Onlinevorbereitungskurs und 10 Wochen CodingBootCamp umfasst. In diesen 3 Monaten erhalten die Teilnehmer*innen einen Crashkurs in Frontend- und Backend-Entwicklung, sowie Data Intelligence. Zudem werden ihnen die Grundlagen der Zusammenarbeit in Techbereichen vermittelt. Und das nicht im Sinne einer reinen Frontalbeschallung, sondern im puren Trial und Error sowie unzähligen Coding-Sessions. Selbststudium und Disziplin wurden daher großgeschrieben. Nicht umsonst taufte unser Tech-Vorstand Arnulf Keese das Programm anfänglich als "Astronautenprogramm".

Lisa: Woher wusstet ihr, dass der Bedarf nach dieser beruflichen Umorientierung bei den Mitarbeitenden vorhanden ist?

Diana: Wir wussten, dass sowohl das Potenzial als auch die Neugier bei unseren Mitarbeitenden vorhanden ist. Außerdem zeigt sich aus den Weiterbildungsanfragen, die bei uns im Team Learning & Development ankommen, dass technische Themen über DP&T und BI hinaus auch in anderen Bereichen der DKB allgegenwärtig sind. Und dass es beim Thema Digitalisierung längst nicht mehr nur um Prozesse geht, sondern auch die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen immer stärker in den Fokus rücken, ist auch allen bewusst.

Die vielfältigen und vor allem positiven Rückmeldungen auf den Launch des CodingBootCamps haben uns in der Entscheidung dann noch einmal bestätigt. Den vorbereitenden Techie-Test haben 200 Kolleg*innen absolviert, von denen 146 ihn auch bestanden haben. Davon haben wir anschließend 27 Bewerbungen erhalten und durften am Ende 10 Mitarbeitenden die Möglichkeit zum Tech-Quereinstieg bieten.

Lisa: Bearbeiten die Teilnehmenden in der Weiterbildung auch schon reale DKB-Projekte?

Diana: Jein, die Weiterbildung erfolgte zusammen mit dem externen Dienstleister und beinhaltete daher kaum echte DKB-Projekte. Bei dem angestrebten Lernpensum (Frontend- und Backend-Entwicklung sowie Data Intelligence in 10 Wochen) gab es einfach kaum zeitliche Kapazitäten für wirkliche DKB-Spezifika. Wichtig war uns, dass es am Ende für die Teilnehmer*innen die Möglichkeit gab, die neu erworbenen Fähigkeiten in eigenen Coding-Projekten zu challengen. Und dass erste Berührungspunkte zu den Facheinheiten und Projekten z.B. durch MeetUps enstehen konnten.

Im Onboarding in den Bereichen DP&T und BI, das direkt nach dem BootCamp folgte, lag dann der Fokus auf dem Kennenlernen von realen DKB-Projekten. Derzeitig befinden sich alle 10 BootCamper*innen in dieser Phase und werden von erfahrenden DP&T- und BI-Kolleg*innen im Rahmen eines Buddy-Systems unterstützt.

Für uns als Kernteam war von Anfang an klar, dass die Onboarding-Phase den Erfolg des Projektes mitbestimmt. Für eine langfristige und erfolgreiche Eingliederung der frischen Junior-Techies in die Bereiche braucht es einfach ein persönliches und fachliches Einstiegsprogramm. Dieses beinhaltet neben dem theoretischen Input natürlich erste Programmier-Erlebnisse und „blau eingefärbte“ DKB-Erfahrungen. Der Schlüssel zum Erfolg waren hier die engagierten Buddies aus den Bereichen DP&T, BI und den Projekten. Sie haben die Integration der neuen Kolleg*innen grundsätzlich erst ermöglicht.

Lisa: Aber innerhalb des Programms wurde auch schon geprüft, welche der Stärken und Interessen der Teilnehmenden zu offenen Projekten passen, oder?

Diana: Die Stärken und Interessen dienten in jedem Fall als Wegweiser für die zukünftigen Karrierewege der Teilnehmenden. Ziel war es, die BootCamper*innen nach der Weiterbildung entsprechend ihrer neu gewonnenen Tech-Kenntnisse mit den Anforderungen in den Bereichen DP&T und BI zu matchen.

Das war aber tatsächlich leichter gesagt als getan. Zum einen ist die Einarbeitung von unerfahreneren Kolleg*innen neben dem Tagesgeschäft sehr herausfordernd. Zum anderen sind die Bereiche selbst auch einem stetigen Wandel unterzogen. In Summe unterstützen die BootCamper*innen derzeit in unterschiedlichen Projekten.

Lisa: Unter den 10 BootCamper*innen sind unterschiedlichste Profile zu finden. Habt ihr mit dieser Diversität gerechnet?

Diana: Im Rahmen der Entwicklung des Programms haben wir antizipiert, welche Bereiche sich dafür grundsätzlich eignen. Als wir schlussendlich die Bewerbungen erhalten haben, wurden unsere Vorstellungen aber positiv übertroffen. Insgesamt haben wir 27 Bewerbungen aus den verschiedensten Bereichen der DKB und einer Tochtergesellschaft erhalten. Mit dieser Vielfalt haben wir dann doch nicht gerechnet. Es verdeutlichte uns aber noch einmal die Wichtigkeit des Programms und das Potenzial unserer Mitarbeitenden. Und das wird durch die tollen Feedbacks der Teilnehmer*innen noch unterstrichen.

Lisa: Und wie geht es nun mit dem DKB CodingBootCamp weiter?

Diana: Der erste Durchlauf des CodingBootCamps hat uns gezeigt, dass das Potenzial und Interesse bei unseren Kolleg*innen vorhanden ist. Das CodingBootCamp unterstützt dabei in vielerlei Hinsicht unseren Weg zur Tech Bank. Aus unserer Learning & Development Perspektive stehen die Steigerung der beruflichen Flexibilität, das Verständnis zwischen Bank- und Tech Know-How sowie das Angebot neuer Karriereperspektiven durch derartige Tech-Quereinstiege im Vordergrund. Derzeitig sind wir dabei die Erfahrungen aus dem ersten BootCamp zu evaluieren, um zukünftige Durchgänge zu optimieren. Es steht fest: Die Grundhaltung, motivierten und techbegeisterten Kolleg*innen die Möglichkeit für einen Quereinstieg zu bieten, wird weiterverfolgt. Getreu dem Mindset: Heute Banker*in, morgen Tech-Mitarbeiter*in.

Lisa: Das klingt, als könnten wir gespannt sein, was da noch kommt. Danke, Diana, für das Interview.

 

Aus dem BootCamp in den Bereich Digital Products & Technology: 2 Fragen an die Teilnehmenden Maxi und Sebastian

Lisa: Was war eure Motivation, am CodingBootCamp teilzunehmen?

Sebastian: Ich habe mich schon immer viel mit dem Thema Computer und allem, was damit zusammenhängt beschäftigt und gerne programmiert. Leider hat meine bisherige Laufbahn keine Zeit für eine Weiterentwicklung im Tech-Bereich zugelassen. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert. Danach habe ich ein berufsbegleitendes Studium als Bankbetriebswirt abgeschlossen und dann direkt bei der DKB angefangen. Als dann die Möglichkeit des CodingBootCamps kam, wusste ich: Jetzt ist meine Zeit! Persönlich empfinde ich es als eine riesen Chance. Man kann sich intern weiterbilden und bleibt weiterhin angestellt. Das heißt, man muss nicht von vorne anfangen. Zudem bietet der Wechsel vom Standort in die Zentrale neue Impulse.

Maxi ist Teilnehmerin des DKB CodingBootCamps

Bootcamperin Maxi

Maxi: Auf das Thema „Tech“ bin ich durch meine Familie und meinen Freundeskreis gekommen, denn darunter gibt es viele Techies und Naturwissenschaftler*innen. Wenn man so will, war ich da bisher das schwarze Schaf (Lacht). Privat hat das Thema für mich also schon immer eine Rolle gespielt. Zwei Freundinnen von mir haben bereits ein BootCamp gemacht und das super gemeistert. Das hat mich sehr inspiriert und mich dazu bewegt, diesen Weg auch zu gehen.

Für mich ist es unglaublich wichtig, immer wieder die eigene Komfortzone zu verlassen. In den letzten 7 Jahren habe ich viele Erfahrungen im HR-Bereich gesammelt. Jetzt war es für mich an der Zeit, dass ich mich weiterentwickle. Besonders der IT-Bereich bietet aufgrund der vielen Herausforderungen und der stetigen Entwicklungen die Chance, mein Lernfeld enorm zu vergrößern und über mich hinauszuwachsen.

Bevor ich bei der DKB angefangen habe, hatte ich keine Erfahrung im Bankenbereich. Daher war es schon noch mal anders, in einem regulatorisch geprägten Unternehmen zu arbeiten. Seit meinem Einstieg hat sich die DKB stark gewandelt – es hat sich kulturell sehr viel bewegt und tut es noch. Ich finde die Entwicklung zur TechBank super spannend und möchte aktiv an der Gestaltung mitwirken. Das CodingBootCamp ist dabei genau das Richtige für mich. Natürlich ist es ein ganz anderes Umfeld und es gibt vieles, was ich neu lernen muss – aber man lernt bekanntlich nie aus.

Lisa: Wo seht ihr den größten Vorteil durch eure vorherige DKB-Aufgabe?

Maxi: Ich denke, dass meine Erfahrungen aus dem HR-Bereich mir zugutekommen. Besonders meine Kenntnisse im Bereich Kommunikation und in der Aufbereitung von Inhalten für spezifische Zielgruppen. Es fällt mir leicht, diverse Perspektiven einzunehmen und andere Beteiligte besser zu verstehen. Zudem beschäftige ich mich viel mit Diversity.

Sebastian ist Teilnehmer des DKB CodingBootCamps

Bootcamper Sebastian

Daher finde ich das Thema digitale Barrierefreiheit besonders spannend und könnte mir vorstellen, dass ich hierfür schon eine gewisse Sensibilität mitbringe.

Sebastian: Ich bringe viel Erfahrung im direkten Kundengeschäft mit und weiß, womit sich die Kundenbetreuer*innen beschäftigen und welche Performance-Probleme existieren. Durch die starke Kundenorientierung habe ich gelernt, mich schnell und bestmöglich um die Kund*innen zu kümmern. Mit der Einführung unseres neuen CMS habe ich natürlich mitbekommen, was alles möglich ist – und das ganz konkret anhand meiner damaligen Aufgaben in der Region.

Die Problematik ist, dass IT und die Bank bisher noch zwei zu unterschiedliche Welten sind. Eine noch stärkere Verschmelzung von beidem würde es ermöglichen, dass wir besser und schneller auf unsere Kund*innen eingehen können.

Lisa: Lieben Dank, Maxi und Sebastian für diesen kurzen aber spannenden Einblick.​


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