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Frau hat Taucherbrille mit Schnorchel auf

Finanzen im Juli

Von wegen Sommerloch: Im Juli sind einige Änderungen geplant, die auch für dich als Verbraucher*in relevant sind. Unter anderem die Erhöhung der gesetzlichen Rente und ein erweitertes Recht auf Reparatur.

Juni 2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zum 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten bundesweit um 4,24 Prozent.

  • Die Rentenkommission hat Empfehlungen für die langfristige Finanzierung der Rente vorgelegt.

  • Für Verbraucher*innen sollen ab dem 31. Juli neue Regeln zum Recht auf Reparatur gelten.

  • Ab dem 1. Juli soll die Luftverkehrsteuer sinken. Die Bundesregierung will mit dem Schritt die Luftfahrtbranche entlasten.

  • Die neue Grundsicherung löst schrittweise das Bürgergeld ab.

  • Es kann voll auf den Straßen werden, denn große Teile des Landes sind im Juli in den Sommerferien.

Mehr Geld für Rentner*innen

Zum 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten bundesweit um 4,24 Prozent. Für die gut 21 Millionen Rentner*innen bedeutet das: Ihre monatliche Bruttorente fällt entsprechend höher aus. Eine Rente von beispielsweise 1.000 Euro brutto wird sich monatlich um rund 42 Euro erhöhen. Die Rentenanpassung orientiert sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter in Deutschland und soll sicherstellen, dass Rentner*innen an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben. Der aktuelle Rentenwert steigt damit von 39,32 Euro auf 40,99 Euro.
Wie die gesetzliche Rente langfristig finanziert werden kann, beschäftigt Politik und Gesellschaft seit Jahren. Am 23. Juni hat die Rentenkommission ihre Empfehlungen vorgestellt. Zu den wichtigsten Vorschlägen gehören eine stärkere kapitalgedeckte Altersvorsorge sowie Änderungen beim Renteneintritt und bei der Finanzierung des Rentensystems. Die Bundesregierung prüft die Empfehlungen. Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, ist noch offen.
Bereits im Mai wurde zudem das Altersvorsorgedepot beschlossen. Es soll die private Altersvorsorge stärken und gehört zu den Vorhaben, mit denen die Altersvorsorge in Deutschland langfristig breiter aufgestellt werden soll.

Mehr Rechte bei der Reparatur von Elektrogeräten

Bis Ende Juli soll in Deutschland das Recht auf Reparatur gestärkt werden. Eine entsprechende Richtlinie der Europäischen Union (Richtlinie (EU) 2024/1799) müssen alle Mitgliedstaaten bis spätestens 31. Juli in nationales Recht umsetzen. Laut dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen Hersteller künftig dazu verpflichtet sein, bestimmte technische Geräte wie Waschmaschinen, Smartphones oder E-Bikes über mehrere Jahre zu einem angemessenen Preis zu reparieren. Das soll verhindern, dass noch brauchbare Waren frühzeitig entsorgt werden und somit zu einem nachhaltigeren Verhalten anregen.
Durch die Änderung sollen Verbraucher*innen ihre Geräte länger nutzen können. Wer sich bei einem Defekt innerhalb der Gewährleistungsfrist für eine Reparatur entscheidet, soll künftig von einer um ein Jahr verlängerten Haftungsfrist profitieren. Außerdem werden die Reparaturrechte für zahlreiche Elektro- und Elektronikgeräte ausgeweitet, um deren Lebensdauer zu erhöhen.

Geringere Luftverkehrsteuer

Seit Jahren befürchtet die deutsche Luftfahrtbranche, aufgrund von hohen Gebühren und Abgaben im internationalen Wettbewerb zurückzufallen. Dem will die Bundesregierung nun entgegenwirken: Ab dem 1. Juli soll die Luftverkehrsteuer sinken. Vorgesehen ist, dass die Abgabe der Fluggesellschaften je nach Strecke um einen Betrag zwischen 2,50 Euro und 11,40 Euro pro Flug sinkt – Unterschiede gibt es je nach Fluglänge und -ziel.
Während der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) die Maßnahme als „wichtiges Signal und ein erster richtiger Schritt zur Stärkung des Luftverkehrsstandorts“ sieht, kritisieren Umweltorganisationen wie Greenpeace sie scharf.
Ob auch du als Verbraucher*in künftig von günstigeren Flugticketpreisen profitieren kannst, ist noch offen. Die Entscheidung über die Weitergabe der Steuersenkung liegt bei den Flugunternehmen. Außerdem sind die Flugpreise auf vielen Strecken zuletzt aufgrund höherer Kerosinpreise infolge des Konflikts zwischen Israel und Iran gestiegen. Eine geringe Gebührensenkung würde daher kaum merklich ins Gewicht fallen.

Neue Grundsicherung soll Bürgergeld schrittweise ablösen

Ab Juli soll die Reform der Grundsicherung schrittweise greifen und das Bürgergeld nach und nach ersetzen. Die Regelsätze bleiben jedoch gleich: Alleinstehende Empfänger*innen des neuen Grundsicherungsgeldes erhalten weiterhin monatlich 563 Euro.
Allerdings sind künftig mehrere Verschärfungen vorgesehen: So soll der Vermittlungsvorrang dafür sorgen, dass Jobsuchende schneller in Arbeit gebracht werden. Zugleich werden die Mitwirkungspflichten verschärft und Sanktionen ausgeweitet. Wer wiederholt Termine im Jobcenter versäumt oder Vorgaben nicht einhält, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Auch beim Vermögen und bei den Wohnkosten sollen künftig strengere Vorgaben gelten.

Fast ganz Deutschland in den Sommerferien

Der Juli ist Urlaubszeit – fast alle Bundesländer haben in diesem Monat zumindest teilweise Ferien. Die Ausnahme ist Bayern, wo die großen Ferien erst am 3. August beginnen. Die Überschneidungen der Sommerferientermine können zu Staus auf den Straßen führen. Laut dem ADAC muss man besonders am ersten und am dritten Juliwochenende mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rechnen. Falls du mit dem Auto in den Urlaub fahren willst, lohnt es sich, dich rechtzeitig über die mögliche Staugefahr zu informieren und Alternativrouten einzuplanen. So startest du möglichst entspannt in deinen Sommerurlaub.
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