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Altersvorsorgedepot: Das solltest du wissen

Die Bundesregierung plant ein neues Fördermodell für deine private Altersvorsorge: das Altersvorsorgedepot. Was dahintersteckt, wie die Förderung funktionieren soll und für wen es sich lohnen kann, erfährst du hier.

März 2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit dem Altersvorsorgedepot könntest du künftig Geld für deine Rente in Wertpapiere investieren.

  • Dadurch hast du größere Chancen auf eine besser Wertentwicklung als bei bisherigen Modellen, verzichtest aber auf Garantien.

  • Der Staat plant, Altersvorsorgedepots über Zuschüsse zu fördern.

  • Der Gesetzentwurf sieht eine gesetzlich geregelte Auszahlungsphase vor, etwa als lebenslange Leibrente oder mit einem Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr.

  • Die Einführung ist nach aktuellem Stand ab 2027 geplant.

Viele Menschen fragen sich, ob die gesetzliche Rente allein ausreicht, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Um Versorgungslücken zu schließen, spielt die private Altersvorsorge eine immer größere Rolle. Deshalb plant die Bundesregierung eine neue Form der geförderten privaten Vorsorge: das Altersvorsorgedepot.
Nach aktuellem Entwurf sollst du damit künftig die Möglichkeit haben, Geld fürs Alter in Wertpapiere anzulegen und dafür eine Zulage vom Staat erhalten. In diesem Artikel erklären wir dir, was das ist und wie es funktionieren soll.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein geplantes staatlich gefördertes Wertpapierdepot für deine private Altersvorsorge. Ziel ist es, über viele Jahre Vermögen am Kapitalmarkt aufzubauen, das dir im Ruhestand zusätzliche finanzielle Sicherheit geben kann – ohne Garantiezusage, aber mit höheren Renditechancen als beispielsweise bei der Riester-Rente.
Die Bundesregierung sieht renditestarke, kostengünstige und einfach verständliche Produktlösungen vor, um die private Altersvorsorge für breite Bevölkerungsschichten attraktiver und transparenter zu machen.
Du investierst dabei nicht in klassische Versicherungsverträge, sondern regelmäßig in Wertpapiere wie ETFs, Fonds oder Anleihen. Anders als beim klassischen Sparen soll dein Geld dabei langfristig am Kapitalmarkt arbeiten und eine höhere Rendite erzielen.
Diese Wertpapiere sollen von zertifizierten Anbietern vorgeschlagen werden, sodass du aus geeigneten, geprüften Produkten auswählen kannst. Ein weiterer Unterschied zu bisherigen Modellen: Eine Garantie auf eingezahlte Beiträge ist nicht vorgesehen. Das bedeutet mehr Schwankungen, aber langfristig bessere Renditechancen. Geplant ist außerdem, bestehende (aktive oder stillgelegte) Riester-Verträge auf ein Altersvorsorgedepot übertragen zu können.
Im Unterschied zu einem herkömmlichen Depot ist das Altersvorsorgedepot klar auf den Ruhestand ausgerichtet. Das Geld bleibt über viele Jahre investiert und soll besonderen Regeln für Förderung, Auszahlung und Vererbung unterliegen.
Ähnliche Modelle gibt es in Europa bereits: In Frankreich zum Beispiel nutzten bereits 2024 rund 10 Millionen Menschen ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt (PER), bei dem langfristig am Kapitalmarkt gespart wird. Auch Länder wie Großbritannien, Niederlande oder Norwegen setzen unter anderem auf kapitalmarktnahe Vorsorgeformen. Diese Beispiele zeigen, dass langfristiges Sparen über Fonds in vielen Ländern schon fester Bestandteil der Altersvorsorge ist.

Altersvorsorgedepot 2026: Aktueller Stand

Das Altersvorsorgedepot ist Teil einer umfassenden Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Ziel der Bundesregierung ist es, die bisherige Förderung weiterzuentwickeln und stärker kapitalmarktorientiert auszurichten.
Das Bundeskabinett hat den entsprechenden Gesetzentwurf am 17. Dezember 2025 beschlossen. Damit ist das parlamentarische Verfahren offiziell gestartet. Der Bundestag hat am 26. Februar 2026 in erster Lesung über den Gesetzentwurf der Bundesregierung beraten. Ein endgültiger Beschluss ist das noch nicht: Nach der Debatte wurden die Vorlagen zunächst zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen. Abschließend muss dann das Gesetz zum Altersvorsorgedepot auch den Bundesrat passieren. Erst wenn Bundestag und Bundesrat zustimmen, kann das Gesetz in Kraft treten. Bis zur endgültigen Verabschiedung, die aktuell im Mai 2026 geplant ist, sind daher noch Änderungen möglich.

Wann kann das Altersvorsorgedepot eingeführt werden?

Nach dem jetzigen Entwurf sollen Banken und andere Finanzinstitute das Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 anbieten dürfen. Obwohl die Grobstruktur bereits beschlossen wurde, sind viele Details noch offen und können sich bis zur finalen Gesetzgebung ändern. Ob der Zeitplan gehalten wird, hängt vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab.

Wie funktioniert die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Ziel ist, dass Vorsorgende von Zuschüssen und steuerlichen Vorteilen profitieren – abhängig von ihrer Einzahlungssumme und persönlichen Situation. Wichtig dabei: Deine Beiträge werden nicht einfach „eingezahlt“, sondern direkt in Fonds oder börsengehandelte Indexfonds investiert. Das Geld arbeitet also am Kapitalmarkt.
Nach dem aktuellen Entwurf sind vorgesehen:
  • Eine beitragsabhängige Grundzulage

  • Zusätzliche Zulagen, etwa für Kinder

  • Steuerliche Vorteile während der Ansparphase

Beispiel

Wenn du 30 Euro im Monat einzahlst (also 360 Euro im Jahr), erhältst du nach aktuellem Stand zusätzlich 50 Cent Zulage pro eingezahltem Euro. Für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro im Jahr erhältst du eine Zulage von 25 Cent. Aus beispielsweise 1.200 Euro Eigenbeitrag würden so 1.590 Euro im Altersvorsorgevertrag werden. Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhöht sich die Zulage noch weiter.

Die Einzahlung kann voraussichtlich flexibel erfolgen: regelmäßig per Sparplan oder auch einmalig. Die Sparrate kann jederzeit pausiert, erhöht oder verringert werden. Maßgeblich ist der angesparte Jahresbetrag. Die Einfachheit soll dadurch entstehen, dass Kund*innen aus konkret vorgeschlagenen Fonds oder Indexfonds auswählen können – statt selbst komplexe Versicherungsverträge analysieren zu müssen. Die Anlagestrategie soll bei Bedarf auch später noch flexibel anpassbar sein.

Für wen kann sich ein Altersvorsorgedepot lohnen?

Das geplante Altersvorsorgedepot kann sich für unterschiedliche Personengruppen lohnen, darunter:
  • Junge Menschen: Wer früh startet, profitiert besonders vom Zinseszinseffekt und von langen Anlagezeiträumen.

  • Menschen mit mittleren Einkommen: Die Kombination aus staatlicher Förderung und Kapitalmarktrendite kann den Vermögensaufbau beschleunigen.

  • Menschen mit wenig Kapitalmarkterfahrung: Ein standardisiertes Depot mit vorgeschlagenen Produkten kann den Einstieg in den Kapitalmarkt erleichtern.

  • Familien mit Kindern: Über die geplante Kinderzulage können Eltern, die Kindergeld erhalten, besonders profitieren.

  • Personen mit bestehenden Riester-Verträgen: Da nach aktuellem Stand eine Übertragung von Riester-Verträgen geplant ist, kann das Altersvorsorgedepot für Menschen interessant sein, die ihre bisherige Förderung künftig stärker kapitalmarktorientiert nutzen möchten.

Unabhängig davon, welcher Personengruppe du angehörst, gilt: Je länger dein Anlagehorizont, desto besser können Kursschwankungen ausgeglichen werden.

Warum ein Altersvorsorgedepot? Vergleich zu bestehenden Fördermodellen

Mit dem Altersvorsorgedepot will der Gesetzgeber auf einen Richtungswechsel setzen: weg von verpflichtenden Garantien, hin zu einer stärkeren Kapitalmarktorientierung. Während bei der Riester-Rente die eingezahlten Beiträge garantiert werden mussten, soll das neue Modell bewusst auf diese Garantie verzichten. Dadurch entsteht mehr Spielraum für Investitionen in Wertpapiere – mit entsprechend höheren Renditechancen, aber auch stärkeren Schwankungen.
Auch strukturell unterscheidet sich das Modell von klassischen Riester- oder Rürup-Verträgen. Diese sind häufig als Versicherungsprodukte ausgestaltet und mit komplexeren Kostenstrukturen verbunden. Das Altersvorsorgedepot soll dagegen als Wertpapierdepot geführt werden. Die Anlage erfolgt direkt am Kapitalmarkt, was die Entwicklung des investierten Kapitals transparenter macht.
Auch die Kosten stehen im Fokus der Reform. In der politischen Debatte wurde wiederholt kritisiert, dass klassische Vorsorgeprodukte mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten verbunden sein können. Durch die stärkere Ausrichtung auf kapitalmarktorientierte Produkte wie Fonds oder ETFs sollen die Kostenstrukturen nachvollziehbarer und tendenziell schlanker werden. Gleichzeitig bleibt der Fördercharakter erhalten: Staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile sind weiterhin vorgesehen.

Was bleibt also ähnlich – und was ändert sich?

  • Die staatliche Förderung bleibt erhalten.

  • Die Vorsorge ist weiterhin langfristig angelegt.

  • Neu ist die stärkere Kapitalmarktorientierung ohne verpflichtende Beitragsgarantie.

Altersvorsorgedepot: Weitere Fragen

Auszahlung: Wie und wann bekommst du dein Geld?

Der Grundgedanke ist, das Geld langfristig anzusparen und erst im Ruhestand darauf zuzugreifen. Im Gesetzentwurf ist eine geregelte Auszahlungsphase vorgesehen. Möglich sind eine lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan, der bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllt. Welche Auszahlungsformate genau vorgesehen sind, hängt vom finalen Gesetz ab.

Ist das Altersvorsorgedepot vererbbar?

Hinterbliebenenleistungen sind vorgesehen, allerdings ist der Kreis der Begünstigten gesetzlich begrenzt. Eine uneingeschränkte Vererbbarkeit wie bei einem normalen Depot ist nicht vorgesehen.

Altersvorsorgedepot: Die Rolle von Banken und Finanzdienstleistern

Nach dem aktuellen Stand sollen zertifizierte Anbieter von Altersvorsorgeverträgen das Altersvorsorgedepot anbieten dürfen. Die Anbieter müssen sich an gesetzliche Rahmenbedingungen halten, insbesondere bei Kosten, Produktgestaltung und Informationspflichten.

Fazit: Altersvorsorgedepot – Chance oder Unsicherheit?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neues, kapitalmarktorientiertes Fördermodell. Es soll staatliche Unterstützung mit langfristigem Investieren verbinden und dabei einfacher und transparenter sein als viele bisherige Modelle.

Was solltest du jetzt tun?

  • Prüfe deine bestehende Altersvorsorge.

  • Überlege, ob eine kapitalmarktorientierte Ergänzung sinnvoll ist.

  • Informiere dich regelmäßig über den aktuellen Stand.

  • Plane langfristig – und nutze mögliche staatliche Förderung von Beginn an.

Das Altersvorsorgedepot kann eine Chance sein, wenn du bereit bist, auf Garantien zu verzichten und langfristig zu investieren. Entscheidend bleibt: Deine persönliche Situation, dein Zeithorizont und deine Risikobereitschaft.
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