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Junges Paar sitzt gemeinsam auf einem Balkon und umarmt sich.
Sparen und Anlegen fürs Alter

Privat für das Alter vorzusorgen, ist grundsätzlich sinnvoll. Gerade Wertpapieranlagen können eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente darstellen. Wie die Rechnung aufgehen kann, zeigen wir in vier einfachen Schritten an einem Beispiel.

März 2021

Viele Deutsche haben Angst vor der Armut im Alter. Denn um auch nach dem Ende des Arbeitslebens den Lebensstandard halten zu können, wird die gesetzliche Rente für viele nicht reichen: Fast jede*r zweite Rentner*in in Deutschland bekommt weniger als 900 Euro im Monat. Dadurch stellen sich vor allem junge Menschen die Frage: Wie viel Geld muss ich privat für die Rente zurücklegen und wann fange ich damit an?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht – sie hängt von deiner persönlichen Lebenslage ab. Die folgenden Überlegungen können dir dabei helfen, das Thema Altersvorsorge aktiv anzugehen.

Um die Frage nach der richtigen Altersvorsorge zu beantworten, solltest du zunächst deine aktuelle Situation genau betrachten und dich fragen, wie du im Alter leben möchtest. Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Herr Schmidt ist dreißig und hat ein Nettoeinkommen von 2.100 Euro. Bei einer geschätzten Gehaltssteigerung von zwei Prozent im Jahr wird er mit 67 ein Nettogehalt von 4.370 Euro erreicht haben. Um als Rentner seinen eigenen Lebensstandard zu halten, benötigt er von diesem letzten Einkommen rund 80 Prozent – sprich 3.500 Euro. Bei der derzeitigen Entwicklung der gesetzlichen Rente ist zu erwarten, dass Herr Schmidt nach Abzug der Steuern ca. 2.150 Euro staatliche Rente erhält. Zu den eigentlich benötigten 3.500 Euro, fehlen ihm also knapp 1.350 Euro. Diese Differenz wird auch „Rentenlücke“ genannt. Und diese sollte Herr Schmidt mit zusätzlicher Vorsorge während seines Arbeitslebens schließen. Die staatliche Rente kann dafür um eine betriebliche und private Altersvorsorge ergänzt werden.

Rentenbedarf, gesetzliche Rente und Rentenlücke

Die Rentenlücke entsteht aus dem tatsächlichen Rentenbedarf, der durch die gesetzliche Rente nicht gedeckt wird.

Wie haben wir gerechnet

Herr Schmidt verdient mit 3.500 Euro brutto im Monat ein mittleres Einkommen. Er ist dreißig, ledig und zahlt keine Kirchensteuer. Nach Abzug aller Steuern und Abgaben bleiben ihm davon netto monatlich gut 2.100 Euro. Wenn Herr Schmidt in 37 Jahren in Rente geht und sich in jedem Arbeitsjahr sein Gehalt um im Schnitt zwei Prozent gesteigert hat, verdient er zum Ende seines Arbeitslebens etwa 7.280 Euro brutto und erhält ein Nettogehalt von 4.370 Euro. Wir nehmen an, dass er rund 80 Prozent seines letzten Einkommens benötigt, um im Alter seinen bisherigen Lebensstandard halten zu können: Das entspricht etwa einem Betrag von 3.500 Euro.

Im Laufe seines Arbeitslebens hat Herr Schmidt durchschnittlich 5.170 Euro brutto im Monat verdient. Da zu erwarten ist, dass künftig das Brutto-Rentenniveau – also das Verhältnis zwischen der Höhe der Brutto-Standardrente nach 45 Jahren und dem mittleren Brutto-Durchschnittsgehalt – weiter sinkt und wahrscheinlich nur bei circa 45 Prozent liegen wird, bleiben Herrn Schmidt nach Abzug der Steuern noch 2.150 Euro staatliche Rente.

Grundsätzlich gilt: Nichtstun ist immer die schlechteste Option. Ein zu geringes Gehalt oder fehlende Motivation sind häufig die Gründe, warum Menschen nicht fürs Alter vorsorgen. Aber auch für Geringverdiener*innen ist es sinnvoll, sich durch monatliche Raten von etwa 25 oder 50 Euro ein kleines Polster anzusparen – denn je nach Rendite oder Verzinsung kann sich der angesparte Betrag deutlich erhöhen.

325.000 €

muss Herr Schmidt für die Rente sparen, um seinen Lebensstandard im Alter halten zu können.

Herr Schmidt hat noch 37 Jahre Zeit bis zur Rente. Wenn er mindestens 20 Jahre lang seine Rentenlücke von 1.350 Euro mit privater Vorsorge schließen will, braucht er zum Renteneintritt ein Kapital von etwa 325.000 Euro. Versucht er diese Summe mit langfristigen Sparanlagen zu erreichen, die durchschnittlich drei Prozent Zinsen pro Jahr bringen, müsste er in jedem Monat gut 400 Euro zurücklegen. Das wäre nahezu ein Fünftel seines Nettoeinkommens. Aber es gibt auch bessere Wege, auf das nötige Kapital zu kommen, als es auf niedrig verzinste Sparkonten zu packen.

DAX-Index-Entwicklung seit 1988

DAX-Index-Entwicklung seit 1988

Quelle: Deutsche Börse AG, DAX Performance-Index, Stand: Juli 2019

Wenn Herr Schmidt sich dazu entscheidet, einen Teil seiner Altersvorsorge mit Aktienanlagen wie zum Beispiel ETFs abzudecken, sieht die Rechnung anders aus. Denn mit Wertpapieren kann er langfristig eine höhere Rendite erzielen. Bei einer am DAX, dem Leitindex der Deutschen Börse AG, orientierten Anlage ist zum Beispiel eine durchschnittliche Rendite von sieben bis neun Prozent pro Jahr möglich, abzüglich etwaiger Gebühren für die Depotverwaltung, Steuern und anderer Kosten.

Bis zu 9 % Rendite

kannst du im Schnitt mit einer DAX-ETF-Anlage pro Jahr erzielen. In unserem ETF-Ratgeber erfährst du, was ETFs sind und wie sie funktionieren. Jetzt lesen!

Angenommen, Herr Schmidt packt sein Geld zur Hälfte in Aktien und zur anderen Hälfte in Sparanlagen. Wenn er damit über die gesamte Laufzeit im Schnitt fünf Prozent Rendite pro Jahr schafft, müsste er pro Monat nur noch gut 260 Euro sparen. Entscheidet sich Herr Schmidt, für seine private Vorsorge komplett auf Aktien zu setzen und erzielt damit eine durchschnittliche Rendite von etwa sieben Prozent pro Jahr, müsste er sogar nur 165 Euro sparen. Das sind fast zwei Drittel weniger als bei der reinen Sparanlage. Und weniger als ein Zehntel seines Nettoeinkommens.

Höhe der monatlichen Rate, um in 37 Jahren die benötigte Summe von 325.000 Euro zu erreichen
RenditeMonatliche Rate
1 %605 Euro
3 %405 Euro
5 %260 Euro
7 %165 Euro
Höhe der monatlichen Rate, um in 37 Jahren die benötigte Summe von 325.000 Euro zu erreichen
Rendite1 %3 %5 %7 %
Monatliche Rate605 Euro405 Euro260 Euro165 Euro

Allerdings sollte Herr Schmidt nicht zu lange damit warten, mit dem Sparen für das Alter zu beginnen. Wenn er nämlich noch fünf oder zehn Jahre ins Land gehen lässt, bevor er mit der Vorsorge startet, muss er monatlich deutlich mehr Geld zurücklegen, um auf die 325.000 Euro zu kommen, mit denen er für viele Jahre seine Rentenlücke schließen kann. Lässt er sich zum Beispiel noch fünf Jahre Zeit und erzielt anschließend eine Rendite von fünf Prozent jährlich, müsste er für die angestrebte Summe monatlich 350 Euro aufwenden. Wartet er zehn Jahre ab, bevor er mit dem Sparen beginnt, sind es 480 Euro. Sollte er gar nur eine Rendite von drei Prozent erzielen, sind es in diesem Fall sogar 655 Euro, die er monatlich zurücklegen müsste.

Monatliche Rate, um bei Renteneintritt eine Summe von 325.000 Euro zu erreichen
Jahre bis zum RenteneintrittMonatliche Rate (5 % Rendite)
37 Jahre260 Euro
32 Jahre350 Euro
27 Jahre480 Euro
20 Jahre800 Euro
Monatliche Rate, um bei Renteneintritt eine Summe von 325.000 Euro zu erreichen
Jahre bis zum Renteneintritt37 Jahre32 Jahre27 Jahre20 Jahre
Monatliche Rate (5 % Rendite)260 Euro350 Euro480 Euro800 Euro
Monatliche Rate (3 % Rendite)405 Euro510 Euro655 Euro995 Euro

Je nach konkreter Situation kann es für typische Arbeitnehmer wie Herrn Schmidt sinnvoll sein, noch weitere Instrumente in den Vorsorgeplan aufzunehmen. Viele Unternehmen unterstützen ihre Arbeitnehmer*innen zum Beispiel durch eine betriebliche Altersvorsorge: Dabei handelt es sich um eine meist als Versicherung angebotene Zusatzrente, die über den Arbeitgeber aufgebaut wird.

3.408 € im Jahr

erlässt der Staat bei der betrieblichen Altersvorsorge durch eine geringere Steuerlast und reduzierte Sozialversicherungsbeiträge.

Das Sparen durch eine sogenannte „Entgeltumwandlung“ ist eine der vielen Möglichkeiten. Arbeitnehmer*innen zahlen dabei aus ihrem unversteuerten Bruttoeinkommen ein. Für den eingezahlten Betrag erlässt ihnen der Staat die Steuerlast und einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge – jährlich bis zu 3.408 Euro. Auch der Arbeitgeber profitiert bei dieser Variante, denn für ihn entfallen die Lohnnebenkosten.

Dazu ein weiteres Beispiel: Verdient ein*e Arbeitnehmer*in im Monat 2.500 Euro brutto und spart davon 100 Euro per Entgeltumwandlung, reduziert sich das Gehalt auf 2.400 Euro. Dadurch werden Steuer- und Sozialabgaben von rund 48 Euro eingespart. Das Nettogehalt verringert sich so nur um rund 52 Euro, obwohl 100 Euro in die betriebliche Altersvorsorge einzahlt wurden. Wichtig ist bei allen Versicherungsmodellen: Arbeitnehmer*innen sollten darauf achten, dass etwaige Kosten und Gebühren nicht zu hoch sind und mögliche Vorteile überwiegen.

Wie genau du deine eigene Altersvorsorge aufstellst, solltest du individuell entscheiden – und dabei deine konkrete Situation einbeziehen, wie viel Zeit du noch bis zur Rente hast und wie viel Geld du sparen kannst. Sicher ist: Wenn du früh mit einer sinnvollen Mischung aus verschiedenen Vorsorgeformen und einem durchdachten Plan in deine Altersvorsorge startest, kannst du dich gut auf deine Rente vorbereiten – und dem Rentenalter vielleicht etwas entspannter entgegensehen.

Kurz gesagt
  • Um den ersten Schritt zu gehen, ist es ratsam die eigene Ist- und Soll-Situation zu betrachten.

  • Ermittele, wie viel Geld du fürs Alter benötigst und welchen Betrag du während deiner Arbeitsjahre zurücklegen solltest.

  • Aufgrund niedriger Sparzinsen empfiehlt es sich, die Renditechancen von Wertpapieranlagen zu nutzen.

  • Auch die betriebliche Altersvorsorge ist eine sinnvolle Ergänzung zur privaten und staatlichen Vorsorge.

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