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Rentenkaufkraft: Wo ist die Rente am meisten wert?

Wie weit die Rente reicht, hängt nicht nur von ihrer Höhe ab, sondern auch davon, wo man lebt. Denn Mieten, Lebensmittel und andere Lebenshaltungskosten unterscheiden sich spürbar zwischen den Städten. Unsere Analyse zeigt, wie viel Kaufkraft die durchschnittliche Rente in Deutschlands 30 größten Städten hat und wo sie besonders viel beziehungsweise wenig wert ist.

Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gelsenkirchen liegt unter den 30 größten Städten Deutschlands vorn: Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag in NRW beträgt 1.614 Euro und entspricht in Gelsenkirchen einer Rentenkaufkraft von 1.721 Euro.

  • Berlin bildet das Schlusslicht: Der Kaufkraftwert der angesetzten Durchschnittsrente liegt bei 1.213 Euro.

  • Gleiche Rente, unterschiedliche Kaufkraft: 1.000 Euro entsprechen in Chemnitz einer Kaufkraft von 1.094 Euro, in München dagegen nur 807 Euro.

  • Auch innerhalb eines Bundeslands macht der Wohnort einen spürbaren Unterschied: Zwischen Gelsenkirchen und Köln liegen bei gleicher angesetzter NRW-Rente 250 Euro Rentenkaufkraft; zwischen Nürnberg und München rund 236 Euro.

  • Die Rentenkaufkraft von Frauen liegt im Städtedurchschnitt 433 Euro unter der von Männern.

  • Im erweiterten Vergleich der 50 größten Städte ziehen Hagen und Hamm knapp an Gelsenkirchen vorbei.

Zur Einordnung:
Grundlage ist für jede Stadt der verwendete Rentenwert des jeweiligen Bundeslands – keine stadtspezifische Rentenhöhe. Unterschiede zwischen Städten innerhalb eines Bundeslands ergeben sich in der Analyse daher ausschließlich durch die lokalen Lebenshaltungskosten.

Was bedeutet Rentenkaufkraft?

Die Rentenkaufkraft zeigt, welchen Wert eine Rente am jeweiligen Wohnort im Vergleich zum bundesweiten Preisniveau hat. Dafür wird die angesetzte Rente mit dem lokalen Preisniveau verrechnet. Ein Kaufkraftwert von 1.721 Euro bedeutet: Die angesetzte Rente besitzt am jeweiligen Wohnort dieselbe Kaufkraft wie 1.721 Euro bei einem durchschnittlichen Preisniveau in Deutschland. Als bundesweiter Vergleichswert dient ein Preisniveau von 100.
Ein einfaches Beispiel: 1.000 Euro Rente haben in Chemnitz eine Kaufkraft von 1.094 Euro, in München dagegen nur 807 Euro. Die Modellrechnung macht damit sichtbar, welchen Unterschied allein die regionalen Lebenshaltungskosten machen.

Wo hat die durchschnittliche Rente die höchste Kaufkraft?

Unter den 30 größten deutschen Städten liegt Gelsenkirchen vorn. Grundlage ist der für Nordrhein-Westfalen angesetzte durchschnittliche Rentenzahlbetrag von 1.614 Euro. Durch das vergleichsweise niedrige Preisniveau entspricht dieser Betrag in Gelsenkirchen einer Kaufkraft von 1.721 Euro. Dahinter folgen Duisburg mit 1.701 Euro und Wuppertal mit 1.679 Euro.
Am anderen Ende steht Berlin mit einem Kaufkraftwert von 1.213 Euro. München folgt mit 1.251 Euro, Frankfurt am Main mit knapp 1.400 Euro. Bei den genannten Kaufkraftwerten handelt es sich um Vergleichswerte, nicht um die tatsächlich ausgezahlten Rentenbeträge.
Ranking der Renten-Kaufkraft in den 30 größten Städten Deutschlands, absteigend sortiert. Die Tabelle vergleicht die rechnerische Renten-Kaufkraft mit dem angesetzten Rentenzahlbetrag des jeweiligen Bundeslands und zeigt die Differenz in Euro. Gelsenkirchen liegt mit 1.721 Euro Kaufkraft auf Platz eins, gefolgt von Duisburg mit 1.701 Euro und Wuppertal mit 1.679 Euro. Schlusslicht ist Berlin mit 1.213 Euro, davor liegen München mit 1.251 Euro und Frankfurt am Main mit 1.400 Euro. Den größten Kaufkraftverlust gegenüber dem angesetzten Rentenzahlbetrag verzeichnet München mit minus 299 Euro, den größten Zugewinn Chemnitz mit plus 137 Euro. Die Kaufkraftwerte sind rechnerische Vergleichswerte und keine ausgezahlten Rentenbeträge.

Was sind 1.000 Euro Rente je nach Wohnort wert?

Wie stark allein der Wohnort die Kaufkraft beeinflusst, zeigt eine Modellrechnung mit einer einheitlichen Rente von 1.000 Euro. Das Ranking zeigt damit ausschließlich den Einfluss der regionalen Lebenshaltungskosten.
In Chemnitz haben 1.000 Euro eine Kaufkraft von 1.094 Euro. In München sind es nur 807 Euro. Dieselben 1.000 Euro besitzen in Chemnitz damit rund 287 Euro mehr Kaufkraft als in München.
Tabelle zur Kaufkraft einer einheitlichen Modellrente von 1.000 Euro in den 30 größten Städten Deutschlands. Sie zeigt für jede Stadt den rechnerischen Kaufkraftwert und die prozentuale Abweichung gegenüber 1.000 Euro bei bundesdurchschnittlichen Preisen. Die höchste Kaufkraft erreicht Chemnitz mit 1.094 Euro (+9,4 %), gefolgt von Gelsenkirchen mit 1.066 Euro (+6,6 %) und Duisburg mit 1.054 Euro (+5,4 %). Am niedrigsten ist die Kaufkraft in München mit 807 Euro (−19,3 %), gefolgt von Frankfurt am Main mit 873 Euro (−12,7 %) und Stuttgart mit 897 Euro (−10,3 %). Dieselben 1.000 Euro haben in Chemnitz somit rund 287 Euro mehr Kaufkraft als in München. Die Werte sind rechnerische Vergleichswerte und keine ausgezahlten Rentenbeträge.

Wie viel Unterschied macht der Wohnort innerhalb desselben Bundeslands?

Besonders groß fällt die Differenz in Nordrhein-Westfalen aus: In Gelsenkirchen erreicht die angesetzte Rente eine Kaufkraft von 1.721 Euro, in Köln sind es 1.471 Euro - rund 250 Euro weniger im Monat. Da für beide Städte derselbe NRW-Rentenzahlbetrag angesetzt wird, ist der Unterschied in der Analyse ausschließlich auf das unterschiedliche regionale Preisniveau zurückzuführen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in Bayern. In Nürnberg ergibt sich aus der Rente eine Kaufkraft von rund 1.487 Euro, in München dagegen nur 1.251 Euro. Zwischen beiden Städten liegen damit rund 236 Euro.

Warum unterscheiden sich die Kaufkraftwerte so stark?

Ein wesentlicher Grund für die Unterschiede sind die Wohnkosten. Gerade zwischen Großstädten variieren Mieten erheblich und wirken sich entsprechend auf die Lebenshaltungskosten aus. Wie teuer das Wohnen in einer Stadt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist, zeigt der Wohnkostenindex: Ein Wert von 100 entspricht dem bundesweiten Durchschnitt. Die Wohnkosten fließen bereits in das gesamte Preisniveau einer Stadt ein und werden bei der Berechnung der Rentenkaufkraft daher nicht noch einmal zusätzlich berücksichtigt.
Tabelle zum allgemeinen Preisniveau und Wohnkostenindex in fünf deutschen Großstädten. Ein Indexwert von 100 entspricht dem Bundesdurchschnitt. München weist mit 123,9 das höchste allgemeine Preisniveau und mit 179,9 den höchsten Wohnkostenindex auf. Die Wohnkosten liegen dort somit rund 80 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Es folgen Frankfurt am Main mit einem Wohnkostenindex von 149,5, Stuttgart mit 138,8, Hamburg mit 133,9 und Köln mit 131,0. In allen fünf Städten liegt der Wohnkostenindex deutlich über dem allgemeinen Preisniveau. Die Wohnkosten sind bereits Bestandteil des Gesamtpreisindex.
Tabelle zum allgemeinen Preisniveau und Wohnkostenindex in fünf vergleichsweise günstigen deutschen Städten. Ein Indexwert von 100 entspricht dem Bundesdurchschnitt. Chemnitz weist mit 91,4 das niedrigste allgemeine Preisniveau und mit 72,6 den niedrigsten Wohnkostenindex der dargestellten Städte auf. Die Wohnkosten liegen dort rund 27 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Auch Magdeburg (78,9), Hagen (79,3), Gelsenkirchen (79,8) und Hamm (82,0) haben deutlich niedrigere Wohnkosten als im Bundesdurchschnitt. In allen fünf Städten liegt der Wohnkostenindex unter dem allgemeinen Preisniveau. Die Wohnkosten sind bereits Bestandteil des Gesamtpreisindex.
Die Beispiele zeigen: In München liegt das Wohnkostenniveau deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt, in Chemnitz deutlich darunter. Diese Unterschiede bei den Wohnkosten tragen zu den regionalen Kaufkraftunterschieden bei.

Wie unterscheidet sich die Rentenkaufkraft von Frauen und Männern?

In allen 30 untersuchten Städten liegt die Rentenkaufkraft von Frauen unter der von Männern. Im Mittel beträgt die Differenz 433 Euro.
Den größten rechnerischen Kaufkraftabstand weist Gelsenkirchen mit 533 Euro auf. Dahinter folgen Duisburg mit 527 Euro, Mannheim (521 Euro), Wuppertal (520 Euro), Mönchengladbach (515 Euro) und Bochum (514 Euro). Am geringsten fällt die Differenz in Berlin mit 189 Euro, Dresden (221 Euro) und Leipzig (226 Euro) aus.
Berechnet wurden die Werte auf Basis der geschlechtsspezifischen Rentenzahlbeträge des jeweiligen Bundeslands und des lokalen Preisniveaus. Die Auswertung zeigt damit die Höhe der Unterschiede, nicht jedoch deren Ursachen.
Tabelle zur Renten-Kaufkraft von Frauen und zum Unterschied gegenüber Männern in den 30 größten Städten Deutschlands. Grundlage sind die geschlechtsspezifischen Rentenzahlbeträge der jeweiligen Bundesländer und das lokale Preisniveau. In allen untersuchten Städten liegt die rechnerische Renten-Kaufkraft von Frauen unter der von Männern. Den größten Abstand zeigt Gelsenkirchen: Frauen erreichen dort einen Kaufkraftwert von 1.418 Euro, das sind 533 Euro weniger als bei Männern. Es folgen Duisburg mit 527 Euro und Mannheim mit 521 Euro Unterschied. Am geringsten ist die Differenz in Berlin mit 189 Euro, Dresden mit 221 Euro und Leipzig mit 226 Euro. Die höchste Renten-Kaufkraft von Frauen weist Chemnitz mit 1.481 Euro auf, die niedrigste München mit 1.044 Euro. Die Werte sind rechnerische Vergleichswerte und keine ausgezahlten Rentenbeträge.

Was ändert sich im Vergleich der 50 größten Städte?

Die Hauptanalyse konzentriert sich auf die 30 größten Städte Deutschlands. Ergänzend haben wir den Vergleich auf die 50 größten Städte erweitert. Die Berechnung bleibt dabei unverändert.
Dadurch verschiebt sich die Spitze: Hagen erreicht mit 1.727 Euro die höchste Rentenkaufkraft, knapp vor Hamm mit 1.722 Euro. Gelsenkirchen, Spitzenreiter unter den 30 größten Städten, folgt mit 1.721 Euro auf Platz drei.

Rentenkaufkraft in den 50 größten Städten

Die Tabelle zeigt das vollständige Ranking. Für jede Stadt wird die Durchschnittsrente des jeweiligen Bundeslands mit dem lokalen Preisniveau verrechnet. Die Kaufkraftwerte sind Vergleichswerte und keine ausgezahlten Rentenbeträge.
Ranking der Renten-Kaufkraft in den 50 größten Städten Deutschlands, absteigend nach Kaufkraft sortiert. Hagen liegt mit 1.727 Euro auf Platz eins, knapp vor Hamm mit 1.722 Euro und Gelsenkirchen mit 1.721 Euro. Die niedrigste Renten-Kaufkraft weisen Berlin mit 1.213 Euro, München mit 1.251 Euro und Frankfurt am Main mit 1.400 Euro auf. Die Spannweite zwischen Hagen und Berlin beträgt 514 Euro. Die Werte sind rechnerische Vergleichswerte und keine ausgezahlten Rentenbeträge.

Was 1.000 Euro Rente in den 50 größten Städten wert sind

Bei der Modellrechnung mit einheitlich 1.000 Euro ergibt sich eine andere Rangfolge, weil hier ausschließlich das regionale Preisniveau zählt. Chemnitz bleibt mit 1.094 Euro Kaufkraft an der Spitze, München mit 807 Euro am unteren Ende.
Ranking zur Kaufkraft einer einheitlichen Modellrente von 1.000 Euro in den 50 größten Städten Deutschlands, absteigend nach Kaufkraft sortiert. Die Tabelle zeigt, wie stark sich die regionalen Lebenshaltungskosten auf den rechnerischen Wert derselben Rente auswirken. Chemnitz liegt mit 1.094 Euro Kaufkraft auf Platz eins, gefolgt von Magdeburg mit 1.075 Euro, Hagen mit 1.070 Euro, Hamm mit 1.067 Euro und Gelsenkirchen mit 1.066 Euro. Am niedrigsten ist die Kaufkraft in München mit 807 Euro, gefolgt von Frankfurt am Main mit 873 Euro und Freiburg im Breisgau mit 882 Euro. Dieselben 1.000 Euro haben in Chemnitz somit 287 Euro mehr Kaufkraft als in München. Die Werte sind rechnerische Vergleichswerte und keine tatsächlich ausgezahlten Rentenbeträge.

Über die Untersuchung

Für die Rentenhöhe wurden Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund zum Rentenbestand am 31.12.2025 verwendet. Berücksichtigt wurde der durchschnittliche Rentenzahlbetrag von Altersrenten bei mindestens 35 Versicherungsjahren auf Bundeslandebene. Für jede untersuchte Stadt wurde deshalb der entsprechende Wert ihres Bundeslands angesetzt.
Zur Plausibilisierung wurden verfügbare Rentendaten auf Stadt- und Kreisebene aus dem Vorjahr herangezogen. Bei den untersuchten Vergleichsstädten lagen die Abweichungen zu den jeweiligen Landeswerten überwiegend in einer Größenordnung von rund ±5 Prozent. Der Abgleich stützt damit die Verwendung der aktuellen Bundeslandwerte als Grundlage für den Städtevergleich. Abweichungen einzelner Städte von ihrem Landesdurchschnitt bleiben jedoch möglich.
Die regionalen Lebenshaltungskosten stammen aus dem Regionalen Preisindex (RPI) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Verwendet wurde der jüngste verfügbare regionale Preisindex für den Jahresdurchschnitt 2024. Der RPI bildet regionale Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten einschließlich der Wohnkosten ab und liegt für rund 400 Landkreise und kreisfreie Städte vor.
Der Vergleich kombiniert die jüngsten verfügbaren Rentendaten mit Stand Ende 2025 mit dem jüngsten verfügbaren regionalen Preisindex für den Jahresdurchschnitt 2024. Die Werte bilden daher keinen einheitlichen Berichtszeitpunkt ab.

Berechnung

Rentenkaufkraft = durchschnittlicher Rentenzahlbetrag × 100 ÷ regionaler Preisindex
Alle Kaufkraftwerte sind auf ein bundesweites Preisniveau von 100 normiert und stellen Vergleichswerte dar, keine ausgezahlten Rentenbeträge. Bei der Modellrechnung mit 1.000 Euro wird für alle Städte derselbe Rentenbetrag verwendet; sie zeigt ausschließlich den Einfluss des regionalen Preisniveaus.
Für Hannover, Aachen und Saarbrücken liegen die verwendeten Preisindizes auf Ebene der jeweiligen Region beziehungsweise des Regionalverbands vor. Für die übrigen untersuchten Städte wurden die entsprechenden Stadtdaten verwendet.
Die Analyse vergleicht die regionale Kaufkraft von Altersrenten bei mindestens 35 Versicherungsjahren. Sie trifft keine Aussage über die individuelle finanzielle Situation einzelner Rentnerinnen und Rentner, die beispielsweise auch von Haushaltsgröße, weiteren Einkommen, Vermögen oder individueller Wohnsituation abhängt.