Das Wichtigste in Kürze
Laut einer Faustregel brauchen Personen im Ruhestand etwa 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens, um ihren Lebensstandard zu halten.
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Ruhestand benötigst, und den Einnahmen, die dir im Alter tatsächlich zur Verfügung stehen.
Um die Rentenlücke zu schließen, kann es sinnvoll sein, frühzeitig Geld fürs Alter zurückzulegen.
Was ist mit Rentenlücke gemeint?
Beispiel
Renate, 46 Jahre alt, hat derzeit ein Nettoeinkommen von 2.000 Euro. Ihr Renteneintrittsalter liegt bei 67 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt erwartet sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung Zahlungen von 1.145 Euro im Monat. So entsteht eine Lücke von 855 Euro.
Faustregel:
Bei Berechnungen zum Schließen der Rentenlücke wird häufig angenommen, dass Menschen im Ruhestand etwa 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens benötigen, um ihren Lebensstandard zu halten. Die Faustregel ist nur eine grobe Orientierung und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Dazu zählt u. a. die Wohnsituation, anfallende Ausgaben für die eigene Gesundheit oder die Mobilität ebenso wie das Freizeitverhalten und ein eventueller Pflegebedarf.
Warum entsteht eine Rentenlücke?
Laut Vorsorgekompass 2026 geben Ruhestandshaushalte im Durchschnitt 3.148 Euro pro Monat aus – etwa die Hälfte davon für Wohnkosten.
Dem stehen durchschnittliche laufende Einnahmen von 2.988 Euro gegenüber. So ergibt sich die erwähnte Lücke von 160 Euro im Monat. Sie wird häufig durch eigenes Vermögen ausgeglichen.
Allerdings werden nur etwa 60 Prozent der Ausgaben durch die gesetzlichen Versorgungssysteme gedeckt.
Ohne zusätzliche Vorsorge beträgt die durchschnittliche Versorgungslücke somit mehr als 1.000 Euro pro Monat.
Wie kann man die eigene Rentenlücke berechnen?
Schritt 1: Wo findet man die Renteninformation?
Schritt 2: Was gehört noch zum Gesamteinkommen im Alter?
Einnahmen aus Lebensversicherungen
Riester- oder Rürup-Renten
Erträge aus dem Altersvorsorgedepot
betriebliche Vorsorge
privaten Sparpläne
Mieteinnahmen
Kapitalerträge
Entnahme von einem Sparkonto oder aus einem Portfolio
Schritt 3: Welche Ausgaben sind nach Rentenbeginn zu erwarten?
Tipp: Mit der DKB-App hast du alle Kontenbewegungen mühelos im Blick.
Arbeitsweg & Mobilität: Fahrten zur Arbeit, ÖPNV, Parkgebühren oder ein Zweitwagen
Wohnkosten (teilweise): Kosten für die eigene Immobilie, sofern sie bis zum Renteneintritt abbezahlt ist
Berufliche Kosten: Kleidung, Arbeitsmittel, Fachliteratur, Weiterbildung und Versicherungen
Verpflegung im Arbeitsalltag: Kantine, Snacks unterwegs oder Coffee-to-go
Vorsorge & Absicherung: Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und private Sparraten für die Altersvorsorge
Schritt 4: Wie hoch sind Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge?
Schritt 5: Wie groß ist die Rentenlücke?
Beispiel:
Max, ebenfalls 46 Jahre alt, hat ein Nettoeinkommen von 2.500 Euro. Nach der 80-Prozent-Faustregel benötigt er zum Renteneintrittsalter 2.000 Euro, um seinen Lebensstandard zu halten. Sein Rentenanspruch liegt bei 1.410 Euro – ihm fehlen also 590 Euro im Monat. Da Max aber außerdem reisen möchte, setzt er seine Wunschrente auf 2.300 Euro fest. Das ergibt eine Rentenlücke von 890 Euro.
Welche Möglichkeiten gibt es, die Rentenlücke zu schließen?
ETF- und Fondssparpläne
bei 2,5 % Zinsen: 1.000 Euro
bei 4,0 % Rendite: 844 Euro
bei 6,0 % Rendite: 673 Euro
Rentenlücke schließen mit staatlich geförderten Vorsorgemodellen
Wie kann man die Rentenlücke schließen, wenn es zeitlich eng wird?
Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung: Unter bestimmten Voraussetzungen sind zusätzliche Einzahlungen möglich, etwa um die Abschläge bei einer vorgezogenen Altersrente auszugleichen.
Länger arbeiten: Zusätzliche Arbeitsjahre können den Rentenanspruch erhöhen. Gleichzeitig muss angespartes Vermögen erst später angetastet werden.
Fixkosten reduzieren: z. B. Wohnkosten, Versicherungen, Abos lassen sich eventuell senken, sodass im Ruhestand weniger Einkommen benötigt wird.


