- 1. Was ist das 3-Konten-Modell?
- 2. Wie funktioniert das 3-Konten-Modell?
- 3. Welche Vorteile bietet das 3-Konten-Modell?
- 4. Wie hilft die 50-30-20-Regel beim 3-Konten-Modell
- 5. Wie funktioniert das 3-Konten-Modell für Paare
- 6. Wie setzen Familien das 3-Konten-Modell um?
- 7. Welche alternativen Kontenmodelle gibt es?
- 8. Wie richtest du das 3-Konten-Modell ein?
- 9. Welche Fehler solltest du vermeiden?
Das Wichtigste in Kürze
Drei Konten, drei Zwecke: Das 3-Konten-Modell teilt dein Geld in Fixkosten, Sparen und Freizeit auf.
Automatisiert sparen: Per Dauerauftrag fließt dein Geld direkt nach Gehaltseingang auf die richtigen Konten.
Flexibel anpassbar: Das 3-Konten-Modell funktioniert für Singles, Paare, Familie und andere Formen von Gemeinschaft – mit individueller Aufteilung.
Orientierung durch die 50-30-20-Regel: 50 % für Fixkosten, 30 % für Freizeit, 20 % zum Sparen.
1. Was ist das 3-Konten-Modell?
| Konto | Zweck | Beispiele |
|---|---|---|
| Basiskonto | Fixkosten und Alltag | Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel |
| Sparkonto | Rücklagen und Vermögensaufbau | Notgroschen, Altersvorsorge, größere Anschaffungen |
| Freizeitkonto | Persönliche Ausgaben | Restaurant, Hobbys, Kleidung, Streaming |
2. Wie funktioniert das 3-Konten-Modell?
Das „Pay Yourself First“-Prinzip
Beim 3-Konten-Modell überweist du das Geld fürs Sparen und für die Freizeit direkt nach dem Gehaltseingang auf die entsprechenden Konten. Du handelst nach dem „Pay Yourself First“-Prinzip und „bezahlst dich selbst zuerst“, bevor das Geld für spontane Ausgaben verschwindet. Das Prinzip verwandelt insbesondere das Sparen in eine nicht verhandelbare Priorität. So kannst du einen Notgroschen sowie Vermögen aufbauen und finanzielle Ziele wie deine Altersvorsorge erreichen.
3. Welche Vorteile bietet das 3-Konten-Modell?
Automatisches Sparen: Du legst Geld zurück, ohne daran denken zu müssen.
Klare Budgetgrenzen: Das Freizeitkonto zeigt dir, was du ausgeben darfst.
Kein schlechtes Gewissen: Freizeitausgaben sind eingeplant und erlaubt.
Schutz vor Überziehung: Fixkosten und Rücklagen sind vom Konsumkonto getrennt.
Bessere Übersicht: Du erkennst sofort, wo dein Geld hinfließt.
4. Wie hilft die 50-30-20-Regel beim 3-Konten-Modell?
Rechenbeispiel bei 2.400 € Nettoeinkommen
| Kategorie | Prozent | Betrag | Konto |
|---|---|---|---|
| Fixkosten | 50 % | 1.200 € | Basiskonto |
| Freizeit | 30 % | 720 € | zweites Girokonto |
| Sparen | 20 % | 480 € | Sparkonto |
Regel anpassen
5. Wie funktioniert das 3-Konten-Modell für Paare?
Option A – alles auf das Gemeinschaftskonto:
| Kategorie | Prozent | Betrag | Konto |
|---|---|---|---|
| Gemeinsames Einkommen | 100 % | 5.000 € | Gemeinschaftskonto |
| Fixkosten | 50 % | 2.500 € | Bleibt auf Gemeinschaftskonto |
| Freizeit | 30 % | 1.500 € | Je 750 € aufs Einzelkonto |
| Sparen | 20 % | 1.000 € | Gemeinsames Sparkonto |
Option B – anteilige Einzahlung:
Person 1 überweist 60 % ihres Gehalts = 1.500 €
Person 2 überweist 40 % ihres Gehalts = 1.000 €
Gut zu wissen
Das 3-Konten-Modell für Paare stärkt die finanzielle Unabhängigkeit beider Partner*innen und beugt Streit über Geld in der Beziehung vor.
6. Wie setzen Familien das 3-Konten-Modell um?
Besonderheiten für Familien
Erweiterung zum 4-Konten-Modell
Tipp
Natürlich können auch WGs und andere Formen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens von einem Mehr-Konten-Modell profitieren. In einer WG bietet sich z. B. oft ein Gemeinschaftskonto für Miete, Nebenkosten, WLAN und Grundnahrungsmittel an, je nach Lebensform eventuell ergänzt um ein Sparkonto für gemeinsame Anschaffungen. Wenn ihr eine sehr vertraute WG seid, könnt ihr auch über ein Konto für gemeinsame Freizeitaktivitäten nachdenken.
7. Welche alternativen Kontenmodelle gibt es?
| Modell | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| 2-Konten-Modell | Fixkosten/Konsum und Sparen getrennt | Minimalist*innen, Einsteiger*innen |
| 3-Konten-Modell | Fixkosten, Sparen, Freizeit | Singles, Paare, Familien, andere gemeinschaftliche Lebensmodelle |
| 4-Konten-Modell | zusätzlich zum 3-Konten-Modell: Investitionen | fortgeschrittene Sparer*innen |
| 6-Konten-Modell | zusätzlich zum 4-Konten-Modell: Weiterbildung, Spenden | detaillierte Budgetplanung |
8. Wie richtest du das 3-Konten-Modell ein?
9. Welche Fehler gilt es beim 3-Konten-Modell zu vermeiden?
Du planst zu optimistisch: Setze die Sparrate erst einmal nicht zu hoch an. Wenn du dir gar nichts mehr gönnen kannst, frustriert dich das vielleicht und du gibst auf. Starte stattdessen mit 10 % und erhöhe ggf. zu einem späteren Zeitpunkt.
Du zapfst dein Sparkonto unüberlegt an: Dein unumstößliches Motto sollte sein: Das Sparkonto ist tabu für spontane Ausgaben!
Du überprüfst deine Verteilung nicht regelmäßig: Prüfe alle drei oder sechs Monate, ob die Aufteilung noch passt. Hat sich z. B. etwas an deinem Einkommen oder an deinen Fixkosten geändert? Richte deine Verteilung entsprechend neu aus.
Du unterschätzt deine Fixkosten: Vergiss nicht, Jahresbeiträge wie Versicherungen oder Rundfunkbeiträge (früher GEZ) in deine Fixkosten einzurechnen.
Du hast keinen oder zu viel Notgroschen aufgebaut: Baue zuerst zwei bis drei Monatsgehälter als Puffer auf. Finanzexpert*innen empfehlen sogar, etwa drei bis sechs Netto-Monatsgehälter zurückzulegen. Diese betrachtest du als unantastbare Reserve auf deinem Spar- bzw. Tagesgeldkonto. Alles, was darüber hinausgeht, kannst du langfristiger anlegen, z. B. als Festgeld, oder investieren, damit du mehr Rendite erzielst.
Tipp: Klein anfangen
Starte mit einer einfachen Aufteilung und optimiere nach einigen Monaten. Das 3-Konten-Modell soll dir helfen und dich nicht stressen.


