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Neue Berechnung der FIFA Ausgleichszahlungen zur WM 2026

Mehr als 600 Vereine weltweit dürfen sich über Ausgleichszahlungen der FIFA für die Abstellung ihrer Nationalspieler zur WM 2026 freuen. Neue Angaben der FIFA zum Club Benefits Programme führen jedoch zu einem anderen Bild als bislang angenommen. Wir haben unsere Analyse deshalb auf Basis der inzwischen veröffentlichten FIFA-Daten aktualisiert. Das Ergebnis: Die erwarteten Ausschüttungen für die Vereine fallen niedriger aus als ursprünglich berechnet. Unsere Analyse zeigt, welche Klubs, Ligen und Länder am stärksten profitieren und wie sich die neuen Rahmenbedingungen auf die Verteilung der Gelder auswirken.

Juni 2026
Hinweis: Während zunächst von Ausgleichszahlungen in der Größenordnung von 2022 (rund 11.000 US-Dollar pro Spieler und Tag) ausgegangen wurde, rechnet die FIFA für die WM 2026 aktuell mit einem Mindestwert von rund 5.000 US-Dollar pro Spieler und Tag. Hintergrund sind neue Informationen zur Verteilung des insgesamt 355 Mio. US-Dollar umfassenden Programms. Demnach entfallen 250 Mio. US-Dollar auf die WM-Endrunde, während weitere 100 Mio. US-Dollar erstmals für Qualifikationsspiele vorgesehen sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Insgesamt leistet die FIFA während der Gruppenphase Ausgleichszahlungen an mehr als 600 Vereine – für jeden eingesetzten Nationalspieler wird eine tägliche Abstellsumme gezahlt.

  • Pro Tag erhalten die Spieler jeweils 5.000 US-Dollar statt der erwarteten 11.000 US-Dollar

  • Die höchsten Ausgleichszahlungen erhalten Manchester City (2,11 Millionen Euro), der FC Bayern (1,84 Millionen Euro) und PSG (1,63 Millionen Euro).

  • Dem FC Bayern München entgehen im Vergleich zur früheren Berechnungsgrundlage knapp 2 Millionen Euro.

    An die Premier League wird mit insgesamt 23,13 Millionen das meiste Geld ausgezahlt – die Bundesliga folgt auf Platz zwei mit rund 11,07 Millionen Euro.

  • Unter den deutschen Erstligisten erhält Union Berlin mit 107.500 Euro die niedrigste Summe für die Abstellung der Spieler – mit den WM-Beiträgen aus dem Jahr 2022 wären es 236.500 Euro gewesen.

  • Der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Köln gehen bei dieser WM leer aus.

FC Bayern München auf Platz zwei der Vereine mit den höchsten Ausgleichszahlungen

Trotz der nach Veröffentlichung weiterer FIFA-Details angepassten Berechnungsgrundlage bleibt die Reihenfolge an der Spitze unverändert: Manchester City führt das Ranking der Vereine weltweit mit erwarteten Ausgleichszahlungen von rund 2,11 Millionen Euro an. Dahinter folgen der FC Bayern München mit etwa 1,84 Millionen Euro und Paris Saint-Germain mit rund 1,63 Millionen Euro.
Auch Arsenal (ca. 1,61 Mio. Euro), Al-Hilal (1,44 Mio. Euro), Manchester United (1,30 Mio. Euro) sowie Crystal Palace und der FC Barcelona mit jeweils 1,29 Mio. Euro. erhalten verhältnismäßig viel für die Abstellung ihrer Spieler. Ebenfalls über 1,2 Mio. Euro liegen Chelsea, Liverpool, Real Madrid und Borussia Dortmund. Auch in die Top-20 schafft es Bayer-Leverkusen mit einer Auszahlung von 1,03 Mio. Euro.

Top-20-Vereine bei WM-Abstellungszahlungen: So sehen die Zahlen mit dem neuen Abrechnungsmodell aus

Manchester City führt das Ranking mit über 2,11 Mio. Euro vor Bayern München und PSG an. Unter den Top 20 finden sich auch Überraschungen wie Crystal Palace und Al Ahly.
Die Auswirkungen der neuen FIFA-Regelung zeigen sich besonders deutlich bei den Top-Vereinen: Unter den Bedingungen der WM 2022 hätte Manchester City rund 4,64 Mio. Euro erhalten, der FC Bayern München etwa 4,04 Mio. Euro und Paris Saint-Germain rund 3,58 Mio. Euro. Die tatsächlichen Auszahlungen fallen damit jeweils um mehr als die Hälfte geringer aus.

Zum Vergleich: Top-20-Vereine bei WM-Abstellungszahlungen nach dem Abrechnungsmodell von 2022

Manchester City führt das Ranking mit über 4,6 Mio. Euro vor Bayern München und PSG an. Unter den Top 20 finden sich auch Überraschungen wie Crystal Palace und Al Ahly.
Hinweis: Grundlage der Auswertung sind die offiziell gemeldeten WM-Kader aller qualifizierten Nationen. Die Berechnung der Ausgleichszahlungen basiert auf den Tagessätzen des FIFA World Cup Benefits Program mit 5.000 US-Dollar. bzw. 11.000 US-Dollar pro Tag ab dem 1. Juni 2026. Vereine, bei denen WM-Teilnehmer seit Beginn der Saison 2024/25 unter Vertrag standen, erhalten gemäß FIFA-Regularien anteilig ein Drittel der Tagespauschale. Hintergrund für die neue Berechnung sind neue Informationen zur Verteilung des insgesamt 355 Mio. US-Dollar umfassenden Programms. Demnach entfallen 250 Mio. US-Dollar auf die WM-Endrunde, während weitere 100 Mio. US-Dollar erstmals für Qualifikationsspiele vorgesehen sind. Die ausgewiesenen Summen steigen, je weiter eine Mannschaft im Turnier verbleibt. Die hier dargestellten Werte bilden den Stand bei Ausscheiden in der Gruppenphase ab. Die Umrechnung von US-Dollar in Euro erfolgte zum Kurs vom 2. Juni und zum 11. Juni 2026.

Auch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen auf den Spitzenplätzen der Bundesliga vertreten

Innerhalb Deutschlands führt der FC Bayern München das Ranking mit 1,84 Millionen Euro deutlich an. Borussia Dortmund folgt mit rund 1,24 Millionen Euro auf Rang zwei, Bayer Leverkusen komplettiert mit etwa 1,03 Millionen Euro das Podium. Dahinter liegen Eintracht Frankfurt mit 923.000 Euro, die TSG Hoffenheim mit 841.000 Euro und RB Leipzig mit rund 637.000 Euro. Auch der VfB Stuttgart mit 598.000 Euro sowie Mainz 05 mit 537.000 Euro überschreiten die Marke von 500.000 Euro und gehören damit zu der Gruppe der deutschen Vereine im oberen Bereich der Prämienliste. Der 1. FC Heidenheim und der 1. FC Köln gehen hingegen leer aus, da sie keinen Spieler für die WM 2026 abstellen.
Die neue Regelung hat auch spürbare Auswirkungen auf die Bundesliga: Nach der alten Berechnung hätte Dortmund 2,72 Mio. Euro, Leverkusen 2,27 Mio. Euro und Eintracht Frankfurt 2,03 Mio. Euro erhalten.

Top-16-Bundesliga-Vereine bei WM-Abstellungszahlungen: Die Auszahlungsbeträge der Bundesliga sinken durch die neue Berechnung auf 11,07 Millionen Euro

Bundesliga-Vereine erhalten insgesamt 11,07 Mio. Euro an WM-Abstellungszahlungen. Bayern München kassiert mit 1,84 Mio. am meisten.

Zum Vergleich: Top-16-Bundesliga-Vereine nach dem Abrechnungsmodell von 2022

Bundesliga-Vereine erhalten insgesamt 22,5 Mio. Euro an WM-Abstellungszahlungen. Bayern München kassiert mit 4,04 Mio. am meisten.

Mehr als 11 Millionen Euro gehen an Vereine der Bundesliga

Wirft man einen Blick auf die verschiedenen Ligen, so erhält die englische Premier League mit insgesamt 23,13 Millionen Euro (vorher: 41,5 Mio. Euro) die höchsten FIFA-Ausgleichszahlungen. Die Bundesliga kommt auf 11,07 Millionen Euro (vorher: 22,5 Mio. Euro) und nimmt damit Platz zwei ein. Die französische Ligue 1 landet mit 10,04 Millionen Euro (vorher: 19,24 Mio. Euro) knapp dahinter auf Platz drei. Spanien (La Liga) und Italien (Serie A) kommen auf 8,88 Mio. Euro bzw. auf 8,34 Mio. Euro.

Top-5-Ligen bei WM-Abstellungszahlungen: Durch die neuen Ausgleichszahlungen erhalten die Ligen deutlich weniger

Die englische Premier League erhält mit knapp 23,13 Mio. Euro mehr als doppelt so viel wie die Bundesliga auf Platz zwei. Ligue 1, La Liga und Serie A liegen eng beieinander.

Zum Vergleich: Top-5-Ligen bei WM-Abstellungszahlungen nach dem Abrechnungsmodell von 2022

Die englische Premier League ist hier mit 41,5 Mio. Euro Spitzenreiter. Ligue 1, La Liga und Serie A liegen eng beieinander.
Geht man nach den Gesamtsummen für die jeweiligen Länder, so liegen England, Deutschland und Frankreich an der Spitze der Untersuchung.

Top 10 der Herkunftsländer bei WM-Abstellungszahlungen: England weit vor Deutschland und Frankreich

Vereine aus England erhalten mit 23,30 Mio. Euro mehr als doppelt so viel wie Deutschland auf Platz zwei. Dahinter folgen Frankreich, Spanien und Italien eng beieinander.

Zum Vergleich: Top 10 der Herkunftsländer bei WM-Abstellungszahlungen nach dem Abrechnungsmodell von 2022

Vereine aus England erhalten mit 51,27 Mio. Euro mehr als doppelt so viel wie Deutschland auf Platz zwei. Dahinter folgen Frankreich, Spanien und Italien eng beieinander.

Italien ohne Qualifikation – Serie A kassiert dennoch Millionen von der FIFA

Auch wenn sich Italien nicht für die WM 2026 qualifizieren konnte, dürfen sich die Vereine der Serie A dennoch über hohe Zusatzeinnahmen freuen. Insgesamt schüttet die FIFA rund 8,34 Millionen Euro an die italienischen Klubs aus, womit die Serie A im internationalen Vergleich auf Rang fünf landet.
Die höchsten Ausgleichszahlungen innerhalb der Liga erhalten dabei der AC Mailand mit rund 1,03 Millionen Euro sowie die AS Rom mit rund 818.000 Euro. Dahinter folgen Juventus Turin mit etwa 774.000 Euro, der FC Bologna mit rund 750.000 Euro sowie Atalanta Bergamo mit etwa 737.000 Euro.

Auch ehemalige Spieler bringen Geld

Durch die Regularien der FIFA profitieren auch frühere Vereine der WM-Spieler von den Abstellungszahlungen. Klubs, bei denen Nationalspieler in den vergangenen Jahren unter Vertrag standen, erhalten anteilig ein Drittel der jeweiligen Tagespauschale. Die höchsten Einnahmen aus dieser Regelung erzielt Olympique Marseille mit rund 273.000 Euro. Dahinter folgen die Wolverhampton Wanderers mit etwa 245.000 Euro und Stade Rennes mit 207.000 Euro.
RC Lens und Bayer Leverkusen liegen mit 199.000 Euro bzw. 193.000 Euro auf den Plätzen vier und fünf. Dahinter Nottingham Forest (191.000 Euro), der FC Chelsea (176.000 Euro) sowie der Al-Hilal SFC mit 169.000 Euro.
Das FIFA-Club-Benefits-Programm wurde zur Weltmeisterschaft 2010 eingeführt, um Vereine für die Abstellung ihrer Nationalspieler an die WM zu entschädigen. Seitdem ist die Höhe der Ausgleichszahlungen pro Spieler und Tag über mehrere Turniere hinweg kontinuierlich gestiegen. Lag der Wert zur WM 2010 in Südafrika noch bei rund 1.600 US-Dollar pro Spieler und Tag, stieg er 2014 auf rund 2.900 US-Dollar, 2018 auf 8.530 US-Dollar und erreichte 2022 in Katar mit 10.950 US-Dollar seinen bisherigen Höchststand.
Mit der Weltmeisterschaft 2026 zeichnet sich nun erstmals eine Umkehr dieser Entwicklung ab. Trotz eines höheren Gesamtfonds und einer deutlich größeren WM mit mehr Mannschaften, mehr Spielern und mehr Spielen fällt die erwartete Vergütung pro Spieler und Tag nach den aktuellen FIFA-Angaben niedriger aus als bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften.
Durch die Regularien der FIFA profitieren auch frühere Vereine der WM-Spieler von den Abstellungszahlungen. Klubs, bei denen Nationalspieler in den vergangenen Jahren unter Vertrag standen, erhalten anteilig ein Drittel der jeweiligen Tagespauschale. Die höchsten Einnahmen aus dieser Regelung erzielt Olympique Marseille mit rund 600.627 Euro. Dahinter folgen die Wolverhampton Wanderers mit etwa 538.908 Euro und Stade Rennes mit 454.522 Euro.
RC Lens und Bayer Leverkusen liegen mit 436.724 Euro bzw. 423.976 Euro auf den Plätzen vier und fünf. Dahinter Nottingham Forest (419.592 Euro), der FC Chelsea (387.441 Euro) sowie der Al-Hilal SFC mit 371.540 Euro.

Über die Untersuchung

Für die Analyse hat die DKB die offiziell gemeldeten WM-Kader aller qualifizierten Nationen ausgewertet. Die Berechnung der Ausgleichszahlungen basiert auf dem FIFA Club Benefits Programme und berücksichtigt sämtliche Abstellungstage für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 beginnend am 1. Juni. Stand der Untersuchung: 6. Juni 2026.
Da die FIFA die endgültige Berechnungsgrundlage für die Ausgleichszahlungen erst nach Abschluss des Turniers bekanntgeben wird, basieren die Berechnungen dieser Analyse auf der von der FIFA kommunizierten Mindestvergütung von 5.000 US-Dollar pro Spieler und Tag. Die tatsächlichen Auszahlungen können daher nach Turnierende geringfügig von den hier ausgewiesenen Werten abweichen.
Vereine, bei denen WM-Teilnehmer seit Beginn der Saison 2024/2025 unter Vertrag standen, erhalten gemäß FIFA-Regularien anteilig ein Drittel der jeweiligen Tagespauschale. Die ausgewiesenen Summen erhöhen sich, wenn Mannschaften über die Gruppenphase hinaus im Turnier verbleiben. Für die WM 2026 stellt die FIFA insgesamt 355 Millionen US-Dollar im Rahmen des Club Benefits Programme bereit, wobei erstmals auch Vereine für die Abstellung von Spielern während der WM-Qualifikation entschädigt werden.