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Taschengeld sparen oder ausgeben: Umfrage zeigt neue Daten

Taschengeld ist für viele Kinder der erste Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit – und Sparen spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit 40,4 Prozent gehört es zu den drei häufigsten Verwendungszwecken für Kinder in Deutschland. Unsere repräsentative Umfrage unter 2.005 Eltern in Deutschland zeigt zudem ein ausgewogenes Bild im Umgang mit Geld: 35,7 Prozent der Kinder geben ihr Taschengeld aus Elternsicht eher direkt aus, 32,4 Prozent sparen eher, 30,8 Prozent halten sich mit Sparen und Ausgeben die Waage. Gleichzeitig verzichtet mehr als ein Drittel der Eltern auf feste Regeln im Umgang mit Taschengeld.

August 2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • 2.005 Eltern in Deutschland wurden zum Ausgabe- und Sparverhalten des Taschengeldes ihrer Kinder sowie zu ihren Einstellungen zur Vermittlung finanzieller Verantwortung befragt.

  • Sparen zählt mit 40,4 Prozent zu den drei häufigsten Verwendungszwecken des Taschengeldes – nahezu gleichauf mit Spielzeug und Snacks/Getränken.

  • Rund ein Drittel der Kinder spart aus Elternsicht eher, 35,7 Prozent geben ihr Taschengeld eher direkt aus – bei weiteren 30,8 Prozent hält sich beides die Waage.

  • Jüngere Kinder werden häufiger als sparorientiert beschrieben.

  • 60 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass Kinder möglichst früh den Umgang mit Geld lernen sollten – doch weniger als ein Drittel sieht die Schule dafür ausreichend aufgestellt.

  • Mehr als ein Drittel der Eltern in Deutschland verzichtet auf feste Regeln für den Umgang mit Taschengeld.

Mehr als Snacks und Spielzeug: Sparen zählt zu den häufigsten Verwendungszwecken

Ein Blick auf die Verwendung von Taschengeld zeigt: Kinder in Deutschland geben nach Angaben der Eltern ihr Geld am häufigsten für Snacks und Getränke aus (42,9 Prozent), dicht gefolgt von Spielzeug (41,6 Prozent). Fast gleichauf liegt Sparen mit 40,4 Prozent auf Platz drei der wichtigsten Verwendungszwecke. Freizeitaktivitäten und Kleidung/Mode landen mit 19,3 bzw. 14,9 Prozent auf Platz vier und fünf.
Besonders deutlich wird der Stellenwert von Snacks und Getränken bei den 12- bis 13-Jährigen, bei denen der Anteil mit 60,6 Prozent unter allen Altersgruppen seinen Höchstwert erreicht.
Sparen spielt nach Elternangaben bei den 6- bis 7-Jährigen die größte Rolle: Hier geben 46,9 Prozent der Eltern an, dass ihr Kind Taschengeld vor allem zurücklegt. Auch im ländlichen Raum spielt Sparen eine überdurchschnittlich große Rolle – dort liegt es mit 42,4 Prozent sogar vor den Ausgaben für Spielzeug (41,9 Prozent) sowie Snacks und Getränke (35,8 Prozent).
Mit zunehmendem Alter verschieben sich die Ausgaben stärker in Richtung Freizeit, Kleidung und digitale Angebote. Taschengeld wird damit im Verlauf der Kindheit zunehmend zu einem Instrument eigenständiger Finanzentscheidungen im Alltag.
Die Grafik zeigt die Verwendungszwecke von Taschengeld nach Angaben der Eltern sowie den jeweiligen Anteil der Zustimmung in Prozent. Am häufigsten werden Snacks und Getränke (42,9 Prozent), Spielzeug (41,6 Prozent) und Sparen (40,4 Prozent) genannt.

Sparen und Ausgeben halten sich fast die Waage

Ob Kinder ihr Taschengeld eher sparen oder direkt ausgeben, zeigt sich aus Elternsicht fast ausgeglichen: 35,7 Prozent der Eltern geben an, dass ihr Kind das Geld überwiegend ausgibt; 32,4 Prozent sehen eher das Sparen im Vordergrund. Bei weiteren 30,8 Prozent halten sich beide Verhaltensweisen ungefähr die Waage.
Deutliche Unterschiede zeigen sich dabei vor allem mit dem Alter: Jüngere Kinder werden häufiger als sparorientiert beschrieben – bei den unter Sechsjährigen liegt der Anteil derjenigen, die eher sparen, bei 40,9 Prozent.
Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das Verhalten jedoch in Richtung Konsum: Besonders ausgabefreudig sind 12- bis 13-Jährige, von denen fast die Hälfte (46 Prozent) ihr Taschengeld überwiegend direkt ausgibt. Auch bei den 14- bis 15-Jährigen bleibt dieser Anteil mit 41,3 Prozent auf einem hohen Niveau.
Die Grafik zeigt den Anteil der Kinder nach Altersgruppen, die ihr Taschengeld überwiegend ausgeben (fast alles sofort oder den größten Teil). Mit 46 Prozent ist dieser Anteil bei den 12–13-Jährigen am höchsten und mit 30,2 Prozent bei Kindern unter sechs Jahren am niedrigsten.
Neben dem Alter spielt auch die Wohnumgebung eine Rolle: In klein- und mittelstädtischen Regionen ist der Anteil der Kinder, die ihr Taschengeld eher ausgeben, mit 38,1 Prozent am höchsten, dicht gefolgt von Großstädten mit 37,8 Prozent. Auf dem Land liegt der Anteil mit 30,4 Prozent der Kinder deutlich niedriger.

Eltern wünschen sich frühe Finanzbildung – sehen aber Lücken in der Schule

Unsere Umfrage zeigt, dass Eltern frühe finanzielle Verantwortung mehrheitlich befürworten: 60 Prozent sind der Ansicht, Kinder sollten möglichst früh lernen, mit Geld umzugehen. Weitere 25,8 Prozent setzen auf eine Mischung aus Freiraum und Verantwortung. Nur 13,5 Prozent finden, Kinder sollten zunächst unbeschwert aufwachsen und finanzielle Verantwortung erst später übernehmen – dabei liegt der Anteil unter Vätern mit 14,8 Prozent etwas höher als unter Müttern (11,7 Prozent).

Inwieweit stimmen Eltern der Aussage zu, dass Kindern in der Schule ausreichend der Umgang mit Geld vermittelt wird?

Gleichzeitig sehen viele Eltern beim Thema Finanzbildung in der Schule deutlichen Nachholbedarf: Fast die Hälfte (47,4 Prozent) hält die Vermittlung von Finanzwissen dort für nicht ausreichend, 29,9 Prozent bewerten sie als ausreichend.
Auch im Elternhaus zeigt sich ein gemischtes Bild: 45,9 Prozent setzen auf teilweise Regeln im Umgang mit Taschengeld, 34,6 Prozent verzichten komplett auf feste Vorgaben, und nur 18,7 Prozent geben klare und verbindliche Strukturen vor.

Über die Untersuchung

Für die Umfrage wurden im Januar 2026 insgesamt 2.500 Eltern in Deutschland zu ihren Taschengeldgewohnheiten befragt. Die Erhebung wurde in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Civey durchgeführt. Zusätzlich wurde das Spar- und Ausgabeverhalten der Kinder aus Sicht der Eltern erfasst.