Das Wichtigste in Kürze
Der richtige Ordertyp beeinflusst, unter welchen Bedingungen dein Auftrag ausgeführt wird.
Es gibt Ordertypen für Anfänger*innen wie Market-Order, Limit-Order und Stop-Order, aber auch komplexere, die sich an Fortgeschrittene richten.
Neben dem Ordertyp ist auch die Gültigkeit einer Order entscheidend. Diese kann je nach Handelsplatz und Broker von tagesgültig über ein bestimmtes Datum bis hin zu einer Gültigkeit bis zur Ausführung oder Stornierung reichen.
Was sind Ordertypen und warum sind sie wichtig?
Welche Ordertypen gibt es für den Einstieg?
1. Market-Order (unlimitiert)
Market-Order: „Billigst“ vs. „Bestens“
Billigst (beim Kauf):
Bestens (beim Verkauf):
Wann setzt du eine Market-Order ein?
Vorteile & Risiken der Market-Order
2. Limit-Order
Limit-Order-Kauf vs. Limit-Order-Verkauf
Aktien im Limit-Order beim Kauf: Du legst einen Höchstpreis fest. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs auf oder unter dein Limit fällt. Entscheidend ist, ob am Handelsplatz ein ausführbarer Gegenkurs bzw. ausreichend Volumen zum Limit oder besser vorhanden ist. Ansonsten sind auch Teilausführungen möglich. Was bedeutet Limit beim Aktienkauf konkret? Du bestimmst den maximalen Preis, den du bereit bist zu zahlen.
Aktien im Limit-Order-Verkauf: Du legst einen Mindestpreis fest. Die Limit-Verkaufsorder wird nur ausgeführt, wenn der Kurs auf oder über dein Limit steigt.
Wann setzt du eine Limit-Order ein?
Vorteile & Risiken einer Limit-Order
3. Stop-Order (Stop-Loss & Stop-Buy)
Stop-Loss vs. Stop-Buy
Der Stop-Loss ist das wichtigste Werkzeug zur Risikobegrenzung: Du legst einen Kurs unterhalb des aktuellen Niveaus fest. Fällt die Aktie auf diesen Wert, wird automatisch verkauft, sodass sich dein Verlust bei weiterer Verschlechterung der Aktienwerte beschränkt.
Stop-Buy für Trendfolge: Mit einer Stop-Buy-Order kaufst du erst, wenn der Kurs ein bestimmtes Niveau überschreitet. Das ist sinnvoll, wenn du auf einen Ausbruch nach oben spekulierst.
Wann setzt du den Ordertypen der Stop-Order ein?
Vorteile & Risiken einer Stop-Order
Ordertypen für Fortgeschrittene
Stop-Limit-Order
Stop-Buy-Limit vs. Stop-Loss-Limit
Stop-Buy-Limit: Kaufen bei steigenden Kursen, aber mit Obergrenze: Für diesen Ordertyp legst du zwei Werte fest. Mit dem Stop-Kurs wird deine Kauforder erst aktiv, wenn der entsprechende Kurs erreicht wird. Mit dem Limit kaufst du aber nur, wenn der Preis maximal bei deinem festgelegten Limit liegt. Du kaufst also automatisch ein, wenn der Ausbruch kommt, aber nur, solange der Preis noch in deinem akzeptablen Rahmen bleibt.
Stop-Loss-Limit: Verkaufen bei fallenden Kursen, jedoch mit Untergrenze: Auch hier legst du zwei Werte fest. Mit dem Stop-Kurs wird deine Verkaufsorder erst aktiv, wenn dieser Wert erreicht wird. Mit dem Limit verkaufst du aber nur, wenn du mindestens diesen Preis für deine Aktie bekommst. So schützt du dich zwar vor einem Verkauf unter Limit, aber dadurch kann die Verlustbegrenzung ausfallen, wenn nicht verkauft wird.
Stop-Order oder Stop-Limit-Order? Die Unterschiede im Überblick
| Kriterium | Stop-Order | Stop-Limit-Order |
|---|---|---|
| Was passiert nach der Auslösung? | Die Stop-Order verwandelt sich in eine Market-Order. Du verkaufst oder kaufst sofort zum nächsten verfügbaren Marktpreis, egal, wie hoch oder niedrig dieser ist. | Die Stop-Order verwandelt sich in eine Limit-Order. Du verkaufst oder kaufst nur, wenn der Marktpreis dein festgelegtes Limit erreicht oder besser ist. |
| Wird die Order sicher ausgeführt? | Ja, i. d. R. wird die Order ausgeführt. Sobald der Stop ausgelöst wird, findet der Handel statt, allerdings zum aktuellen Marktpreis, der vom Stop abweichen kann. | Nein, eine Ausführung ist nicht garantiert. Wenn der Kurs dein Limit überspringt oder sich zu schnell bewegt, bleibt die Order unausgeführt. |
| Wie viel Kontrolle hast du über den Preis? | Nach der Auslösung hast du keine Preiskontrolle mehr. Du akzeptierst den Preis, den der Markt gerade bietet, ob günstig oder ungünstig. | Du hast die volle Kontrolle. Du bestimmst den Mindestpreis beim Verkauf oder den Höchstpreis beim Kauf. Unter bzw. über diesem Niveau wird nicht gehandelt. |
| Was passiert bei Kurslücken (Gaps)? | Du riskierst einen ungünstigen Preis. Eröffnet der Markt weit unter deinem Stop, wird trotzdem verkauft (zum deutlich niedrigeren Eröffnungskurs). | Du riskierst, dass gar nicht verkauft wird. Liegt der Eröffnungskurs unter deinem Limit, bleibt die Order unausgeführt und du behältst die fallende Aktie. |
Stop-Limit-Order Beispiel
Du besitzt Aktien der Beispiel AG mit einem aktuellen Kurswert von 80 Euro:
Du setzt eine Stop-Loss-Limit-Order
Stop-Preis: 75 Euro
Limit-Preis: 73 Euro
Was passiert?
Der Kurs fällt auf 75 Euro. Der Stop wird automatisch ausgelöst.
Die Stop-Order wird zur Limit-Verkaufsorder mit einem Limit von 73 Euro.
Verkauf erfolgt ausschließlich zu 73 Euro oder besser.
Fällt der Kurs direkt auf 70 Euro (Gap), wird nicht verkauft
Vorteile & Risiken der Stop-Limit-Order
Trailing-Stop-Order
Trailing-Stop-Loss vs. Trailing-Stop-Buy
Trailing-Stop-Loss (Verkauf): Ein Trailing-Stop-Loss ist ein Verkaufs-Stop, der automatisch nach oben mitwandert, wenn der Kurs steigt. Fällt der Kurs, bleibt der Stop stehen. Sobald der Kurs um den festgelegten Abstand zurückfällt, wird verkauft.
Trailing-Stop-Buy (Kauf): Ein Trailing-Stop-Buy funktioniert genau umgekehrt. Der Stop folgt fallenden Kursen nach unten. Steigt der Kurs wieder um den festgelegten Abstand, wird gekauft.
Trailing-Stop Beispiel
| Kursentwicklung | Trailing-Stop-Loss (Verkauf) | Trailing-Stop-Buy (Kauf) |
|---|---|---|
| Aktie steht bei 100 € | Stop bei 90 € | Stop bei 110 € |
| Kurs steigt auf 115 € | Stop steigt auf 105 € | Kauf wird bei 110 € ausgelöst |
| Kurs steigt auf 125 € | Stop steigt auf 115 € | Order bereits ausgeführt |
| Kurs fällt auf 120 € | Stop bleibt bei 115 € | – |
| Kurs fällt auf 115 € | Verkauf wird bei 115 € ausgelöst | – |
| Kursentwicklung | Trailing-Stop-Loss (Verkauf) | Trailing-Stop-Buy (Kauf) |
|---|---|---|
| Aktie steht bei 100 € | Stop bei 90 € | Stop bei 110 € |
| Kurs fällt auf 95 € | Stop bleibt bei 90 € | Stop sinkt auf 105 € |
| Kurs fällt auf 85 € | Verkauf wird bei 90 € ausgelöst | Stop sinkt auf 95 € |
| Kurs steigt auf 90 € | Order bereits ausgeführt | Stop bleibt bei 95 € |
| Kurs steigt auf 95 € | – | Kauf wird bei 95 € ausgelöst |
Vorteile & Risiken der Trailing-Stop-Order
OCO-Order (One-Cancels-Other)
OCO-Order Beispiel: Verkauf mit doppelter Absicherung
Nach oben: Bei 60 Euro willst du deine Gewinne mitnehmen.
Nach unten: Bei 45 Euro willst du verkaufen, um größere Verluste zu vermeiden.
| Order | Typ | Kurs | Ziel |
|---|---|---|---|
| Order A | Limit-Verkauf | 60 € | Gewinne realisieren, wenn der Kurs steigt |
| Order B | Stop-Loss | 45 € | Verluste begrenzen, wenn der Kurs fällt |
Wenn der Kurs auf 60 Euro steigt
Wenn der Kurs auf 45 Euro fällt
Warum ist die automatische Löschung bei OCO-Orders wichtig?
Vorteile & Risiken der OCO-Order
Ordertypen: Wie legst du die Ordergültigkeit fest?
Die wichtigsten Gültigkeitsoptionen im Überblick
1. Tagesgültig
2. Ultimo
3. Gültig bis zu einem bestimmten Datum
4. GTC – Good till Cancelled
5. Gültigkeits- und Ausführungszusätze bei Xetra: IOC und FOK
IOC („Immediate Or Cancel“): sofort oder gar nicht: Bei einer IOC-Order versucht das System, deinen Auftrag sofort auszuführen. Dabei nimmt es alles mit, was gerade verfügbar ist. Gibt es nicht genügend Angebot oder Nachfrage, um deine gesamte Order zu füllen, wird der ausführbare Teil sofort gehandelt. Der Rest wird unmittelbar gelöscht. IOC eignet sich, wenn du schnell handeln willst und eine Teilausführung akzeptierst.
FOK („Fill Or Kill“): alles oder nichts: Die Gültigkeit einer FOK-Order ist strenger. Sie wird nur ausgeführt, wenn die gesamte Stückzahl sofort verfügbar ist. Ist das nicht der Fall, wird die komplette Order gelöscht. Es gibt keine Teilausführung. FOK eignet sich, wenn du auf keinen Fall eine Teilausführung willst. Das ist besonders bei größeren Ordern relevant, bei denen du eine bestimmte Positionsgröße brauchst, damit deine Strategie aufgeht.
Welcher Ordertyp passt zu dir?
| Dein Ziel | Empfohlener Ordertyp | Warum? |
|---|---|---|
| schnell kaufen und/oder verkaufen | Market-Order | sofortige Ausführung sichergestellt |
| günstiger einkaufen | Limit-Order (Kauf) | ermöglicht Kauf nur zum Wunschpreis oder besser |
| Mindestpreis beim Verkauf | Limit-Order (Verkauf) | ermöglicht Verkauf nur zum Wunschpreis oder besser |
| Verluste begrenzen | Stop-Loss | automatischer Verkauf bei Kursrückgang |
| Trendausbruch nutzen | Stop-Buy | Kauf erst bei Bestätigung des Trends |
| Verluste begrenzen mit Preiskontrolle | Stop-Limit | Schutz vor Ausführung zu Extrempreisen |
| Gewinne laufen lassen | Trailing-Stop | dynamische Absicherung steigender Kurse |
| Gewinn und Verlust absichern | OCO-Order | doppelte Absicherung in einer Order |
Checkliste: Ordertypen für verschiedene Situationen
Starte mit Limit-Orders für Käufe
Nutze Stop-Loss zur Absicherung
Vermeide Market-Orders bei volatilen oder illiquiden Aktien
Kombiniere Stop-Limit für mehr Kontrolle
Nutze Trailing-Stops für Trendfolge-Strategien
Setze OCO-Orders für automatisierte Gewinnmitnahme
Wähle längere Gültigkeiten (GTC)
Stop-Loss kann bei bestimmten Positionen hilfreich sein
Prüfe regelmäßig, ob deine Limits noch aktuell sind


