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Seit 2011 wächst das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für die Energiewende in Thüringen rasant. Heute gibt es bereits 40 Genossenschaften, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Energiewende greifbar und erlebbar für alle zu machen. Einer, der sich in Thüringen seit Jahren für eine Energieversorgung einsetzt, die sich zu 100 % aus erneuerbaren Energien speist, ist Matthias Golle. Der 36-jährige gelernte Architekt aus Weimar erkannte schnell, dass ein solches Vorhaben die Unterstützung der Bürger braucht und gründete bereits 2007 das erste „Bürgerkraftwerk“ in Form einer GmbH & Co.KG. Seitdem wächst das Engagement der Anwohner rasant. Matthias Golle zeigt intensives ehrenamtliches Engagement und stellt sich allen politischen Hürden und Herausforderungen im Energiebereich.

Hindernisse gab und gibt es für Matthias Golle und seine Mitstreiter genügend. Die Energiewende vollzog sich in Thüringen bis 2012 weitestgehend ohne etablierte Bürgerbeteiligung. In der Regel profitierten nur externe Investoren von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien. Klimaschutzkonzepte gab es zwar, doch sie wurden nicht umgesetzt. Politische Entscheider blockierten häufiger Wind- und Solarprojekte, als dass sie sie unterstützten. Ein Strukturwandel in der regionalen Stromversorgung war jedoch längst überfällig. Golle zögerte nicht lange und gründete zusammen mit 13 weiteren Mitgliedern die „Energie in Bürgerhand Weimar eG“.

Die Aufgabe war klar: eine sichere, regionale, nachhaltige und preisgünstige Energieversorgung. „Wir haben die Technologie, das Know-How und die Mittel. Diesen Umbau der Energieversorgung nicht zu machen oder zu bremsen wäre grob fahrlässig.“, so Golle. Doch damit nicht genug: 2013 gründete er auch die „Energiegenossenschaft Rittersdorf eG“ im Weimarer Land und ein Jahr später die „BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG“.

Eines der aufregendsten Projekte der vergangenen Jahre, war für ihn der Solarpark in Rittersdorf. Dort initiierten Golle und seine Partner ein bis dahin deutschlandweit einmaliges Modell: ein regionales Ökostromprodukt mit Solarstrom. Seine Projekte schaffen Aufmerksamkeit und animieren immer mehr Menschen, sich vor Ort genossenschaftlich für die Energiewende einzusetzen.

Aktuell haben die Genossenschaften 110 Mitglieder, Tendenz steigend. Auf die Frage, warum er sich so stark für erneuerbare Energien einsetzt, antwortet er entschlossen: „Weil es keinen anderen Weg gibt! 100 % erneuerbare Energien sind das Ziel. Ich werde alles dafür tun, dass auch die Kinder meiner Kinder einmal eine lebenswerte Umwelt haben. Das ist die größte Motivation für mich.“ Eine deutliche Ansage an die Wirtschaftspolitik. Mit Sicherheit wird man in Zukunft noch einiges von Matthias Golle hören. In diesem Sinne: Energie in Bürgerhand!

“Unser Dank richtet sich besonders an das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die sich für den regionalen Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen, und an Jens Sturm mit seinen Kollegen aus der DKB-Niederlassung Erfurt, die unsere Vorhaben unterstützen und mit uns Veranstaltungen und Workshops realisieren. Gemeinsam können wir den regionalen Umstieg schaffen!”

Matthias Golle, Gründungsmitglied und Vorstand „Energie in Bürgerhand Weimar eG“, „Energiegenossenschaft Rittersdorf eG“ und „BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG“

Twitter    www.engeri.de