Anmelden

Visionen bauen: das Metropolenhaus

Benita Braun-Feldweg und Matthias Muffert haben sich ganz dem Leben und Arbeiten in der Stadt gewidmet. Die Entwürfe des Architektenpaares haben schon an so mancher Stelle die Berliner Stadtentwicklung mitgestaltet. Ihr neuester Coup ist das Metropolenhaus am Jüdischen Museum. Das Konzept verwischt Grenzen – zwischen Wohnen und Arbeiten, aber auch zwischen hochwertigem Wohnraum, Touristenströmen und interkulturellem Kiezleben.

Das Metropolenhaus möchte Teil des Kiezes werden: Es soll nicht verdrängen, sondern will einladen. Die Käufer der 37 Wohnungen, 7 Gewerbeflächen und 3 gemischten Wohn- und Gewerbeeinheiten haben 400 Quadratmeter günstigen Projektraum im Erdgeschoss mitfinanziert. Die Bewohner im Kiez sollen ihn für das nutzen, was gebraucht wird – für Ausstellungen und Konzerte, Freizeitangebote für Kinder, zum Feiern, für Lesungen oder Sprachkurse, für die Verbindung von Design und Alltag.

Das Metropolenhaus möchte ein Treffpunkt für das Kiezleben sein. Etwa 2.000 Touristen kommen hier täglich vorbei. Statt von einem touristischen Highlight zum nächsten zu eilen, können sie hier inne halten und mit den Bewohnern der südlichen Friedrichstadt durch authentischen Austausch in Kontakt kommen. Orientalische Gastronomie und temporäre Projekträume stehen dafür bereit. 70 Prozent der Kiezbewohner haben einen Migrationshintergrund. Da erscheint es doch logisch, Gäste aus allen Ecken der Welt mit ihnen zusammenzubringen.

Dass die Idee Potential hat, zeigt ein Kooperationsprojekt mit der benachbarten Kurt-Schumacher-Grundschule. Unter dem Titel „Kreuzberg klingt“ übten sich Schüler der 5. und 6. Klassen bereits zum dritten Mal seit Baubeginn im Umgang mit Gestaltung und Design. Mit selbstgebauten Instrumenten näherten sie sich Klang und Schall und waren bei ihrem ersten Konzert im Metropolenhaus sichtlich stolz auf ihr Ergebnis.

Für Benita Braun-Feldweg und Matthias Muffert bedeutet Stadtarchitektur nicht das Schließen von Baulücken mit größtmöglichem Profit. Beide möchten den Freiraum, der zum Bauen gebraucht wird, in gestalteter Form wieder zurückgeben und den Bewohnern Perspektiven eröffnen: großzügige Wohnungen mitten in der Stadt, kleine Gewerbeeinheiten mit kieztypischen Produkten, temporär nutzbare Projekträume, repräsentative Büroflächen oder Maisonettes für das Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. Das Architektenpaar hat in diesem Haus viele Anforderungen an eine Stadt in Einklang gebracht.

Warum also nicht mit einem Showroom in den Projekträumen starten, die Idee zu einem Produkt weiterentwickeln und dieses in einem der kleinen Läden präsentieren? Oder ein Unternehmen aus einem der Maisonettes heraus aufbauen. Später müssen vielleicht größere Büroräume her. Und auch die Wohnung muss größer werden, weil die Familie wächst. Das Metropolenhaus steht für viele Lebensphasen. Es kann eine Wohn- und Arbeitsstätte für das ganze Leben sein.

„Die DKB hat unsere Vision von städtischem Wohnen in der Zukunft verstanden und das Potenzial für den Kiez erkannt. Innovative Wohnmodelle sind der DKB nicht fremd. Das ist ja bekannt. Und wir sind froh, für dieses riesige Projekt die richtigen Leute an der Seite zu haben.“

Benita Braun-Feldweg, Geschäftsführerin bfstudio-architekten

www.bfstudio-architekten.de