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Altersvorsorgedepot: Das solltest du wissen

Ab 2027 staatlich gefördert vorsorgen mit dem Altersvorsorgedepot: Was dahintersteckt und wie Förderung, Anlage und Auszahlung funktionieren, erfährst du hier.

Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit dem Altersvorsorgedepot kannst du künftig Geld für deine Rente in Wertpapiere investieren.

  • Dadurch hast du bessere Renditechancen als bei bisherigen staatlich geförderten Modellen. Gleichzeitig kann der Wert der Anlagen schwanken und Verluste sind möglich. Eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht.

  • Der Staat wird Altersvorsorgedepots über Zulagen und steuerliche Vorteile fördern.

  • Der Staat sieht eine gesetzlich geregelte Auszahlungsphase vor, etwa als lebenslange Leibrente oder mit einem Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr.

  • Altersvorsorgedepots können ab Januar 2027 eröffnet werden.

  • Melde dich für Updates zum Altersvorsorgedepot an und bleibe auf dem Laufenden.

Viele Menschen fragen sich, ob die gesetzliche Rente allein ausreicht, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Um Versorgungslücken zu schließen, spielt die private Altersvorsorge eine immer größere Rolle. Deshalb kommt 2027 eine neue Form der geförderten privaten Vorsorge: das Altersvorsorgedepot. In diesem Artikel erklären wir dir, was das Altersvorsorgedepot ist und wie es funktioniert.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, bei der das Vorsorgevermögen am Kapitalmarkt angelegt wird. Ziel ist es, über viele Jahre Vermögen für den Ruhestand aufzubauen.
Du investierst dabei nicht in klassische Versicherungsverträge, sondern regelmäßig in Wertpapiere wie ETFs, Fonds oder Anleihen. Eine Garantie auf eingezahlte Beiträge gibt es nicht. Damit gehen höhere Renditechancen, aber auch stärkere Wertschwankungen und Verlustrisiken einher.
Ab 2027 kannst du außerdem bestehende (aktive oder stillgelegte) Riester-Verträge freiwillig auf ein Altersvorsorgedepot übertragen.
Im Unterschied zu einem herkömmlichen Depot ist das Altersvorsorgedepot klar auf den Ruhestand ausgerichtet. Das Geld bleibt über viele Jahre investiert und unterliegt besonderen Regeln für Förderung, Auszahlung und Vererbung.
Ähnliche Modelle gibt es in Europa bereits: In Frankreich zum Beispiel nutzten 2024 rund 10 Millionen Menschen ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt (PER), bei dem langfristig am Kapitalmarkt gespart wird. Auch Länder wie Großbritannien, die Niederlande oder Norwegen setzen unter anderem auf kapitalmarktnahe Vorsorgeformen. Diese Beispiele zeigen, dass langfristiges Sparen über Fonds in vielen Ländern schon fester Bestandteil der Altersvorsorge ist.

Altersvorsorgedepot 2026: Aktueller Stand

Das Altersvorsorgedepot ist Teil einer umfassenden Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Ziel der Bundesregierung ist es, die bisherige Förderung weiterzuentwickeln und stärker kapitalmarktorientiert auszurichten.
Die Reform trat im Mai 2026 in Kraft und wird zum 1. Januar 2027 umgesetzt.

Wie funktioniert die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Ziel ist, dass Vorsorgende von Zuschüssen und steuerlichen Vorteilen profitieren – abhängig von ihrer Einzahlungssumme und persönlichen Situation. Wichtig dabei: Deine Beiträge werden nicht einfach „eingezahlt“, sondern direkt in Wertpapiere investiert. Das Geld arbeitet also am Kapitalmarkt.
Folgende staatliche Zulagen wird es geben:
  • Grundzulage:

    bis zu 540 Euro pro Jahr

  • Kinderzulage:

    bis zu 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind pro Jahr

  • Berufseinsteiger-Bonus:

    einmalig 200 Euro bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag

Beispiel

Wenn du 30 Euro im Monat einzahlst (also 360 Euro im Jahr), erhältst du zusätzlich 50 Cent Zulage pro eingezahltem Euro. Für weitere Einzahlungen bis zu einem Eigenbeitrag von insgesamt 1.800 Euro im Jahr erhältst du eine Zulage von 25 Cent. Aus beispielsweise 1.200 Euro Eigenbeitrag würden so 1.590 Euro im Altersvorsorgevertrag werden. Für jedes Kind, für das Kindergeld bezogen wird, erhöht sich die Zulage noch weiter.

Während der Ansparphase werden Wertsteigerungen und Erträge im Altersvorsorgevertrag nicht besteuert. Beiträge und Zulageansprüche können im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Ob daraus ein zusätzlicher Steuervorteil entsteht, prüft das Finanzamt. Leistungen werden später in der Auszahlungsphase besteuert.
Beachte jedoch, dass die steuerliche Behandlung von deinen individuellen Verhältnissen abhängig ist und sich künftig ändern kann.
Die Einzahlung kann flexibel erfolgen: regelmäßig per Sparplan oder auch einmalig. Die Sparrate kann jederzeit pausiert, erhöht oder verringert werden. Maßgeblich ist der angesparte Jahresbetrag.

Wie unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot von bisherigen Fördermodellen?

Mit dem Altersvorsorgedepot will der Gesetzgeber auf einen Richtungswechsel setzen: Während bei der Riester-Rente die eingezahlten Beiträge garantiert werden mussten, verzichtet das neue Modell bewusst auf diese Garantie. Dadurch entsteht mehr Spielraum für Investitionen in Wertpapiere – mit entsprechend höheren Renditechancen, aber auch stärkeren Schwankungen.
Auch strukturell unterscheidet sich das Modell von klassischen Riesterverträgen. Diese sind häufig als Versicherungsprodukte ausgestaltet und mit komplexeren Kostenstrukturen verbunden. Das Altersvorsorgedepot soll dagegen als Wertpapierdepot geführt werden. Die Anlage erfolgt direkt am Kapitalmarkt, was die Entwicklung des investierten Kapitals transparenter macht.
Auch die Kosten stehen im Fokus der Reform. In der politischen Debatte wurde wiederholt kritisiert, dass klassische Vorsorgeprodukte mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten verbunden sein können. Durch die stärkere Ausrichtung auf kapitalmarktorientierte Produkte wie Fonds oder ETFs sollen die Kostenstrukturen nachvollziehbarer werden. Für das Standarddepot sind die Effektivkosten zudem gesetzlich auf maximal 1 Prozent begrenzt. Bei anderen Altersvorsorgeverträgen können die Kosten je nach Produkt und Anbieter unterschiedlich ausfallen.

Was bleibt also ähnlich – und was ändert sich?

  • Die staatliche Förderung bleibt erhalten.

  • Die Vorsorge ist weiterhin langfristig angelegt.

  • Neu ist die stärkere Kapitalmarktorientierung ohne verpflichtende Beitragsgarantie.

Altersvorsorgedepot: Weitere Fragen

Auszahlung: Wie und wann bekommst du dein Geld?

Der Grundgedanke ist, das Geld langfristig anzusparen und erst im Ruhestand darauf zuzugreifen. Der Staat sieht eine geregelte Auszahlungsphase vor. Möglich sind eine lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan, der bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllt.

Was kannst du jetzt tun?

  • Prüfe deine bestehende Altersvorsorge.

  • Überlege, ob du neben der gesetzlichen Rente auch am Kapitalmarkt vorsorgen möchtest.

  • Informiere dich, welche staatliche Förderung für dich infrage kommt.

Das Altersvorsorgedepot verbindet staatliche Förderung mit einer kapitalmarktorientierten Anlage ohne Beitragsgarantie. Ob es zu deiner persönlichen Situation passt, hängt unter anderem von deinem Zeithorizont und deiner Risikobereitschaft ab.
Aktuelles zum Altersvorsorgedepot

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