Absichern & Vorsorgen
Zurück zur Übersicht
Richtig versichert: Diese Versicherungen brauchst du wirklich

Etwa 2.400 Euro geben Menschen in Deutschland pro Jahr für Versicherungen aus. Eine Zahl, die wenig über deinen Schutz aussagt. Entscheidend ist vielmehr, dass du im Ernstfall die richtige Police hast. Eine Übersicht findest du hier.

August 2021

Generell gilt: Es gibt Versicherungen, die solltest du haben. Aber nicht jede Versicherung ist in jeder Lebensphase gleichermaßen sinnvoll. Wenn du deinen Versicherungsordner zu lange sich selbst überlässt, riskierst du, entweder über- oder unterversichert zu sein. Daher solltest du in regelmäßigen Abständen einen Versicherungscheck in eigener Sache durchführen. Das klingt anstrengend, ist aber weniger kompliziert als du denkst.

Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Versicherungen du in welchem Lebensabschnitt wirklich brauchst. Dabei können dir auch Apps wie der CLARK-Versicherungsmanager helfen, um dein Portfolio jederzeit an deine individuellen Bedürfnisse anzupassen – einfach, digital und ohne lästigen Papierkram.

Wenn du deinen Versicherungsordner zu lange sich selbst überlässt, riskierst du, entweder über- oder unterversichert zu sein.

Diese Versicherungen solltest du haben

Private Haftpflichtversicherung

Die Fachleute sind sich einig: Diese Versicherung ist eine der wichtigsten überhaupt. Denn wenn du einer anderen Person einen Schaden zufügst – und sei es nur aus Unachtsamkeit –, haftest du im Zweifel mit deinem gesamten Vermögen. Und das kann schnell verbraucht sein. Etwa, wenn du einen Unfall verursachst, bei dem eine Person so schwer verletzt wird, dass sie nicht mehr arbeiten kann. Dann fällt neben Schmerzensgeld auch eine lebenslange Rente an, die du bezahlen musst.

Eine private Haftpflichtversicherung kostet wenig, schützt dich im Extremfall aber vor dem finanziellen Ruin.

Eine private Haftpflichtversicherung ist daher elementar. Sie kostet wenig, schützt dich im Extremfall aber vor dem finanziellen Ruin. Wichtig ist, dass du beim Vertragsschluss darauf achtest, eine möglichst hohe Deckungssumme abzusichern: Sach-, Personen- und Vermögenschäden sollten pauschal mit mindestens 15 Millionen Euro abgesichert sein.

Wenn du Kinder hast, solltest du zudem daran denken, dass diese nach dem Gesetz erst ab dem achten Lebensjahr deliktsfähig sind. Daher lohnt ein Blick ins Kleingedruckte: Theoretisch können Versicherer die Zahlung verweigern, wenn der dreijährige Steppke Nachbars Sportwagen zerkratzt. Die meisten Versicherer regulieren inzwischen jedoch auch Schäden, die die Jüngsten verursacht haben.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Statistisch gesehen muss in Deutschland ein Viertel der Beschäftigten den Beruf vorzeitig an den Nagel hängen, weil sie krank werden und nicht bis zur Rente arbeiten können. Oft folgt der Berufsunfähigkeit ein rapider sozialer Abstieg, denn die Sozialsysteme sichern meist nur das Überleben ab. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört deshalb zu den grundlegendsten Versicherungen. Sie zahlt, zusätzlich zu Sozialrenten und anderen Versorgungsbezügen, eine monatliche Rente und hilft, den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Oft folgt der Berufsunfähigkeit ein rapider sozialer Abstieg. Eine private BU gehört deshalb zu den grundlegendsten Versicherungen.

Auch wenn die Beiträge für eine BU nicht ganz so günstig erscheinen, lohnt es, möglichst früh eine Police abzuschließen. Denn je jünger du bei Vertragsabschluss bist, desto niedriger sind meist die Beiträge. Das liegt daran, dass die Versicherer zunächst einen Gesundheitscheck durchführen. Vorerkrankungen bedeuten, dass du mehr bezahlen musst oder womöglich gar keine Versicherung erhältst. Auch das spricht dafür, jung einzusteigen, da mit dem Alter meist die Zahl der gesundheitlichen Beeinträchtigungen steigt.

Krankenversicherung

Sie ist in Deutschland Pflicht. Arbeitnehmer*innen, die weniger als 64.350 Euro brutto pro Jahr verdienen, müssen sich in einer der gut 100 gesetzlichen Krankenkassen versichern (Stand: 2021). Wer ein höheres Gehalt bezieht, verbeamtet oder selbstständig ist, darf auch eine private Versicherung abschließen. Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Systemen: Bei den gesetzlichen Kassen sind die Leistungen für alle Mitglieder gleich, die Beiträge einkommensabhängig. Gutverdiener zahlen jedoch maximal 706,28 Euro pro Monat (Stand: 2021). Anders bei der Privaten: Hier gibt es weder bei den Leistungen noch bei den Beiträgen eine Grenze nach oben.

Eine Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht. Wer ein höheres Gehalt bezieht, verbeamtet oder selbstständig ist, darf auch eine private Versicherung abschließen. 

Welches System langfristig besser ist, wird unter Fachleuten intensiv diskutiert. Einigkeit besteht allein, dass Beamt*innen und Beamtenanwärter*innen dank der staatlichen Beihilfe meist mit der Privaten besser fahren. Andere Berufsgruppen sollten sich den Wechsel ins private Lager gut überlegen, vor allem, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Denn in der Gesetzlichen lassen sich Partner*in und Kinder beitragsfrei mitversichern. Bei der Privaten indes braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag – und zahlt dafür auch.

Auslandsreisekrankenversicherung

Die gesetzlichen Kassen, aber auch viele private Krankenversicherungen, kommen für eine medizinische Versorgung im Auslandsurlaub nicht oder nur zum Teil auf. Gleiches gilt für den – extrem teuren – Krankentransport zurück nach Hause. Das gilt übrigens auch für das europäische Ausland. Bevor du deine Koffer packst, solltest du daher unbedingt eine Versicherung abschließen, die diese Kosten abdeckt.

Du besitzt eine Kreditkarte, bist Mitglied eines Automobilclubs oder hast ein Girokonto bei der DKB? Dann bist du womöglich schon auslandsreisekrankenversichert. Bei vielen Anbietern ist ein Versicherungspaket im Preis inbegriffen oder lässt sich wie beim Girokonto der DKB einfach hinzubuchen.

Kfz-Versicherung

Ob Auto, Motorrad, Roller oder Wohnmobil: Als Halter*in eines Kraftfahrzeugs musst du eine Haftpflichtversicherung abschließen. Sie zahlt, wenn du mit deinem Fahrzeug einen Unfall verschuldest, bei dem jemand anderes zu Schaden kommt.

Eine Kfz-Versicherung zahlt, wenn du mit deinem Fahrzeug einen Unfall verschuldest, bei dem jemand anderes zu Schaden kommt.

Schäden an deinem eigenen Auto oder Roller deckt die Kfz-Haftpflicht hingegen nicht ab. Sie sind ein Fall für die Kasko- bzw. Vollkaskoversicherung. Deren Abschluss ist freiwillig, kann aber sinnvoll sein, je nachdem, wie wertvoll dein Fahrzeug (noch) ist.

Die Höhe der Beiträge für die Kfz-Versicherung hängt vom Fahrzeugtyp ab – und von der Region, in der du wohnst. Zudem kann es die Kosten senken, wenn du in einer Garage parkst oder schon lange keinen Unfall mehr hattest.

Pflichtprogramm für Familien und Hausbesitzer*innen

Risikolebensversicherung

Kinderlose Singles brauchen sie nicht. Wenn du hingegen in einer ernsthaften Beziehung lebst bzw. Nachwuchs hast oder willst, solltest du deine Liebsten für den schlimmsten Fall absichern: den Tod eines der Erwachsenen – und den Verlust seines Einkommens. Das klappt am besten mit einer Risikolebensversicherung. Sie ist simpel konzipiert: Stirbt die versicherte Person während der Vertragslaufzeit, zahlt die Versicherungsgesellschaft die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen. Erlebt der Kunde das Vertragsende, wird keine Leistung gezahlt.

Deine Liebsten solltest du für den schlimmsten Fall absichern: den Tod eines der Erwachsenen – und den Verlust seines Einkommens.

Als Versicherungssumme empfehlen Fachkundige mindestens das Dreifache des Jahresbruttoverdienstes der versicherten Person. Wichtig: Die Kosten hängen grundsätzlich von der Versicherungssumme und deinem Gesundheitszustand bei Vertragsschluss ab. Da die Leistung (Zahlung der vereinbarten Summe im Todesfall) stets die gleiche ist, kannst du im Wesentlichen nach dem Preis entscheiden, bei welchem Anbieter du den Vertrag unterschreibst.

Wohngebäudeversicherung

Du wohnst in einer Immobilie, die dir selbst gehört? Dann sollte zu deinem Portfolio eine Wohngebäudeversicherung gehören. Denn die Schäden, die durch Brände, Unwetter, Erdbewegungen oder zerborstene Wasserleitungen entstehen können, lassen sich nicht ohne Weiteres aus eigener Tasche finanzieren.

Checkliste
  • Eine private Haftpflichtversicherung kostet wenig, schützt dich aber vor dem finanziellen Ruin.

  • Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dich vor dem rapiden sozialen Abstieg.

  • Eine Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht.

  • Eine Kfz-Versicherung zahlt, wenn du mit deinem Fahrzeug einen Unfall verschuldest, bei dem andere zu Schaden kommen.

  • Eine Auslandskrankenversicherung kommt für eine medizinische Versorgung im Auslandsurlaub auf.

TIPP

Damit du nicht über- oder unterversichert bist, solltest du in regelmäßigen Abständen einen Versicherungscheck in eigener Sache durchführen.

Sinnvolle Extras für Vorsichtige

Hausratversicherung

Deine Wohnungseinrichtung ist ein Designtraum, dein Kleiderschrank gefüllt mit edlem Zwirn und deine Unterhaltungselektronik stets auf dem neuesten Stand? Dann kann eine Hausratpolice eine sinnvolle Investition sein. Sie zahlt, wenn Feuer, Leitungswasser, Stürme oder Einbrecher*innen deine Einrichtung bzw. das Inventar deiner Wohnung zerstören.

Private Unfallversicherung

Die meisten Unfälle ereignen sich im Haushalt und sind damit kein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung. Eine private Police kann dann hilfreich sein. Sie zahlt allerdings nur, wenn du bleibende Schäden durch den Unfall davonträgst.

Private Krankenzusatzversicherung

Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse ist dir zu karg? Du möchtest im Krankenhaus wie ein*e Privatpatient*in behandelt werden, Zuschüsse für Brillen und Heilpraktiker*innen erhalten oder beim Zahnersatz weniger zuzahlen? All das lässt sich per Zusatzpolice versichern.

Private Pflegezusatzversicherung

Die Pflegepflichtversicherung ist als bloße Grundabsicherung konzipiert – und zwar sowohl im gesetzlichen als auch im privaten System. Um zu verhindern, dass du oder deine Familie im Pflegefall horrende Summen aus eigener Tasche zuschießen muss, kannst du eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Je nach Ausgestaltung zahlt sie entweder einen bestimmten Tagessatz bzw. eine Rente oder sie kommt für die nachgewiesenen Pflegekosten auf. Welche Beiträge anfallen, hängt von der Höhe der Leistung und deinem Gesundheitszustand bei Vertragsschluss ab.

Rechtsschutzversicherung

Recht haben und Recht bekommen ist manchmal zweierlei. Gute Anwält*innen können im Falle eines Rechtsstreits zwar helfen, sind aber meist ziemlich teuer. Wer eine Rechtsschutzversicherung besitzt, muss sich darüber weniger Gedanken machen: Die Assekuranz übernimmt die gesetzlichen Kosten für die Rechtsvertretung sowie Gerichtskosten, Zeug*innengelder und gerichtliche Sachverständigenhonorare. Abgedeckt sind zudem die Kosten der Gegenseite, soweit die*der Versicherte sie übernehmen muss. 

Ein Rundum-Schutz für alle Lebensbereiche sind die Policen allerdings nicht. Vielmehr müssen Interessierte meist überlegen, wo sie den Schutz am ehesten benötigen – Arbeitsrecht? Mietrecht? Verkehrsrecht? – und die entsprechenden Bausteine in den Vertrag aufnehmen. Zudem ist zu bedenken, dass gefragte Anwält*innen oft Honorare verlangen, die über die gesetzlichen Gebühren hinausgehen. Diese Kosten aber übernehmen die Versicherungen nicht.

Finde deine passende Versicherung

Mit der kostenlosen CLARK-App managst du deine Versicherungen ganz einfach digital. Prüfe deine Beiträge und spare bis zu 50 %. 

Digitale Tools erleichtern den Versicherungscheck

Ob Jobwechsel, Trennung, Hausbau oder Familiengründung: Jede Lebensphase verlangt einen anderen Versicherungsschutz. Damit du dein Portfolio stets im Blick behältst, brauchst du allerdings keine Aktenordner mehr zu horten. Stattdessen kannst du deine Versicherungen schnell und unkompliziert per App verwalten – zum Beispiel mit dem CLARK-Versicherungsmanager. Das Tool des Anbieters verschafft dir nicht nur einen guten Überblick über deine Versicherungen. Sollte es Anpassungsbedarf geben, überprüft CLARK zudem die möglichen Tarife auf Qualität und Kosten und liefert dir Informationen zu Beiträgen, Kündigungsfristen oder Versicherungsnummern.

Kurz gesagt
  • Existenzielle Risiken lassen sich meist mit fünf bis sieben Versicherungsverträgen absichern.

  • Um Über- und Unterversicherungen zu vermeiden, solltest du dein Portfolio regelmäßig überprüfen.

  • Anpassungsbedarf besteht vor allem, wenn du dich beruflich oder familiär veränderst.

  • Auch größere Anschaffungen (z. B. Haus, Auto, Boot etc.) haben Einfluss auf den Versicherungsbedarf.

  • Digitale Angebote wie CLARK helfen dir beim Versicherungscheck und somit beim Geldsparen.