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Betriebsmittelkredit

Betriebsmittelkredit: Regelmäßiger Finanzierungsbedarf in der Agrarwirtschaft

In der Landwirtschaft verläuft die Produktion typischerweise zyklisch. Das bedeutet: Um ihre Produkte herstellen zu können, müssen Landwirte in erhebliche finanzielle Vorleistungen gehen - vor allem für Betriebsmittel. Dazu zählen z.B. Saatgut, Dünger, Futtermittel oder Reparaturen an Maschinen und Gebäuden. Diese regelmäßig anstehenden Ausgaben sind nicht zu unterschätzen: Im Jahr 2017 gingen die deutschen Landwirte für mehr als 36 Mrd. Euro in Vorleistung. Das entspricht 70 Prozent der Gesamtausgaben der deutschen Landwirte in diesem Jahr.

Am Beispiel des Ackerbaus werden die Zyklen besonders deutlich, wobei auch in anderen Betriebszweigen Liquiditätslücken z.B. aus saisonalen Preisschwankungen entstehen können. Die folgende Grafik zeigt vereinfacht den typischen Kontostandsverlauf eines deutschen Ackerbaubetriebs.

Der typische Kontostandsverlauf eines deutschen Ackerbaubetriebs im Verlauf eines Jahres.

Zur Ernte sind die finanziellen Belastungen meist am höchsten. Muss dann noch plötzlich eine Erntemaschine repariert werden, wird die Liquidität knapp - die kurzfristige Zahlungsfähigkeit des Betriebs stößt an ihre Grenzen.

Liquiditätsplanung und Finanzierung von Liquiditätsengpässen

Was tun, wenn der Betrieb in einen kurzfristigen Engpass rutscht? Die Möglichkeiten sind begrenzt - einerseits kann man auf zumeist teure Händlerfinanzierungen zurückgreifen, andererseits Zahlungen verschieben und damit Mahngebühren sowie Reputationsschäden für das Unternehmen in Kauf nehmen. Günstiger ist es, durch eine solide Liquiditätsplanung Engpässe vorherzusehen und eine verlässliche Finanzierung der Betriebsmittel sicherzustellen. Auf diese Weise besteht auch kurzfristig noch Spielraum für unerwartete aber notwendige Ausgaben.

Dank unserer jahrelangen Erfahrung als Begleiter der Branche kennen wir die Bedürfnisse rund um die Betriebsmittelkredite und bieten passende Lösungen an.

Tipps und Tricks zur Liquiditätsplanung Ihres Betriebs

Um erwartbare finanzielle Engpässe vorauszusehen und abzufedern, ist eine fundierte Liquiditätsplanung im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Mittels der Planung stellen Sie alle Einnahmen und Ausgaben des Betriebs dar, inklusive den zu erwartenden Buchungszeitpunkten. Das heißt: alle geplanten Ein- und Auszahlungen auf dem Geschäftskonto, aber auch regelmäßige Zahlungen wie etwa Kreditraten. Notieren Sie bei Pflanzenbauerlösen oder Futtermittelkäufen auch, wie die Summen sich zusammensetzen - also auf welchen Mengen und Preisen sie beruhen. So können Sie Ihre Planung jederzeit anpassen oder Worst- und Best-Case-Szenarien skizzieren. Wir empfehlen, eine Liquiditätsplanung mindestens für ein Wirtschaftsjahr zu erstellen.

Wir unterstützen unsere landwirtschaftlichen Kunden bei der Liquiditätsplanung. So haben wir etwa passende Tools für die Planung entwickelt, die wir unseren Kunden gern zur Verfügung stellen.

In drei Schritten zu einer erfolgreichen Liquiditätsplanung:

Ein- und Auszahlungen eines Wirtschaftsjahres auf die entsprechenden Monate verteilen, hilfreich ist hier die Übernahme der Vorjahreszahlungen zur Orientierung. Dabei kann die Buchhaltungssoftware häufig unterstützen.

Preise und Mengen für Erzeugnisse und Betriebsmittel mit Formeln hinterlegen, um Szenarien rechnen und Marktanpassungen schneller aufnehmen zu können.

Vorjahreszahlen an den Planungszeitraum anpassen: geplante Investitionen und Kredite aufnehmen, Veränderungen der Betriebszweige hinterlegen o.ä.

Welche Fehler bei der Liquiditätsplanung sollten Sie unbedingt vermeiden?

  1.  Gar keine Planung vornehmen
    Jeder Plan ist besser als unerwartet ins Minus zu rutschen.
  2.  Auf eine digitale Planung verzichten
    Setzen Sie auf digitale Werkzeuge, damit Sie die Planung unkompliziert anpassen können.
  3.  Mit unvollständigen Angaben planen
    Denken Sie daran, Entnahmen und geplante Investitionen in die Planung aufzunehmen.
  4.  Bei einem Kontosaldo von 0 Euro starten
    Vergessen Sie nicht die aktuelle Inanspruchnahme von Kreditlinien bei Händlern oder Banken!
  5.  Die Aktualisierung der Planung vernachlässigen
    Prüfen Sie regelmäßig, ob die laufende Entwicklung mit dem Liquiditätsplan übereinstimmt.

Welche Vorteile bringt die Liquiditätsplanung?

Unternehmen, die rechtzeitig eine belastbare Liquiditätsplanung aufstellen, können sich frühzeitig auf Liquiditätsengpässe vorbereiten. Die Gegenmaßnahmen sind planbar und weniger schmerzhaft.

Ein Beispiel: Viele unserer landwirtschaftlichen Kunden, die von den Dürreereignissen der letzten Jahre akut betroffen waren, konnten ihre Einbußen von vorab grob einschätzen und ihre Liquiditätsbedarfe identifizieren. Dadurch konnten sie ihre Betriebsmittelkredite aufstocken oder nicht unbedingt notwendige Investitionen verschieben.

Aufstockungen der Kreditlinien oder langfristige Umfinanzierungen aufgelaufener kurzfristiger Verbindlichkeiten können Betriebe gemeinsam mit ihrer Bank besser umsetzen, wenn der Bedarf frühzeitig erkannt wird und Zeit bleibt, sinnvolle Lösungen zu entwickeln. Sobald ein Betrieb in akute Zahlungsschwierigkeiten gerät, sind diese Maßnahmen nur noch sehr schwer umzusetzen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und lassen Sie sich beraten!

Unsere 130 Agrarfachleute kennen durch langjährige Betreuung von Betrieben in ganz Deutschland alle möglichen Fallstricke. Wir unterstützen Sie individuell und passgenau. Sprechen Sie uns an!

Gerald Hein, Leiter Landwirtschaft bei der DKB

Team Agrar

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