Mit Agri-PV-Anlagen Ressourcen besser nutzen

Wenn zwischen Winter- und Sommerdürre nur Starkregen, Hagel und Überschwemmungen liegen: Der Klimawandel und die zunehmenden Wetterextreme stellen besonders Landwirt*innen vor große Probleme. Kommen noch steigende Energiepreise dazu, dann sind neue Lösungen notwendig. Mit Agri-PV-Anlagen können Sie gleichzeitig erneuerbare Energien aus der Sonne gewinnen und Landwirtschaft betreiben. So nutzen Sie die wertvolle Ressource Land bestmöglich für sich.

Wie funktioniert Photovoltaik in der Landwirtschaft?

Sie wollen Strom erzeugen, können und wollen aber nicht auf Acker- oder Weideland verzichten? Mit Agri-PV geht beides parallel. Hier installieren Sie Photovoltaikanlagen auf Ihren landwirtschaftlichen Flächen – und zwar so, dass Ihr Betrieb nahezu unbeeinträchtigt bleibt. Je nachdem, wie Ihr Land und Ihr Betrieb aussehen, wählen Sie zwischen zwei Varianten:

Vertikale Agri-PV-Anlage auf einem Feld

Variante 1: Bodennah montierte Solarmodule

Diese Solarmodule sind niedrig montiert und stehen vertikal bzw. schräg zur Sonne. Bei bodennahen Anlagen können Sie die Fläche zwischen den PV-Modulen bewirtschaften. Auch auf unebenem Gelände können Sie PV-Freiflächenanlagen installieren, allerdings sind diese nicht die erste Wahl für Agri-PV-Anlagen.

Aufgeständerte Agri-PV-Anlage über einem Feld

Variante 2: Hoch aufgeständerte Anlagen

Hoch aufgeständerte Anlagen befinden sich mindestens 2,1 Meter über dem Boden. Die Variante eignet sich insbesondere im Gartenbau für Sonderkulturen wie Gemüse-, Obst- und Weinbau. Doch auch Ackerkulturen und Weidenutzung können Sie mit der hoch aufgeständerten Anlage kombinieren.

Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen: Das sind Ihre Vorteile

Agri-PV bietet Ihnen einige Vorteile. Der erste ist offensichtlich: Sie erhalten damit eine zusätzliche Einkommensquelle. Ihre Erträge können Sie so diversifizieren und sich gegen Ernteausfälle oder -verluste besser absichern. Den Strom erzeugen Sie aus erneuerbaren Energien – diesen können Sie entweder gegen eine Vergütung einspeisen oder selbst nutzen und damit Ihre Stromkosten senken. So sichern Sie sich einen dauerhaft niedrigen Strompreis.

Aktuell erhalten Sie bei Anlagen bis 1 MWp eine Einspeisevergütung von 7 ct / kWh. Bei größeren Anlagen wird die Einspeisevergütung mittels eines Ausschreibungsverfahrens wettbewerblich ermittelt. Die aktuellen Höchstwerte betragen dabei für Agri-PV 8,57 ct / kWh, darin ist bereits ein Bonus für Agri-PV-Anlagen in Höhe von 1,2 ct / kWh enthalten.

Solaranlagen nützen Ihnen auch in der Produktion: Überkopf-Systeme dienen Ihnen als „Wetterschutz“. Sie spenden Schatten und schirmen so die Pflanzen und Tiere darunter vor extremer Sonneneinstrahlung ab. Dadurch trocknet der Boden langsamer aus. Sie haben auch weniger Schäden durch Starkregen, Hagel oder Wind zu fürchten. Erste Referenzprojekte zeigen, dass Agri-PV die negativen Folgen von Dürren und Hitze reduzieren können und damit Ernteausfälle verringern.

Nicht zuletzt hat Agri-PV einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Landwirtschaftliche Flächen für Solaranlagen zu verwenden, trägt zum Klimaschutz bei und hilft, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Damit ist Photovoltaik in der Landwirtschaft ein wichtiger Baustein, um die Klimaziele zu erreichen. Das nützt auch Ihrem Betrieb: Produkte aus einer Agri-PV-Anlage weisen einen geringeren CO₂-Fußabdruck auf. Verkaufen Sie diese an die produzierende Industrie weiter, kann diese ihre Waren als klimafreundlich anbieten – das verschafft Ihnen einen Wettbewerbsvorteil.

Lohnt sich Agri-Photovoltaik für Sie?

Photovoltaik in der Landwirtschaft ist eine gute Sache – für wen es sich lohnt, ist allerdings sehr individuell. Diese Fragen sollten Sie klären, bevor Sie sich entscheiden:

  • Wie viel Fläche möchten Sie für Agri-PV nutzen? Sie können auch mit einer kleineren Anlage starten. Im Schnitt nutzen unsere Kund*innen rund 85 % der Flächen weiterhin landwirtschaftlich.

  • Welche Kulturen wollen Sie anbauen? Der Boden sollte für den Anbau der Kulturen geeignet sein, also entsprechende Nährstoffe aufweisen. Die Photovoltaik-Module schützen das Ackerland vor Wind und verringern die Bodenerosion. Pflanzen wie Mais erhalten durch Agri-PV zu wenig Sonnenlicht. Für die bodennahe Variante der Agri-PV eignen sich Getreide-Kulturen wie z.B. Weizen, Kartoffeln und Raps. Bei der hoch aufgeständerten Agri-PV können Sie gut Beeren und Spalierobst wie z.B. Äpfel anbauen.

  • Welche speziellen Anforderungen stellt Ihr Bundesland? Informationen finden Sie in Landwirtschafts- oder Bauämtern oder Agrarbehörden.

Besprechen Sie diese Faktoren mit einer*m Sachverständigen für Photovoltaikanlagen. Auch landwirtschaftliche Verbände beraten Sie diesbezüglich. Wir unterstützen Sie ebenfalls gerne: Unsere Mitarbeiter*innen, darunter auch Agrar-Expert*innen, kommen zu Ihnen auf den Hof und stellen auch Kontakte her.

Finanzierung von Agri-PV-Anlagen: So gehen Sie vor

Wenn Sie Agri-PV-Anlagen errichten möchten, berechnen Sie zuerst die Wirtschaftlichkeit mit Ihrem*r Photovoltaikpartner*in. Mit diesem*r klären Sie auch, an welche baurechtlichen Vorgaben Sie sich halten müssen und wie Sie den Strom einspeisen können.

Danach kommt die DKB ins Spiel: Wir erstellen Ihnen ein Finanzierungsangebot mit einer Zinsbindung für bis zu zwanzig Jahren. Übrigens: Die interne Kalkulation geht schneller, wenn Sie und Ihre finanzielle Situation uns bereits bekannt sind.

Verschiedene Förderprogramme und Finanzierungsinstrumente unterstützen Sie dabei, die Solaranlagen zu finanzieren. Auch hier beraten wir Sie gerne.

Unsere Expert*innen für die Landwirtschaft

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Helge Krüger, Experte für die Sozialwirtschaft und Kommunen

Finanzlösungen für die Landwirtschaft- und Ernährungsbranche

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