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Der „Energiewendler“

Marco Krasser, einst Praktikant der Stadtwerke Wunsiedel wird innerhalb von 7 Jahren Geschäftsführer und Innovationstreiber des Unternehmens. Er verzichtet auf Kernenergie und fossile Brennstoffe. Mit einem engagierten Team wird die Wende zu 100% Ökostrom und einem regionalen Wirtschaftskreislauf geschafft.

Im Jahre 1994 begann Marco Krasser als Student der Elektrotechnik sein Praktikum bei den Stadtwerken Wunsiedel. Vier Jahre später startete er als junger Ingenieur im Unternehmen, zu einem Zeitpunkt als sich der Energiemarkt liberalisierte. Dank seiner Leidenschaft für eine umweltfreundliche Energieversorgung wurde er bereits kurz darauf zum technischen Leiter. 2001, im Zuge der Umfirmierung des Eigenbetriebes Stadtwerke Wunsiedel in die SWW Wunsiedel GmbH, übernahm er die Position des Geschäftsführers – die Stadtwerke standen vor einem Wendepunkt. In der Verantwortung als Geschäftsführer galt es eine Strategie zu entwickeln, die den wirtschaftlichen Zielen einerseits, aber vor allem auch ökologischen Aspekten gerecht werden sollte.

Marco Krasser entschied sich für einen regionalen Wirtschaftskreislauf und für den Verzicht auf fossile Brennstoffe: Wunsiedel sollte unabhängig von Rohstofflieferanten und schwankenden Preisen sein. Mit dieser Strategie konnte er auch den Aufsichtsrat überzeugen und die Umstellung der Versorgung auf neue Energien wurde eingeleitet. Stärkere Energieeffizienz und -vielfalt, mehr erneuerbare Energien und die Nutzung von regional zugänglichen Rohstoffen wie Wind, Wasser und Holz – Marco Krasser hat die Ziele klar gesteckt.

Die Bandbreite seiner Projekte und Aktivitäten ist enorm: 2004 bildet der Solarpark Wunsiedel den Auftakt der umweltfreundlichen Energieerzeugung. Hier können Anwohner auf Basis von Bürgerbeteiligung in Photovoltaikanlagen investieren. Der Park erzeugt eine Leistung von 70.000 kWh pro Jahr, was etwa dem jährlichen Verbrauch von 25 Drei-Personen-Haushalten entspricht. Ein weiterer Zweig ist die WUN Bioenergie, die Pellets, Briketts und Anzünder aus den Wäldern zwischen Fichtelgebirge und Frankenwald herstellt. In Schönbrunn und anderen Ortsteilen von Wunsiedel wurden Satellitenkraftwerke mit Nahwärmenetzen installiert. Die Energie wird lokal erzeugt und möglichst an Ort und Stelle verbraucht. Etwa 80 Millionen Euro wurden seit 2011 in erneuerbare Energien investiert, die SWW Wunsiedel liefert inzwischen zu 100 % Ökostrom. Wieviel Energie gerade erzeugt und was aktuell verbraucht wird, kann man auf dem Internetportal http://energieflussvisualisierung.s-w-w.com/ live mitverfolgen. Derzeit wird an der Synchronisierung von Erzeugung und Verbrauch gearbeitet – es wäre ein Meilenstein. Ebenso die Gewinnung von Erdgas aus CO2 und regional erzeugter Strom aus regenerativen Quellen. Seine Vision teilt Marco Krasser nicht nur mit seinem Team von rund 150 Mitarbeiter (davon 4 Azubis), sondern auch mit Wissenschaftlern deutscher Universitäten und fördert hier eine enge Zusammenarbeit im Klimaschutz. „Wir haben nur ein zu Hause und die Erde nur von unseren Kindern geliehen – wir sollten sie sauberer und schöner machen als wir sie übernommen haben”, erklärt Marco Krasser. In Wunsiedel hat er ein innovatives Modell für die Energiewende geschaffen - ein Pionier und Vorbild für viele andere Regionen.

“Der Pfad der erneuerbaren Energien ist zwar ein anstrengender, aber ein sich lohnender Weg. Mein Ziel ist eine Welt, frei von Sorgen um Rohstoffengpässe und Umweltkatastrophen. Als Stadtwerke sind wir in der Pflicht und werden alles dafür tun unser Klima wo immer möglich zu schonen.”

Marco Krasser (Geschäftsführer SWW Wunsiedel GmbH)

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