Die Landärzte vor ihrem Haus in Schwante Die Landärzte vor ihrem Haus in Schwante
Ärztemangel gibt’s hier nicht

Junge Hausärzte ziehen aufs Land

Prof. Dr. Ulrich Schwantes ist einer der viel zu wenigen Hausärzte in Brandenburg. Er war Universitätsprofessor an der Berliner Charité und lehrt heute an der medizinischen Hochschule Brandenburg. Jungen Mediziner*innen macht er das Leben als Landarzt schmackhaft.

Die Hausarztpraxis betreut bis zu 9.000 Patienten im Jahr

Im brandenburgischen Schwante heißt der Hausarzt Schwantes. Ein lustiger Zufall. Denn eigentlich stammt Prof. Dr. Ulrich Schwantes aus dem Ruhrgebiet. Auf Umwegen kam er nach Schwante und eröffnete hier vor zwölf Jahren entgegen aller Trends die erste Hausarztpraxis des Dorfes. Die ist schnell gewachsen und betreut heute bis zu 9.000 Patienten im Jahr. Ulrich Schwantes war gleichzeitig Universitätsprofessor an der Berliner Charité und ist es jetzt an der medizinischen Hochschule Brandenburg. Immer wieder holt er junge Mediziner*innen in die Gegend und setzt so ein Zeichen gegen den Mangel an Ärzten und Ärztinnen.

Hausarztsein ist die Königsdisziplin im Gesundheitswesen

Für Prof. Dr. Ulrich Schwantes ist das Hausarzt sein die Königsdisziplin im Gesundheitswesen. Ein Landarzt muss irgendwie jedes Krankheitsbild auf dem Schirm haben, betreut jung und alt und ist für jede*n Dorfbewohner*in Ansprechpartner Nummer eins, wenn‘s mal nicht so gut geht. Ja, die Arbeit ist oft anstrengend, aber der 69-Jährige hat sich bewusst dafür entschieden. Die Dankbarkeit seiner Patienten und die Abwechslung machen den Beruf für ihn so besonders. Das möchte er auch seinen Medizinstudenten vermitteln.

Dr. Schwantes im Gespräch mit seiner Patientin

Hausarztpraxis mit 9.000 Patienten

Die Praxis von Prof. Dr. Ulrich Schwantes betreut heute bis zu 9.000 Patienten im Jahr.

Prof. Dr. Ulrich Schwantes spricht mit Stefan Kinszorra, DKB

Finanzielle Beratung vom Experten

Auch eine Landarzzpraxis braucht finanzielle Beratung und Unterstützung. In diesem Fall kommt sie von DKB-Mitarbeiter Stefan Kinszorra, der hier mit Prof. Dr. Ulrich Schwantes spricht.

Empfangstresen in der Gemeinschaftspraxis Schwantes

Von der Landarztpraxis zur Gemeinschaftspraxis

Inzwischen ist die Landarzt-Praxis in Schwante eine Gemeinschaftspraxis. 2016 eröffnete Ulrich Schwantes gemeinsam mit seinen Kollegen, den Allgemeinärzten Dr. Margareta Kampmann-Schwantes und Dennis Poser so wieder hausärztlichen Internistin Miriam Schwantes ein medizinisches Zentrum, in dem neben der Gemeinschaftspraxis auch eine Apotheke, eine Praxis für Physiotherapie, eine Pflege- und Sozialstation sowie ein Schulungszentrum für Prävention zu finden sind.

Schwante als Station für Nachwuchsmediziner*innen

1998 kam Ulrich Schwantes nach Berlin, um an der Charité den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin aufzubauen. Seinen Weg dorthin markieren Stationen in der Humangenetik, in der Chirurgie, in der Inneren Medizin und schließlich in einer Hausarztpraxis in Wuppertal sowie an der Universität Düsseldorf.

Fast immer sind in Schwante Medizinstudierende anzutreffen, die hier die praktischen Abschnitte ihres Studiums absolvieren oder ihre Ausbildung zum Facharzt oder zur Fachärztin für Allgemeinmedizin abschließen. Natürlich hat sich Ulrich Schwantes auch für den Aufbau der ersten Medizinischen Hochschule Brandenburgs in Neuruppin engagiert. Im Frühjahr 2015 nahm dort der erste Jahrgang sein Studium auf.

Attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen

Inzwischen ist die Landarzt-Praxis in Schwante sogar eine Gemeinschaftspraxis, denn so manch junge*r Mediziner*in bleibt hier hängen. Und deshalb eröffnete Ulrich Schwantes 2016 gemeinsam mit seinen Kolleg*innen, den Allgemeinärzten Dr. Margareta Kampmann-Schwantes und Dennis Poser sowie seit kurzem der hausärztlichen Internistin Miriam Schwantes ein medizinisches Zentrum, in dem neben der Gemeinschaftspraxis auch eine Apotheke, eine Praxis für Physiotherapie, eine Pflege- und Sozialstation sowie ein Schulungszentrum für Prävention zu finden sind.

Ärztemangel in Brandenburg? Nicht in Schwante. Und so hat Ulrich Schwantes auch das Rezept für die Neuansiedlung von Landärzten sofort parat: attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für junge Mediziner*innen, die gern auf dem Land leben wollen, eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und dazu etwas Hilfestellung bei der Arbeitsplatzsuche für die Partner der Landärzte. Klingt eigentlich ganz einfach. Einen leidenschaftlichen Mentor hat er in seiner Aufzählung noch vergessen. So einen wie ihn – mit vielen medizinischen Erfahrungen, die ihn letztlich doch zum Ursprung des Arztberufes zurückgeführt haben.

„Die Bürgerinnen und Bürger haben uns hier ohne große Umschweife freundlich aufgenommen. Das ist wichtig für einen Landarzt. Aus der Kommunalpolitik heraus gab es ebenfalls immer nur Unterstützung. Hier möchte ich mich stellvertretend bei Peter Leys, Peter Matschke, Bernd Ostwald und Carsten Schneider bedanken. Freunde und Begleiter*innen der kirchlichen Gemeinden möchte ich genauso erwähnen wie das große Engagement der Kassenärztlichen Vereinigung. Vor allem war und ist für unseren Erfolg wesentlich unser Praxisteam mit verantwortlich: Birgitt Bickhardt, Manuela Koger, Petra Becker und Sandra Berger. Und natürlich geht all das nicht ohne finanzielle Beratung und Unterstützung. Dafür möchte ich mich bei den DKB-Mitarbeitenden in Potsdam und Cottbus bedanken.“

Prof. Dr. Ulrich Schwantes, Landarzt in Schwante, einem Ortsteil von Oberkrämer in Brandenburg

Finanzleistungen für die Sozialwirtschaft

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Mitarbeiterin der Sozialwirtschaft