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DKB Backstage: Der Weg zur Blauen Nachhaltigkeit

Autor: Luca Zander
Datum: 03.09.2021
Lesedauer: 6 Minuten

Von den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen bis zur eigenen Strategie. Gemeinsam habe ich mit unserem Experten Dr. Andreas Gruber über die Entstehungsgeschichte der Nachhaltigkeitsstrategie der DKB gesprochen. Welchen Stellenwert hat sie für die Bank und ihre Mitarbeiter*innen? Und was ist eigentlich gemeint mit „Blauer Nachhaltigkeit?“

Hallo Andreas, erzähl uns doch kurz etwas mehr über dich und was du bei der DKB machst.

Blaue Nachhaltigkeit in der DKB

Mein Name ist Andy Gruber und ich arbeite seit April 2016 bei der DKB. Vorher war ich als Unternehmensberater in unterschiedlichen Branchen tätig – immer mit einem politischen Fokus. Politik hat mich schon immer sehr interessiert, vor allem die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf Unternehmen. Darum habe ich nach meiner Beraterzeit einen Job gesucht, der meine Interessen für Wirtschaft und Politik verbindet. Bei der DKB bin ich dann mit dem Schwerpunkt Public Affairs eingestiegen und kümmere mich seitdem vor allem um den Austausch mit Politik, Ministerien sowie Parlamentarier*innen. Hier ist mir schnell klar geworden, dass Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle auf der politischen Agenda spielt. Darum ist es auch wichtiger denn je, sich als Bank in dieser Frage klar politisch zu positionieren. Daher haben wir das Thema mit in unseren Fachbereich aufgenommen.

So bin ich Leiter des Teams für Public Affairs und Nachhaltigkeit geworden. Spannend ist, dass eine solche Funktion bis dahin in der Finanzbranche noch nicht existierte. Für mich und meine mittlerweile 10 Mitarbeiter*innen hieß das vor allem: Eigeninitiative zeigen und eine passende Strategie erarbeiten.

Wie definiert die DKB überhaupt Nachhaltigkeit und welche Bedeutung hat das Thema für uns?

Nachhaltigkeit ist in meinen Augen nicht nur Ausdruck von Zeitgeist und ein Zug, auf den wir als Bank mit aufspringen. Nachhaltigkeit ist praktisch schon immer Teil unserer DKB-DNA. Ich würde sagen, sie ist ein Stück weit auch das Fundament, auf dem wir stehen. Unser früherer CEO hat einmal gesagt: „Die DKB finanziert nur das, was der Mensch zum Leben braucht.” Dieser Satz ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben, weil er letztlich eine großartige Definition dessen ist, was wir heute Blaue Nachhaltigkeit nennen. Bei dieser Auffassung von Nachhaltigkeit geht es darum, sich als Bank bewusst zu sein, wo Finanzströme hingelenkt werden und welche Auswirkungen das für die Gesellschaft hat. Dazu kommt, dass nicht viele Finanzunternehmen nachweislich von sich behaupten können, dieses wichtige Thema bei sich implementiert zu haben. Wenn ich auf die Top-20-Banken in Deutschland schaue, sind wir unter ihnen belegbar die nachhaltigste Bank. Darauf können wir stolz sein! Morgens mit einem guten Gefühl zur Arbeit zu gehen, weil man für ein Unternehmen arbeitet, das mit seinen Projekten nachhaltig etwas verändert, ist einfach wunderbar. Es motiviert mittlerweile nicht nur mich und mein Team, sondern alle Mitarbeiter*innen in der DKB. Ich finde, das ist etwas sehr Schönes.

Nachhaltigkeit privat: Andy Gruber unterwegs mit dem Fahrrad

Erzähl uns doch ein wenig mehr zur Entstehungsgeschichte der Nachhaltigkeitsstrategie der DKB.

Es ist richtig und wichtig, sich als Bank aufzuschreiben, was man selber unter Nachhaltigkeit versteht und wo wir hier unsere eigene Rolle sehen. Offengesagt: Vor unserer Strategie hatten wir keine konkreten Nachhaltigkeitsziele, was es natürlich unheimlich schwer macht, sich weiterzuentwickeln. Ambitionierte Ziele sind wichtig, weil das Thema eine unglaubliche Relevanz hat - nicht nur für uns als Unternehmen, sondern auch für jede*n von uns als Individuum. Also haben wir – angelehnt an die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen – gemeinsam mit vielen Kolleg*innen aus unterschiedlichsten Bereichen der Bank das Konzept der Blauen Nachhaltigkeit formuliert.

Dabei war uns wichtig, sich nicht nur auf Umwelt und Klima zu fokussieren, sondern vor allem auch auf die soziale Komponente von Nachhaltigkeit. Wie schon gesagt: Das war ohnehin immer Teil unserer DKB-Kultur und sollte deshalb auch Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsverständnisses werden. Wir vergeben besonders viele Kredite für Sozialeinrichtungen, haben z.B. schon 1050 Kitas und Schulen finanziert. Außerdem engagieren wir uns über unsere DKB Stiftung selbst für die Gesellschaft. Letztlich sind wir ja eine der großen Banken in Deutschland und können mit den Stärken, die wir haben, eine Menge bewegen. Die Nachhaltigkeitsstrategie hat viel Bewegung und Fokus in die Sache gebracht. Allerdings will ich auch ganz transparent sein:  Zu 100% nachhaltig sind wir heute noch nicht – und das ist auch nicht unser Ziel. Und: In bestimmten Kernprozessen der Bank ist das Thema noch nicht so stark präsent wie in anderen Unternehmensbereichen, daher möchten wir die Kolleg*innen hier noch stärker einbinden.

Welche Rolle haben die Mitarbeiter*innen in dieser Entstehungsgeschichte gespielt?

Oh, das ist eine gute Frage. Prinzipiell hätte unser Vorstand natürlich einfach ein paar Nachhaltigkeitsziele vorgeben können. Das Problem dabei ist, dass jede*r eine eigene Auffassung von dem Thema hat. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Strategie auf diese Weise von den Kolleg*innen nicht angenommen worden wäre. Deshalb wollten wir als Team Public Affairs/Nachhaltigkeit gemeinsam mit dem Vorstand und Kolleg*innen aus sämtlichen Fachbereichen eine ganz eigene Definition von Nachhaltigkeit entwickeln. Achtsamkeit spielte dabei eine große Rolle, denn mit so vielen Menschen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, ist nicht immer leicht. Aber zusammen haben wir es am Ende doch geschafft: Mit 83 Kolleg*innen aus 16 Unternehmensbereichen, haben wir in 190 Tagen unsere Blaue Nachhaltigkeit von Anfang bis Ende in Eigenregie aufgesetzt. Als besonders inspirierend habe ich empfunden, dass keine*r mit einer negativen Haltung in die Konzeption ging. Während des Entstehungsprozesses waren alle hoch motiviert und konnten sich jeden Tag ein Stück mehr mit unserer Strategie identifizieren.

Welche Rolle spielt der #geldverbesserer in unserer Nachhaltigkeitsstrategie?

Ich bezeichne die #geldverbesserer-Kampagne gerne als das „kommunikative Frontend“ unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Sie funktioniert wunderbar nach außen, aber mindestens genauso stark ist ihre Strahlkraft nach innen. Es ist einfach ein schönes Gefühl zu sehen, wie viele unserer Mitarbeiter*innen mit Stolz ihren #geldverbesserer-Hoodie tragen oder ihre Abwesenheitsnotizen mit „Liebe #geldverbesserer, …“ einleiten. Ich würde sagen, die Kampagne ist für jede*n von uns zu einer Art Selbstdefinition geworden. Sie verleiht dem, was wir tun, Substanz.

Du hast zwar schon viele Aspekte genannt, trotzdem möchte ich dich einmal etwas konkreter fragen: Welche Erfolge konntet ihr aus deiner Sicht bis jetzt feiern?

Erfolge sind natürlich super für die eigene Motivation, da kann ich auf jeden Fall einige nennen. Zum einen würde ich sagen, dass die tiefe Verankerung von Nachhaltigkeit in unserem Handeln schon ein großer Erfolg an sich ist. Wir haben das Thema Nachhaltigkeit aus der Nische geholt und für viele Menschen leichter zugänglich gemacht. Wenn wir auf konkrete Zahlen schauen, haben, wie schon erwähnt, 83 Mitarbeiter*innen an unserer Nachhaltigkeitsstrategie mitgearbeitet – beachtlich, oder? Dazu kommen 115 Teilnehmer*innen an unserem ersten Fachtag für Nachhaltigkeit und 130 Mitarbeitende, die bei unserem Auftakt des Sustainable-Finance-Board Anfang 2021 dabei waren. Ein weiterer Erfolg ist unser „Röntgen-Bild unseres Kreditbuchs", bezogen auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Mit dem sogenannten SDG-Mapping können Unternehmen herausfinden, inwiefern sie sich in ihrem Handeln an den Sustainable Development Goals orientieren. Bei diesem Vorgehen haben wir eine 78-prozentige Übereinstimmung feststellen können. Das gibt uns nicht nur Transparenz, sondern verleiht unserer Arbeit mehr Bedeutung. Etwas weiter gegriffen, ist meiner Meinung nach auch die interne Resonanz ein riesiger Erfolg. Es gibt beispielsweise keinen Strategietag, keinen Kund*innengruppentag und kein Onboarding-Event mehr ohne das Thema Nachhaltigkeit. Wir sind mittlerweile Bestandteil fast aller Meetingformate der DKB geworden. Dadurch kommen unsere Kolleg*innen immer wieder an dem Thema vorbei. Zu guter Letzt ist natürlich auch die #geldverbesserer-Kampagne ein großer Erfolg, dafür wurden wir sogar mit dem Politik-Award der Quadriga Hochschule ausgezeichnet. 

Gibt es aktuelle Projekte, von denen du uns schon etwas verraten möchtest?

Wir haben mit dem BLUE PROJECT ein großes neues Nachhaltigkeitsprojekt gestartet. „Vom Sonnendeck in den Maschinenraum der DKB”, sagen wir immer gerne. Mit diesem auf 2 Jahre angelegten Projekt möchten wir Nachhaltigkeit in wesentliche Kernprozesse der Bank bringen. Das ist zum einen das Risikomanagement, aber auch die Kreditvergabe und viele weitere Bereiche. Ich freue mich riesig, unser Vorhaben gemeinsam mit den Kolleg*innen umsetzen zu können. Neben dieser spannenden Entwicklung streben wir auch eine Überarbeitung unserer Nachhaltigkeitsstrategie an. Kaum ist sie zwei Jahre alt, wird sie wieder fortgeschrieben. (Lacht.) Aber so ist das im Leben und das ist auch gut so.

Im Beitrag unserer Kolleg*innen von finanzwissen.dkb.de hast du bereits die Relevanz des Nachhaltigkeitsthemas für die Gesellschaft herausgestellt. Glaubst du Nachhaltigkeit wird in Zukunft auch ein entscheidender Faktor im „War for Talents“?

Absolut! Wenn ich sehe, wie viele junge Menschen bei Fridays for Future auf die Straße gehen und für ihre Werte einstehen, bin ich immer wieder begeistert. Sie engagieren sich schon sehr früh und wachsen mit dem Thema auf. Auch in unseren Bewerbungen und bei den Onboarding-Events merkt man, dass das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor geworden ist. Es macht eben doch einen Unterschied, für welche Bank man arbeitet. Ich hoffe, dass in Zukunft unsere Blaue Nachhaltigkeit noch stärker nach außen strahlt, damit noch mehr potenzielle Bewerber*innen von unserem Nachhaltigkeitsverständnis erfahren. Vielleicht werden sie sogar inspiriert von der Arbeit, die wir hier leisten.


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