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Wo andere über steigende Strompreise schimpfen, lachen sich die SonnenBurg-Mieter ins Fäustchen. Ihren Sonnenstrom beziehen sie über zwanzig Jahre zum Festpreis und liegen damit immer unter dem günstigsten Netzstrom-Tarif. SonnenBurg ist der treffende Titel für ein großflächig angelegtes Energiewende-Projekt der Stadtwerke Burg und der Burger Wohnungsbaugenossenschaft. Zusätzlich können sich die Mieter mit einem Bürgersparbrief finanziell an der SonnenBurg beteiligen und so neben günstigem Strom auch noch eine kleine Rendite einfahren.​

„Uns treibt die Frage um, wie wir die Bürger in die Energiewende einbinden können“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse. „Dieses Projekt ist eine Lösung, die unserer Stadt zu Gute kommt. Die Stadtwerke investieren nicht irgendwo in erneuerbare Energien, sondern in Burg. Die Mieter nutzen sauberen Strom, der in ihrem direkten Lebensumfeld produziert wird. Und sie zahlen sogar weniger als für konventionellen Strom.“

Auf 12 Mehrfamilienhäusern sind 35 Photovoltaik-Anlagen installiert. 230 Mietparteien können so vom Sonnenstrom profitieren – und zwar entsprechend ihres Verbrauches. Möglich machen das so genannte Smart Meter, die in Echtzeit den Sonnenstrom-Verbrauch der einzelnen Nutzer messen und ihn ihrer Abrechnung zuordnen.

Bisher war die Sonnenstrom-Nutzung vom Dach obendrüber nur für Eigenheim-Besitzer möglich. Statt eines Strompreises tilgen sie Stück für Stück ihre Investitionskosten. Auf zwanzig Jahre gerechnet liegen sie unter dem üblichen Strompreis. Im neuen Mieterstrom-Modell der Stadtwerke Burg haben die Mieter mit den Investitionen nichts zu tun. Sie zahlen stattdessen einen Sonnenstrompreis, der auf zwanzig Jahre gerechnet ebenfalls unter dem Netzstrompreis liegt. Die Relevanz für die Energiewende ist erheblich: 216.695 Kilogramm Kohlendioxid werden jährlich eingespart.

Entsprechend hohe Wellen schlägt das Mieterstrom-Modell. 2016 gewann das Projekt SonnenBurg den Deutschen Solarpreis der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar). Im Wettbewerb um die Energy Awards der Zeitung Handelsblatt waren die Stadtwerke nominiert.

Die Stadtwerke Burg wollen ihre Aktivitäten nun auf den gesamten Landkreis Jerichower Land ausweiten. Zahlreiche Lösungen bieten sie auch für Gewerbetreibende und Kommunen an. Entgegen des üblichen Geschäftsmodells eines Energieversorgers gehen sie sogar mit konkreten Einspar-Lösungen auf ihre Kunden zu. Dr. Alfred Kruse versteht die Stadtwerke Burg eben eher als Managerin für die ganz persönliche Energiewende ihrer Kunden.

„Die DKB ist für uns wegen ihrer Vorreiter-Rolle bei der Finanzierung von Bürger-Energie-Projekten erste Wahl gewesen. Und dieses Image hat sich in der Zusammenarbeit auch immer wieder bestätigt.“

Dr. Alfred Kruse, Geschäftsführer der Stadtwerke Burg GmbH