Wie handle ich mit Zertifikaten?
Was macht der Market Maker?
Wenn du Aktien verkaufst, dann handelst du direkt mit anderen Anleger*innen, die diese Aktien gerade kaufen wollen, und umgekehrt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das funktioniert nur, wenn ein Wertpapier häufig gehandelt wird. Zertifikate haben meist keine ausreichende Markttiefe. Deshalb gibt es den Market Maker, der sicherstellt, dass du das Zertifikat jederzeit kaufen und verkaufen kannst, indem er fortlaufend Kauf- und Verkaufskurse stellt.
Rückblick: Die Lehman-Zertifikate
Bis zur Finanzkrise galt das Insolvenzrisiko bei Zertifikaten als reine Theorie. Dann kam die Pleite der Bank Lehman Brothers. Rund 50.000 Anleger*innen in Deutschland verloren ihr Geld, die Anlageklasse ihren guten Ruf. Es folgten Jahre mit extrem niedrigen Zinsen und stark steigenden Aktienkursen, die eine direkte Investition attraktiver machten.
Seitdem die Zinsen wieder steigen, und Aktienbewertungen stärker schwanken, erhalten gerade Zertifikate mit Kapitalschutz wieder Auftrieb. Banken haben außerdem mittlerweile eine höhere rechtliche Verantwortung, ihre Kund*innen umfassend über die Zertifikatsbedingungen und Risiken der Anlageklasse aufzuklären. Verbraucherzentralen raten gut informierten Investor*innen nicht mehr grundsätzlich vom Kauf ab, weisen aber regelmäßig auch auf weniger risikobehaftete Investments hin.
Welche Arten von Zertifikaten gibt es?
| Kurserwartung | Kapitalschutz | Bonus | Faktor |
|---|---|---|---|
| stark fallend | + | - | + |
| leicht fallend | + | + | - |
| stagnierend | + | + | - |
| leicht steigend | + | + | - |
| stark steigend | - | + | + |


