Das Wichtigste in Kürze
Bevor du mit dem Aufbau eines Portfolios beginnst, solltest du deine Ziele kennen: Möchtest du deine Rentenlücke schließen, Vermögen aufbauen oder suchst du eine Möglichkeit zum Inflationsausgleich?
Aktien im Portfolio beeinflussen das Risiko deiner Geldanlage. Sie schwanken stärker als viele andere Anlageklassen wie Anleihen, bieten dafür aber langfristig oft höhere Renditechancen. Welche Mischung für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viel Risiko du eingehen möchtest.
Bei der Aufteilung deines Portfolios kannst du durch Streuung (Diversifikation) dein Risiko senken.
1. Spareinlagen, Anleihen oder Aktien: Was ist ein Portfolio?
Gut zu wissen: Portfolio = Aktien?
Beim Aufbau eines Portfolios spielen Aktien häufig eine Rolle. Zwingend nötig ist das aber nicht: Du könntest dir beispielsweise ein Portfolio aufbauen, das lediglich Anleihen, Festgeld und Immobilienanteile beinhaltet – je nach Begriffsdefinition. Ebenso kannst du ein reines Aktien-Portfolio zusammenstellen, das andere Anlageklassen ausschließt. Oft ist eine Mischung empfehlenswert.
2. Grundlagen: Was gibt es vor dem Portfolioaufbau zu tun?
Was sind deine finanziellen Ziele?
Möchtest du kurzfristig Geld anlegen und jederzeit zur Hand haben? Dann ist ein Tagesgeldkonto eine unkomplizierte Möglichkeit, auch wenn die Rendite niedriger ausfällt. Die schnelle, sichere Verfügbarkeit steht im Vordergrund.
Du möchtest Geld für einen kurzen Zeitraum gewinnbringend anlegen und brauchst in der Zeit keinen Zugriff darauf? Dann könnte Festgeld die passende Wahl für dich sein. Die Laufzeit kann zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren liegen. Aktien machen hierbei üblicherweise nur einen kleinen Anteil aus, da die Kursschwankungen aufgrund der kurzen Laufzeit nicht so gut ausgeglichen werden können.
Sparst du über fünf, zehn oder sogar fünfzehn Jahre? Ein gewisser Anteil Aktien im Portfolio kann sinnvoll sein. Stabile Anlageklassen können das Kursschwankungsrisiko von Aktien ausgleichen.
Möchtest du langfristig Vermögen aufbauen, zum Beispiel um deine Rentenlücke zu schließen? Da Kursschwankungen über die Jahrzehnte weniger ins Gewicht fallen, kann dein Portfolio Aktien in größerem Umfang enthalten. Um das Risiko zu streuen, könnten Aktienfonds oder Aktien-ETFs, die in über 1.000 Unternehmen investieren, infrage kommen.
Wie groß ist deine Risikobereitschaft?
Welcher Zeitpunkt ist für den Aufbau eines Portfolios günstig?
Wie viel Geld solltest du investieren – und wie?
Tipp: Notgroschen nicht vergessen!
Finanzexpert*innen empfehlen mindestens drei bis sechs Nettomonatsgehälter als Notgroschen beiseitezulegen – und zwar so, dass das Geld im Notfall jederzeit verfügbar ist, beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto. Erst danach solltest du dich einem Portfolioaufbau mit Aktien widmen.
3. Schritt für Schritt: Wie stellt man ein Portfolio zusammen?
So legst du deine Aktienquote fest
Faustregel für die Gewichtung von Aktien im Portfolio
Aktienquote = 110 – Lebensalter
Diese Regel zielt darauf ab, dass Kursschwankungen von Aktien weniger ins Gewicht fallen, je länger dein Anlagehorizont ist. Die Aktienquote sinkt daher mit zunehmendem Alter.
Beispiel: Bist du 35 Jahre alt, beträgt deine Aktienquote nach dieser Regel 75 Prozent.
Beachte aber, dass diese Faustregel bestenfalls eine Orientierungshilfe ist. Früher wurde mit der Regel „100 minus Lebensalter“ gerechnet, heute empfehlen einige Quellen durch die steigende Lebenserwartung und Nullzinsen bei Anleihen 120 als Grundlage zu nutzen.
Ein besseres Gefühl für dein optimales Aktien-Portfolio bekommst du, wenn du die grundlegenden Fragen am Anfang dieses Artikels durcharbeitest.
Warum ist Diversifikation so wichtig?
Beispiel: Portfolio diversifizieren
Anna investiert 10.000 Euro in den Technologiesektor. Eric entscheidet sich, sein Geld zu jeweils 2.500 Euro auf die vier Bereiche Technologie, Gesundheitswesen, Industrie und Versorgungswirtschaft aufzuteilen.
Der Technologiesektor erfährt einen Kurseinbruch um 30 Prozent.
Annas Portfolio ist jetzt nur noch 7.000 Euro wert.
Eric muss hingegen einen geringeren Verlust hinnehmen: Sein Portfolio ist noch 9.250 Euro wert (Verlust: 30 Prozent von 2.500 Euro).
Auf der anderen Seite gilt natürlich: Steigt der Kurs im Technologiesektor um 30 Prozent, verzeichnet Anna einen Gewinn von 3.000 Euro – Eric gewinnt hingegen nur 750 Euro.
Überblick: So baust du dein Portfolio auf
Ziele, Risikobereitschaft, Anlagesumme und Zeitpunkt klären
Anlageklassen auswählen
Aktienquote für deine Portfolio-Aufteilung festlegen
Diversifizierung beachten
Geldsumme oder Sparquote prozentual auf die gewünschten Produkte aufteilen
4. Was passiert nach dem Aufbau des Portfolios?
Gut zu wissen: Was ist Rebalancing
Beim Rebalancing nimmst du eine neue Gewichtung deines Portfolios vor: insbesondere Aktien können im Laufe eines Jahres stark an Wert gewinnen oder verlieren. Hast du dich beispielsweise für eine Aktienquote von 50 Prozent entschieden, kann es passieren, dass der Anteil deines Gesamtvermögens, der in Aktien investiert ist, aufgrund guter Kursentwicklung am Ende des Jahres auf 60 Prozent gestiegen ist.
Damit Aktien weiterhin 50 Prozent deines Portfolios ausmachen, müsstest du nun einen Teil davon verkaufen und den Gewinn auf andere Anlageklassen verteilen.
Umzug mit höheren oder geringeren Mietkosten/Kreditraten
Familienzuwachs
Jobwechsel oder Jobverlust
Gehaltserhöhung
Heirat mit eventuellen Steuervorteilen
Erbe


