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Portfolio aufbauen: Tipps für Einsteiger

So gelingt der Portfolioaufbau: Ziele definieren, Strategie aufstellen und Aktienquote festlegen. Lerne, wie du mit deinem Portfolio startest.

Juli 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Bevor du mit dem Aufbau eines Portfolios beginnst, solltest du deine Ziele kennen: Möchtest du deine Rentenlücke schließen, Vermögen aufbauen oder suchst du eine Möglichkeit zum Inflationsausgleich?

  • Aktien im Portfolio beeinflussen das Risiko deiner Geldanlage. Sie schwanken stärker als viele andere Anlageklassen wie Anleihen, bieten dafür aber langfristig oft höhere Renditechancen. Welche Mischung für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viel Risiko du eingehen möchtest.

  • Bei der Aufteilung deines Portfolios kannst du durch Streuung (Diversifikation) dein Risiko senken.

1. Spareinlagen, Anleihen oder Aktien: Was ist ein Portfolio?

Grundlage für den Aufbau eines Portfolios ist eine Strategie, die deine persönlichen finanziellen Ziele, deine Risikobereitschaft und deinen Anlagehorizont berücksichtigt. Wir zeigen, wie sich ein Aktien-Portfolio aufbauen lässt und wie du die Aufteilung deines Portfolios festlegst.
Ein Portfolio ist die Sammlung aller Geldanlagen – zum Beispiel Investitionen in Aktien oder ETFs, aber auch Anleihen, Immobilien und sogar Spareinlagen wie Tages- oder Festgeld. Wertpapiere wie ETFs oder Aktien im Portfolio werden mithilfe eines Depots verwaltet. Andere Geldanlagen wie das Tagesgeld sind an ein Bankkonto gebunden. Edelmetalle kannst du sogar in rein physischer Form halten ebenso wie Immobilien. Zusammen ergeben all diese Bestandteile dein Portfolio.

Gut zu wissen: Portfolio = Aktien?

Beim Aufbau eines Portfolios spielen Aktien häufig eine Rolle. Zwingend nötig ist das aber nicht: Du könntest dir beispielsweise ein Portfolio aufbauen, das lediglich Anleihen, Festgeld und Immobilienanteile beinhaltet – je nach Begriffsdefinition. Ebenso kannst du ein reines Aktien-Portfolio zusammenstellen, das andere Anlageklassen ausschließt. Oft ist eine Mischung empfehlenswert.

2. Grundlagen: Was gibt es vor dem Portfolioaufbau zu tun?

Vor dem Aufbau eines Portfolios gibt es einige Grundlagen zu klären. Insbesondere das finanzielle Ziel des Portfolios, die eigene Risikobereitschaft, den Zeitpunkt der Geldanlage und die Summe, die investiert werden soll. Es gibt vier Fragen, die dir beim Portfolioaufbau helfen.

Was sind deine finanziellen Ziele?

Jedes Portfolio ist individuell – die Zusammenstellung richtet sich danach, was du damit erreichen möchtest:
  • Möchtest du kurzfristig Geld anlegen und jederzeit zur Hand haben? Dann ist ein Tagesgeldkonto eine unkomplizierte Möglichkeit, auch wenn die Rendite niedriger ausfällt. Die schnelle, sichere Verfügbarkeit steht im Vordergrund.

  • Du möchtest Geld für einen kurzen Zeitraum gewinnbringend anlegen und brauchst in der Zeit keinen Zugriff darauf? Dann könnte Festgeld die passende Wahl für dich sein. Die Laufzeit kann zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren liegen. Aktien machen hierbei üblicherweise nur einen kleinen Anteil aus, da die Kursschwankungen aufgrund der kurzen Laufzeit nicht so gut ausgeglichen werden können.

  • Sparst du über fünf, zehn oder sogar fünfzehn Jahre? Ein gewisser Anteil Aktien im Portfolio kann sinnvoll sein. Stabile Anlageklassen können das Kursschwankungsrisiko von Aktien ausgleichen.

  • Möchtest du langfristig Vermögen aufbauen, zum Beispiel um deine Rentenlücke zu schließen? Da Kursschwankungen über die Jahrzehnte weniger ins Gewicht fallen, kann dein Portfolio Aktien in größerem Umfang enthalten. Um das Risiko zu streuen, könnten Aktienfonds oder Aktien-ETFs, die in über 1.000 Unternehmen investieren, infrage kommen.

Hast du deine Ziele und deinen Anlagehorizont einmal definiert, gilt es zu entscheiden, bis wann du welche Summe erreichen möchtest. Daraus kannst du errechnen, wie viel Rendite du erzielen musst. Das wiederum gibt dir einen Hinweis darauf, wie groß der Anteil an Aktien in deinem Portfolio sein sollte. ETFs wie etwa der MSCI World haben in den letzten 30 Jahren eine durchschnittliche Rendite von knapp acht Prozent erzielt. Die Rendite kann in Zukunft allerdings niedriger ausfallen, da die historische Rendite keine Garantie für zukünftige Gewinne ist.

Wie groß ist deine Risikobereitschaft?

Deine wahre Risikobereitschaft wirst du vermutlich erst herausfinden, wenn du mit deinem Portfolio den Anfang machst. In der Theorie lässt sich nämlich leicht sagen, dass man das Risiko nicht scheut – doch hält diese Einstellung, wenn du im Depot die ersten (völlig normalen) Kursschwankungen siehst?
Grundlegend gilt: Je risikoreicher eine Geldanlage ist, desto größer ist auch das Renditepotenzial – auch wenn es gerade bei Aktien keine Garantien gibt. Tages- oder Festgeld bringen meist nur geringe Zinsen, können jedoch – zumindest teilweise – einen gewissen Inflationsschutz bieten. Zudem bieten sie eine vergleichsweise hohe Kapitalsicherheit, wenn auch keine absolute Garantie. In Phasen von Negativzinsen mussten Anleger*innen bei einigen Banken sogar Strafzinsen auf ihre Einlagen zahlen.
Ein reines Aktien-Portfolio funktioniert nach einer anderen Logik: Hier gibt es keine Kapitalgarantie. Der Wert deiner Anlage kann zwischenzeitlich deutlich schwanken oder sinken. Im Gegenzug bieten Aktien historisch betrachtet jedoch das größte langfristige Renditepotenzial aller gängigen Anlageklassen.

Checkliste

Diese Geldanlagen können für den Portfolioaufbau interessant sein:

  • Tages- und Festgeld (keine Schwankungen, über die Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt)

  • Bausparverträge oder Immobilienanteile, z. B. über Fonds (relativ geringe Schwankungen)

  • Anleihen ( i. d. R. geringere Schwankungen als Aktien, stark abhängig vom konkreten Wertpapier)

  • ETF- oder Aktienfonds (langfristig mittlere Schwankungen)

  • Einzelaktien (starke Schwankungen, stark abhängig vom konkreten Wertpapier)

  • Rohstoffe und Edelmetalle (unterschiedlich hohes Risiko, je nach Art)

  • Kryptowährungen (gelten als hochriskante bzw. spekulative Geldanlage)

TIPP

Worin sich die meisten Expert*innen einig sind, ist, wie man ein Portfolio erstellen sollte: nämlich indem man einen risikoarmen und einen risikoreicheren Teil einbauen sollte. Wie du die Gewichtung gestaltest, hängt wiederum von deiner Risikobereitschaft ab.

Welcher Zeitpunkt ist für den Aufbau eines Portfolios günstig?

„Time in the market beats timing the market“ – so lautet eine wichtige Weisheit zum Thema Portfolioaufbau. Übersetzt bedeutet sie in etwa: Wie lange du in den Markt investierst, ist wichtiger als der perfekte Zeitpunkt der Investition.
Wer mit seinem Portfolio noch am Anfang steht, ist oft versucht, auf niedrige Kurse der Lieblingsaktien zu warten, um dann zu investieren. Die Erfahrung über die Jahrzehnte zeigt, dass dieser Versuch oft fehlschlägt und zu verpassten Gelegenheiten führt. Eine lange Anlagezeit zahlt sich hingegen zuverlässiger aus. Beginne daher so früh wie möglich mit dem Aufbau deines Portfolios.

Wie viel Geld solltest du investieren – und wie?

Eine solide Finanzplanung zeigt genau, wie viel Geld zum Investieren zur Verfügung steht. Dazu verschaffst du dir einen Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben und legst fest, welche Sparquote du anstrebst – zum Beispiel nach der 50-30-20-Regel.
Dieses Geld kann dann in monatliche Sparpläne fließen – etwa in Investmentfonds – oder du kaufst einzelne Aktien für dein Portfolio, wenn du genug Geld zur freien Verfügung hast.

Tipp: Notgroschen nicht vergessen!

Finanzexpert*innen empfehlen mindestens drei bis sechs Nettomonatsgehälter als Notgroschen beiseitezulegen – und zwar so, dass das Geld im Notfall jederzeit verfügbar ist, beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto. Erst danach solltest du dich einem Portfolioaufbau mit Aktien widmen.

Und wenn du eine größere Summe auf einmal investieren möchtest? Auch hier ist es grundsätzlich sinnvoll, eher früher als später zu investieren. Um das Risiko zu vermindern, dass du einen schlechten Tag mit schlechten Kursen erwischst, kannst du die Summe beispielsweise auf drei Tranchen aufteilen und über einen Zeitraum von drei Monaten investieren.

3. Schritt für Schritt: Wie stellt man ein Portfolio zusammen?

Beim Aufbau eines Portfolios entscheidest du dich für die gewünschten Anlageklassen, legst deine Aktienquote fest und wählst dann, wie du dein Portfolio diversifizieren möchtest.
Einen groben Überblick über die verschiedenen Anlageklassen hast du bereits erhalten. Da Aktien im Portfolio zu den risikoreichsten Anlagen gehören, stellt sich direkt die Frage nach dem Aktienanteil.

So legst du deine Aktienquote fest

Für den Anteil an Aktien in deinem Portfolio gibt es eine grobe Faustregel:

Faustregel für die Gewichtung von Aktien im Portfolio

Aktienquote = 110 – Lebensalter

Diese Regel zielt darauf ab, dass Kursschwankungen von Aktien weniger ins Gewicht fallen, je länger dein Anlagehorizont ist. Die Aktienquote sinkt daher mit zunehmendem Alter.

Beispiel: Bist du 35 Jahre alt, beträgt deine Aktienquote nach dieser Regel 75 Prozent.

Beachte aber, dass diese Faustregel bestenfalls eine Orientierungshilfe ist. Früher wurde mit der Regel „100 minus Lebensalter“ gerechnet, heute empfehlen einige Quellen durch die steigende Lebenserwartung und Nullzinsen bei Anleihen 120 als Grundlage zu nutzen.

Ein besseres Gefühl für dein optimales Aktien-Portfolio bekommst du, wenn du die grundlegenden Fragen am Anfang dieses Artikels durcharbeitest.

Warum ist Diversifikation so wichtig?

Dein Portfolio zu diversifizieren bedeutet, dass du dein Geld auf unterschiedliche Vermögenswerte aufteilst. Das erinnert an das Sprichwort, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen sollte. Durch diese Streuung auf verschiedene „Körbe“ reduzierst du dein Risiko, Verluste zu machen.

Checkliste

Du kannst auf unterschiedliche Arten diversifizieren:

  • Diversifikation über Anlageklassen: Du mischst risikoärmere Anlageklassen wie Festgeld mit risikoreicheren Anlagen wie Aktien.

  • Diversifikation über Branchen: Du kaufst für dein Portfolio Aktien aus verschiedenen Branchen, beispielsweise aus dem Gesundheitswesen, dem Technologiesektor oder aus dem Bereich Industrie.

  • Regionale Diversifikation: Du investierst in Vermögenswerte aus unterschiedlichen Teilen der Welt, etwa aus den USA, Europa oder Schwellenländern.

  • Diversifikation über Laufzeiten: Du kombinierst Investments mit unterschiedlichen Laufzeiten – zum Beispiel kurzfristige Festgelder mit langfristigen Anleihen oder Aktien-ETFs. So bleibst du flexibel und reduzierst das Risiko, zum falschen Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

  • Diversifikation über den Zeitpunkt (Währenddessen): Du investierst nicht alles auf einmal, sondern verteilst deine Käufe über einen längeren Zeitraum – etwa durch einen monatlichen Sparplan. Diese Strategie wird auch als Cost-Averaging bezeichnet und schützt dich vor ungünstigen Einstiegszeitpunkten.

  • Diversifikation über Währungen: Du investierst in Vermögenswerte, die in verschiedenen Währungen notiert sind, z. B. in US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken. Das reduziert das Risiko, das durch Schwankungen einzelner Währungen entsteht.

  • Diversifikation über Unternehmensgrößen: Du mischst Aktien von großen, etablierten Unternehmen (Large Caps) mit denen von mittleren (Mid Caps) oder kleineren Unternehmen (Small Caps), die oft höhere Wachstumschancen, aber auch ein höheres Risiko bieten.

Eine Möglichkeit, sehr breit zu streuen, ist der Aufbau eines ETF-Portfolios. Auch Aktienfonds helfen beim Diversifizieren. In unserem Ratgeber erfährst du mehr über die verschiedenen Arten von Fonds.
Wichtig: Achte beim Aufbau deines Portfolios darauf, ein unbeabsichtigtes Klumpenrisiko zu vermeiden. Wenn du beispielsweise in den MSCI World investierst – einen ETF, der über 1.300 Aktien aus 23 Industrieländern enthält, dann hältst du zu über 70 Prozent Aktien aus den Vereinigten Staaten.
Würdest du jetzt zusätzlich auf den S&P 500 setzen, der Aktien der größten US-amerikanischen Unternehmen enthält, erreichst du dadurch keine weitere Diversifizierung, sondern im Gegenteil ein höheres Risiko: Sollten in den USA die Kurse abstürzen, trifft es dich gleich doppelt.

Beispiel: Portfolio diversifizieren

Anna investiert 10.000 Euro in den Technologiesektor. Eric entscheidet sich, sein Geld zu jeweils 2.500 Euro auf die vier Bereiche Technologie, Gesundheitswesen, Industrie und Versorgungswirtschaft aufzuteilen.

Der Technologiesektor erfährt einen Kurseinbruch um 30 Prozent.

  • Annas Portfolio ist jetzt nur noch 7.000 Euro wert.

  • Eric muss hingegen einen geringeren Verlust hinnehmen: Sein Portfolio ist noch 9.250 Euro wert (Verlust: 30 Prozent von 2.500 Euro).

Auf der anderen Seite gilt natürlich: Steigt der Kurs im Technologiesektor um 30 Prozent, verzeichnet Anna einen Gewinn von 3.000 Euro – Eric gewinnt hingegen nur 750 Euro.

Überblick: So baust du dein Portfolio auf

So kannst du in fünf Schritten dein Portfolio erstellen:
  • Ziele, Risikobereitschaft, Anlagesumme und Zeitpunkt klären

  • Anlageklassen auswählen

  • Aktienquote für deine Portfolio-Aufteilung festlegen

  • Diversifizierung beachten

  • Geldsumme oder Sparquote prozentual auf die gewünschten Produkte aufteilen

Das Depot der DKB

Du willst in einen Fonds investieren, hast aber noch kein Depot? Das Depot der DKB bietet dir Zugang zu einer großen Auswahl an Wertpapieren und Investmentfonds.

4. Was passiert nach dem Aufbau des Portfolios?

Ist das Portfolio einmal etabliert, ist eine regelmäßige Überwachung wichtig: Einmal im Jahr steht das Rebalancing an. Außerdem ist es sinnvoll zu prüfen, ob die eigene finanzielle Situation sich geändert hat.

Gut zu wissen: Was ist Rebalancing

Beim Rebalancing nimmst du eine neue Gewichtung deines Portfolios vor: insbesondere Aktien können im Laufe eines Jahres stark an Wert gewinnen oder verlieren. Hast du dich beispielsweise für eine Aktienquote von 50 Prozent entschieden, kann es passieren, dass der Anteil deines Gesamtvermögens, der in Aktien investiert ist, aufgrund guter Kursentwicklung am Ende des Jahres auf 60 Prozent gestiegen ist.

Damit Aktien weiterhin 50 Prozent deines Portfolios ausmachen, müsstest du nun einen Teil davon verkaufen und den Gewinn auf andere Anlageklassen verteilen.

Tipp: Nimm dir einmal jährlich Zeit für das Rebalancing. Zu häufiges Umschichten birgt das Risiko, dass du aufgrund von Transaktionskosten deinen Gewinn schmälerst.
Veränderungen in deinem Leben können sich ebenfalls auf dein Portfolio auswirken. Möglicherweise kannst du deine Sparquote erhöhen oder musst sie reduzieren. Besonders bei folgenden Ereignissen solltest du deine Finanzen erneut durchgehen:
  • Umzug mit höheren oder geringeren Mietkosten/Kreditraten

  • Familienzuwachs

  • Jobwechsel oder Jobverlust

  • Gehaltserhöhung

  • Heirat mit eventuellen Steuervorteilen

  • Erbe

Beachte dabei: Für den Aufbau deines Portfolios hast du dir eine durchdachte Strategie zurechtgelegt. Diese solltest du beibehalten, sofern nicht große Lebensveränderungen einen anderen Umgang mit deinem Geld notwendig machen. Häufige, unnötige oder unüberlegte Strategiewechsel können dazu führen, dass du deine finanziellen Ziele erst sehr viel später erreichst.

5. Fazit: Ein Portfolioaufbau erfordert eine Strategie

Ohne klare Strategie ein paar Aktien zu kaufen und auf steigende Kurse zu hoffen, klingt unkompliziert. Für den langfristigen Vermögensaufbau empfiehlt sich jedoch ein planvolles Vorgehen. Sei dir stets im Klaren über deine Ziele und deine Risikobereitschaft und entwickle auf dieser Basis eine Strategie, die du mit Selbstvertrauen über viele Jahre durchhalten kannst.
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