- 1. Definition : Was sind Rentenfonds?
- 2. Was sind Anleihen?
- 3. Wie funktionieren Rentenfonds?
- 4. In welche Wertpapiere investieren Rentenfonds konkret?
- 5. Vor- und Nachteile von Rentenfonds gegenüber einzelnen Anleihen
- 6. Welche Rolle können Rentenfonds in deiner Geldanlage spielen?
- 7. Wie hoch ist die Rendite von Rentenfonds?
- 8. Welche Risiken bieten Rentenfonds?
- 9. Wie kannst du konkret in einen Rentenfonds investieren?
- 10. Könnte ein Rentenfonds für dich sinnvoll sein?
Das Wichtigste in Kürze
Rentenfonds investieren in viele verschiedene Anleihen.
Sie können als defensiver Baustein in der Geldanlage dienen.
Risiko und Rendite von Rentenfonds hängen stark von den Anleihen ab, in die der Fonds investiert.
Passive Rentenfonds investieren automatisiert, aktive Rentenfonds werden von Finanzexpert*innen verwaltet.
1. Definition: Was sind Rentenfonds?
Auf einen Blick: Die verschiedenen Investmentfonds
Neben Rentenfonds gibt es viele weitere Formen der Investmentfonds:
Aktienfonds: Investieren in Aktien bestimmter Unternehmen.
Mischfonds: Legen ihr Geld in verschiedenen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen gleichzeitig an.
Immobilienfonds: Investieren in Immobilien wie Einkaufszentren, Bürogebäude oder Logistikzentren.
Rohstofffonds: Investieren in Rohstoffe wie Öl, Gas oder Edelmetalle.
Einen Überblick erhältst du in unserem Ratgeber über Investmentfonds.
2. Was sind Anleihen?
Der Nennwert: Das ist der Betrag, der dem Anleger vom Emittenten zum Fälligkeitsdatum zurückgezahlt werden soll. Viele Anleihen haben z.B. einen Nennwert von 1.000 €, was zugleich der Mindeststückelung beim Kauf entspricht.
Die Laufzeit: Sie gibt an, wie lange die Anleihe gültig ist. Das können wenige Monate bis mehrere Jahrzehnte sein.
Der Kupon: Der Zinssatz, den der Emittent den Anlegern für das geliehene Geld zahlt. Er ist abhängig vom Zinsniveau je Laufzeit und einer Bonitätsprämie, die der Anleger für seine Risikobereitschaft erhält.
Die Kuponzinsen: Die Zinsen in Euro, die Emittenten dir als Anleger*in auszahlen. In der Regel erhältst du die Zinszahlungen einmal im Jahr.
Beispiel:
Du kaufst eine Anleihe von der Bundesrepublik Deutschland. Der Nennwert beträgt 10.000 €, mit einem Zinssatz von 5 % und 5 Jahren Laufzeit. Jedes Jahr erhältst du 500 € Zinsen. Nach Laufzeitende zahlt dir die Bundesrepublik die 10.000 € inklusive einer letzten Zinszahlung zurück.
Anleihekurs und Zinsen
Beispiel:
Du kaufst eine Anleihe mit 3 % Zinssatz. Nun steigt der Marktzins auf 4 %. Deine Anleihe ist jetzt weniger wert, weil neu ausgestellte Anleihen höhere Zinszahlungen abwerfen. Und wenn der Zins auf 2 % sinkt? Dann steigt der Kurs deiner Anleihe, weil der alte Zinssatz attraktiver ist als die neu ausgegebenen Anleihen.
Arten von Anleihen
Staatsanleihen: Schuldscheine von Staaten. Regierungen finanzieren mit ihnen einen Teil ihres Haushalts.
Bundesanleihen: Die Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Sie gelten als besonders sicher.
Unternehmensanleihen: Schuldverschreibungen von Firmen.
Bonitätsratings
Investment-Grade-Anleihen: Anleihen mit einer hohen Bewertung. Bei diesen Anleihen gilt eine Zahlungsunfähigkeit des Emittenten als eher unwahrscheinlich. Beispiel: Die Bundesrepublik Deutschland erhält das höchstmögliche Rating.
High-Yield-Anleihen: Anleihen mit einer niedrigen Bewertung. Rentenfonds mit Fokus auf diese Anleihen können zwar mehr Rendite abwerfen, dafür ist auch das Risiko höher. Beispiel: Unternehmen mit schlechter Bonität.
3. Wie funktionieren Rentenfonds?
Aktive vs. passive Rentenfonds
Kurz erklärt: Was ist ein Index?
Ein Index bündelt viele verschiedene Wertpapiere und spiegelt ihre durchschnittliche Wertentwicklung. Beispiel: Der Index „DAX 40“ beinhaltet die Aktien der 40 größten Unternehmen Deutschlands. Der DAX steigt, wenn der Durchschnittswert dieser Unternehmen steigt. Sinkt der Wert, sinkt auch der DAX. Ein passiver Rentenfonds könnte z. B. dem Deutschen Rentenindex (kurz REX) folgen. Der REX bündelt 30 deutsche Staatsanleihen.
Handelbarkeit
Ausschüttende vs. thesaurierende Rentenfonds
4. In welche Wertpapiere investieren Rentenfonds konkret?
Art der Anleihe: Rentenfonds können ausschließlich in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren. Auch eine Mischung aus verschiedenen Anleihetypen ist möglich.
Bonität der Emittenten: Einige Fonds kaufen ausschließlich Anleihen von Emittenten mit hohem Rating. Andere Fonds stellen sich breiter auf und handeln auch Anleihen mit niedrigem Rating.
Region der Emittenten: Fonds können sich auf bestimmte Länder, Regionen oder Kontinente konzentrieren. Beispiel: Ein Fonds, der ausschließlich Anleihen von Emittenten aus der Europäischen Union handelt.
Währung der Anleihe: Rentenfonds können ausschließlich Anleihen kaufen, die in einer bestimmten Währung wie dem Euro oder dem US-Dollar notiert sind.
5. Vor- und Nachteile von Rentenfonds gegenüber einzelnen Anleihen

6. Welche Rolle können Rentenfonds in deiner Geldanlage spielen?
Anleihen schwanken im Durchschnitt weniger stark als Aktien.
Anleihen entwickeln sich oft gegensätzlich zu Aktien. Fallen Aktien, steigen Anleihen. Viele Anleger*innen sehen Anleihen als „sicheren Hafen“, doch Vorsicht: Diese Faustregel trifft nicht immer zu.
Alternativen zu Rentenfonds
Tagesgeldkonto: Ist wie ein Sparkonto. Du kannst jederzeit Geld auf dein Tagesgeld ein- und auszahlen und erhältst einen höheren Zinssatz als auf deinem Girokonto. Die Zinsen sind allerdings nicht besonders hoch, oft gleichen sie die Inflation nicht aus.
Festgeldkonto: Mit einem Festgeldkonto leihst du dein Geld für einen definierten Zeitraum an deine Bank. Während der Laufzeit kannst du nicht auf dein Kapital zugreifen. Dafür erhältst du in der Regel mehr Zinsen als beim Tagesgeld.
Geldmarktfonds: Sie sind eine besondere Form der Rentenfonds. Geldmarktfonds investieren in hochwertige Wertpapiere mit geringer Laufzeit. Die Zinsen können höher ausfallen als beim Festgeldkonto, dafür ist auch das Risiko ein wenig höher.
Die gesetzliche Einlagensicherung
Auf Tages- und Festgeldkonten ist dein Kapital bis 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Geht deine Bank insolvent, erhältst du dein Geld trotzdem zurück. Geldmarktfonds fallen nicht unter die Einlagensicherung, deswegen haben sie ein leicht höheres Risiko als Tages- und Festgeldkonten.
7. Wie hoch ist die Rendite von Rentenfonds?
Kosten
Ausgabeaufschlag: Du zahlst ihn jedes Mal, wenn du Anteile eines Fonds kaufst. Er liegt typischerweise zwischen 2 und 5 %. Nicht alle Anbieter erheben einen Ausgabeaufschlag.
Verwaltungsgebühren: Bei aktiven Fonds zahlst du für die Fondsmanager*innen eine jährliche Gebühr. Sie liegt oft zwischen 1 und 1,5 %.
Depotgebühr: Zahlst du für die Depotführung. Nicht alle Anbieter verlangen eine Depotgebühr.
8. Welche Risiken bieten Rentenfonds?
9. Wie kannst du konkret in einen Rentenfonds investieren?
10. Könnte ein Rentenfonds für dich sinnvoll sein?
dein Portfolio mit einem stabilisierenden Baustein ergänzen möchtest.
Wert auf breite Streuung über viele Emittenten legst.
auch mit einer moderaten Rendite zufrieden bist.
bereit bist, dich näher mit Anleihen und ihrer Funktion auseinanderzusetzen.
in erster Linie eine hohe Rendite anstrebst.
dein Geld nur kurzfristig parken möchtest.
keine Schwankungen in Kauf nehmen willst.
in einzelne Anleihen investieren und sie selber aussuchen möchtest.


