Anmelden

Crowdfunding – Vom Traineeprojekt zum neuen DKB-Produkt

mit Erik Parthier vom Team Bürgerbeteiligung


Autor*in: Claudia Binczyk
Datum: 30.06.2021
Lesedauer: 7 Minuten

Als Erik Parthier als Trainee bei der DKB startete, ahnte er sicher noch nicht, dass er schon bald eines der innovativsten DKB-Projekte mitverantworten würde: die DKB-Crowdfunding-Plattform. Heute wagt er im Interview mit Claudia vom DKB-Backstage-Team den Rückblick auf zweieinhalb Jahre intensive Projektarbeit und seinen nicht ganz alltäglichen Berufseinstieg.

DKB Mitarbeiter Erik Parthier beim Homeoffice auf dem Balkon

Erik Parthier beim sommerlichen Homeoffice auf dem Balkon

Claudia: Hallo Erik. Danke, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns über deine Traineezeit und die DKB-Crowdfunding-Plattform zu sprechen. Schießen wir doch auch gleich mal los. „Das kann Bank“ – so lautet ja unser DKB-Markenclaim. Was kann Bank denn aus deiner Sicht?

Erik: Bank kann auf jeden Fall schon mal ein ziemlich gutes Trainee-Programm. (Lacht). Für mich persönlich steht unser Claim aber vor allem dafür, flexibel zu bleiben und immer bereit zu sein, etwas Neues zu probieren. Dazu hat meine Trainee-Zeit insgesamt schon perfekt gepasst und unser Trainee-Projekt ganz besonders.

Claudia: Danke für das Stichwort. Ihr habt in eurem Trainee-Jahrgang selbstorganisiert ein interdisziplinäres Projektthema bearbeitet. Worum ging es da?

Erik: Bei unserem Projekt ging es um Crowdfunding und die Frage – inwiefern das Thema für die DKB von Vorteil sein kann und wie eine entsprechende Erweiterung unseres Produktportfolios konkret aussehen müsste. Ich hatte das Glück, dass ich unser Projekt nach Abschluss meines Traineeprogrammes auch noch selbst verwirklichen konnte.

Claudia: Und wie ist dieses Traineeprojekt überhaupt zu Stande gekommen?

Erik: Ein paar Themen und Ideen aus verschiedenen Unternehmensbereichen gab es für unser Projekt schon. Entscheidend für die Aufgabenstellung war, dass das Thema für die konkrete Umsetzung geeignet sein muss und nicht nur für die berüchtigte Schublade. Nach vielen Gesprächen und einigem Abwägen fiel die Entscheidung dann letztlich auf Crowdfunding. Angefangen mit der Projektbearbeitung haben wir ca. 6 Monate nach Start des Traineeprogramms.

Claudia: Warum ist Crowdfunding denn überhaupt so interessant für die DKB?

Erik: Oh, da muss ich jetzt ein bisschen ausholen. Crowdfunding heißt auf Deutsch ja Schwarmfinanzierung. Man versteht darunter Projekte, an deren Verwirklichung sich viele Menschen mit kleineren Geldbeträgen beteiligen. Das Ganze ist praktisch eine Alternative zur klassischen Projektfinanzierung mit wenigen großen Geldgeber*innen. Generell kannst du 4 verschiedene Formen des Crowdfunding unterscheiden: Da gibt es einmal den klassischen spendenbasierten Ansatz. Dann gibt es das sogenannte Crowdsponsoring, wo die Geldgeber*innen eine nicht-monetäre Gegenleistung für ihre Investition bekommen, z.B. die ersten produzierten Produkte eines Start-ups. Crowdlending ist eine weitere Form. Wir haben uns aber letztlich aus unterschiedlichen Gründen für das sogenannte Crowdinvesting entschieden. Einer davon leuchtet besonders ein: Mit unseren damals 4,3 Millionen Privatkund*innen hatten wir schon eine riesige potenzielle „Crowd“, die uns ja auch regelmäßig fragt, wie man Geld nachhaltig anlegen kann. Und auf der anderen Seite haben wir unsere 40.000 Geschäftskund*innen, die spannende und nachhaltige Projekte planen und umsetzen. Eine große Crowd plus großartige Projekte – das sind ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Crowdfunding-Plattform. 

Claudia: Wow, du hast dir im Projekt ganz schön viel Fachwissen angeeignet. Wie seid ihr dann in eurem Projekt konkret vorgegangen?

Erik: Das Projektteam bestand insgesamt aus 8 Trainees, die durch ihre ersten Einsatzstationen schon ganz gut in der Bank vernetzt waren. Begonnen haben wir zunächst mit ganz allgemeinen Recherchen zum Thema Crowdfunding. Auf dieser Basis haben wir dann Interviews mit Kolleg*innen geführt, die Privat- oder Geschäftskund*innen betreuen. Es gab aber auch noch eine Menge anderer Themen zu berücksichtigen – Datenschutz, Compliance, Controlling zum Beispiel. Auch da haben wir uns bei den jeweiligen Expert*innen in der Bank informiert. Es war schon beeindruckend, wie viel Know-how in ihrem Fachgebiet diese Leute haben. Die Herausforderung war dann, all das gewonnene Wissen zu verarbeiten und daraus eine funktionierende Lösung zu entwickeln. 

Claudia: Das kann ich mir gut vorstellen. Hattet ihr denn auch jemanden für den regelmäßigen Austausch und Support in eurem Projekt?

Erik: Ja, wir hatten über das ganze Projekt hinweg 3 sehr erfahrene Mentoren an unserer Seite. Mit denen konnten wir viele thematische Facetten diskutieren und von deren Know-how haben wir wirklich stark profitiert. Wir haben unser Projekt auch immer wieder vor verschiedenen Stakeholdern präsentiert und mit deren Input unseren Business Case Schritt für Schritt weiterentwickelt. Das Highlight zum Projektabschluss war aber in jedem Fall die Präsentation unserer Crowdfunding-Lösung vor dem Vorstand.

Claudia: Und wie war das Feedback?

Erik: Schon im Termin sehr positiv. Und keine eineinhalb Wochen später kam die Entscheidung, dass die DKB das Thema Crowdfunding auf Basis unserer Projektergebnisse weiterverfolgen will. Damit nicht genug – ich wurde auch gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, an dem Projekt weiterzuarbeiten.

Claudia: Das nenne ich aber mal wirklich positives Feedback. Wie ging es weiter?

Erik: Bevor wir mit der Crowdfunding-Plattform live gehen konnten, mussten wir noch einige organisatorische Voraussetzungen erfüllen und aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Prozesse einhalten. In welchem Bereich der Bank soll das Projekt z.B. aufgehängt werden? Hier war die Antwort einfach: Im Fachbereich Bürgerbeteiligung, weil Crowdfunding ja letztlich so etwas wie die digitale Variante der Bürgerbeteiligung ist. Es gab aber auch noch weit komplexere Herausforderungen. Zum Beispiel mussten wir einen auf Crowdfunding spezialisierten IT-Dienstleister finden, juristische Gutachten mussten erstellt und Vertragsverhandlungen geführt werden. Das alles hat insgesamt 15 Monate gedauert. Viele Start-ups würden jetzt wahrscheinlich sagen, „Das ist ja eine halbe Ewigkeit“. Aber für ein Kreditinstitut, das ziemlich engmaschig von der EZB beaufsichtigt wird und unzählige aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Prozesse einhalten muss, war das ganz schön schnell. 

Claudia: Und als die Crowdfunding-Plattform dann online ging – wie hast du dich gefühlt?

Erik: Als wir den Knopf gedrückt haben und die Plattform live ging, war ich ganz schön aufgeregt. Aber auch erleichtert, denn die ersten Zeichnungen kamen tatsächlich schon innerhalb kürzester Zeit. Als ich das gesehen habe, war ich einfach nur noch sehr dankbar, dass ich dieses Projekt von Anfang bis zum Ende mitverantworten durfte. Vom Kick-off bis zum Go-Live waren es insgesamt zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit habe ich in unzähligen Gesprächen, Meetings und Telefonaten die DKB bis in kleinste Detail kennengelernt. Für mich wird das immer ein absolutes Highlight in meiner beruflichen Entwicklung sein. Ein Erfolg, an den ich mich immer wieder gerne zurück erinnern werde.

DKB Mitarbeiter Erik Parthier, Volker Will und Axel Kasterich drücken zusammen Startknopf

Von links nach rechts: Volker Will (Leiter Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung), Axel Kasterich (Bereichsleiter Infrastruktur) und Erik Parthier drücken gemeinsam den Startknopf für die DKB-Crowdfunding-Plattform.

Claudia: Wie haben die Kund*innen das Angebot bisher angenommen?

Erik: Auf der Geschäftskundenseite erleben wir eine hohe Nachfrage nach Crowdfunding, entsprechend viele spannende Projekte können wir auf der Plattform auch präsentieren. Neben Projekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien haben wir dort auch immer attraktive Vorhaben rund um die soziale Infrastruktur. Wer also neben ökologischen auch soziale Projekte, wie zum Beispiel den Neubau einer Kita bzw. Schule oder einer stationären Pflegeeinrichtung unterstützen möchte, der kann auf unserer Plattform definitiv fündig werden.

Auf der anderen Seite – der der potenziellen Crowd-Investor*innen – stellen wir fest, dass das Wissen darüber, wohin das eingesetzte Geld konkret fließt und ob es etwas Gutes bewirkt, bei Investitionsentscheidungen immer wichtiger wird. Diejenigen, die sich bewusst für eine Investition in nachhaltige ökologische oder soziale Projekte entscheiden, haben über unsere Plattform direkten Zugang zu eben diesen Projekten. Und die Bestätigung, dass unsere „Crowd“ das auch wirklich gut findet, haben wir schon mit unserem ersten erfolgreich gefundeten Projekt erhalten: Innerhalb von nur 8 Wochen nach Veröffentlichung des Projektes auf der Plattform hatten wir 1,1 Millionen Euro eingesammelt. Das ist ein Riesenerfolg, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir überhaupt erst 4 Wochen nach dem Go-Live mit der Bewerbung der DKB-Crowdfunding-Plattform begonnen hatten.

Claudia: Wow, das ist allerdings ein Erfolg. Welche Rolle spielt das Thema für dich persönlich heute? 

Erik: Heute bestimmt Crowdfunding meinen Berufsalltag. Im Fachbereich arbeiten wir zu zweit am Thema: Mein Kollege ist u.a. für die internen Prozesse und für die Projektaufbereitung zuständig. Mein Aufgabenbereich liegt in der Beratung unserer Kolleg*innen an den Standorten zum Thema Bürgerbeteiligung ganz allgemein und zum Thema Crowdfunding im Speziellen. Ich bin auf Messen dabei, auf Netzwerkveranstaltungen und in Meetings mit unseren Geschäftskund*innen. Welche Projektideen da aufkommen, ist manchmal echt spannend. Und es macht Spaß, dafür eine Finanzierungsstruktur zu erarbeiten und zu sehen, wie man da eine Bürgerbeteiligung integrieren kann. Das geht von klassischen Immobilienprojekten über Projekte im Bereich erneuerbarer Energien wie Windkraftanlagen bis hin zu sozialer Infrastruktur wie z.B. die Finanzierung einer Kita, Schule oder einer Pflegeeinrichtung. In unserem ersten Projekt ging es übrigens um Solarkraftwerke. Unsere Crowd-Investor*innen unterstützten mit einem kleinen Geldbetrag direkt die Energiewende und profitierten von den Erträgen aus Sonnenenergie. Seitdem haben wir insgesamt 10 Projekte zum Erfolg geführt und dafür insgesamt 9 Millionen Euro gesammelt. 

Claudia: Und weißt du auch schon wie es für dich bei der DKB weitergeht? 

Erik: Na, wie ich die DKB bisher kennengelernt habe, wird es für mich hier auch in Zukunft neue und spannende Herausforderungen geben. Mittelfristig freut sich mein Chef, wenn ich zusammen mit den Teams an den Standorten weiterhin viele neue Projekte für die DKB-Crowd gewinne. (Lacht.) Langfristig möchte ich aber in jedem Fall noch mehr Verantwortung übernehmen, auch wenn die konkrete Richtung noch nicht feststeht. Eine Option ist, als Fachspezialist für Crowdfunding an der Weiterentwicklung der Plattform und in der Beratung unserer Kund*innen zu arbeiten. Eine andere Option ist die Übernahme einer Projektleitungsfunktion – je nachdem, welche Projekte in Zukunft anstehen. 
Hatten wir nicht am Anfang über Flexibilität gesprochen und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren? Genau dieses Mindset will ich mir bewahren. Und ich glaube, die DKB ist dafür ein ziemlich guter Ort. 

Claudia: Ein schöneres Schlusswort für unser Gespräch hätte ich nicht finden können. Erik, ich danke dir für diesen spannenden Einblick und wünsche dir und der DKB-Crowdfunding-Plattform noch viel Erfolg.


Arbeiten auf Augenhöhe in einer Bank mit Haltung: Erfahre mehr über Einstiegschancen bei der DKB und zu unserem Traineeprogramm.