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Eine Frau hält eine Plastikechse auf der Handfläche.
Kuriose Geldanlagen: Das verlockende Risiko

Reich werden mit einer Flasche alten Whiskys? Oder die Rente absichern mit Musikrechten? Wir stellen dir alternative Investitionen vor und werfen einen Blick auf die realen Risiken.

Dezember 2023

Du suchst nach einer gewinnbringenden Geldanlage abseits der üblichen Möglichkeiten? Neben den klassischen Anlageformen wie Aktien oder ETFs sind dir sicherlich auch schon einmal kurios erscheinende Anlageobjekte wie Oldtimer, Whiskeyflaschen oder gar ganze Inseln untergekommen. Die Verlockung, in solche Investitionen einzutauchen, ist groß. Schließlich stehen sie für eine persönliche Leidenschaft, versprechen einen Hauch von Luxus oder wecken einfach Träume von außergewöhnlich hohen Renditen und schnellem Reichtum.

In Einzelfällen mag das sogar stimmen – allerdings setzt die Investition in ungewöhnliche Anlageobjekte auch immer eine hohe Expertise in dem jeweiligen Bereich voraus. Und selbst dann ist die Wertentwicklung der alternativen Anlagen nur schwer berechenbar. Bevor du dich daher an diese Optionen heranwagst, stellen wir dir einige ungewöhnliche Geldanlagen ganz nüchtern vor und verraten dir, warum die kluge Entscheidung für deine finanzielle Zukunft eine nötige Portion Realismus erfordert.

Oldtimer sind mehr als nur Fahrzeuge – für viele Menschen sind es rollende Kunstwerke. Doch nicht nur Autoliebhaber*innen interessieren sich für die historischen Autos mit ihren H-Kennzeichen, sondern auch so manche Anleger*in. Und tatsächlich: Einige Modelle sind wahres „Garagengold“, mit denen sich später eine hohe Rendite erzielen lässt. Bevor du jedoch in das Flair vergangener Zeiten eintauchst, bedenke die Herausforderungen.

Zum einen droht ein Wertverlust, da sich das Interesse der Automobilbegeisterten in der Vergangenheit immer wieder geändert hat. Ein Modell, das heute angesagt ist, kann in ein paar Jahren kaum mehr jemanden interessieren. Vor allem aber erfordert ein historisches Auto viel Expertise und bringt einen hohen Aufwand mit sich. Du musst dich nicht nur regelmäßig um die aufwendige Wartung und Pflege kümmern, sondern benötigst auch einen Stellplatz, um das Fahrzeug sicher und trocken abzustellen.

Die Idee, Anteile an Musikrechten zu erwerben, klingt verlockend. Aber für Normalverdienende wird es wohl eher schwierig sein, sich Urheberrechte an den Werken des Lieblingsstars zu sichern. Denn diese können sich auf hunderte Millionen US-Dollar belaufen. So verkaufte Bruce Springsteen 2021 die Rechte an seinen Songs für rund 500 Millionen US-Dollar an das Musiklabel Sony. Die Firma Litmus Music zahlte Medienberichten zufolge 2023 knapp 225 Millionen US-Dollar für die Musikrechte von Katy Perry.

Indirekt können aber auch Privatanleger*innen an den Musikrechten der großen Stars mitverdienen – über Aktien der Plattenfirmen oder mit branchenspezifischen ETFs. An den Musikrechten von Newcomer*innen kannst du dich über verschiedene Plattformen hingegen häufig selbst beteiligen. Hierbei sollte dir aber bewusst sein, dass der ständige Wandel in der Musikbranche deine Einnahmen beeinflussen könnte. Nicht jede*r Künstler*in wird erfolgreich, und selbst heutige Hits können morgen in Vergessenheit geraten. Es gibt zudem keine harten Fakten oder Kennzahlen darüber, was einen Hit ausmacht – und bei deiner Geldanlage solltest du dich nicht nur auf ein Gefühl verlassen.

Sei es ein alter schottischer Single Malt Whisky oder ein hochwertiger Bordeaux-Wein eines guten Jahrgangs – für edle Tropfen werden teils hohe Preise erzielt. Laut dem Knight Frank Luxury Index für das zweite Quartal 2023 ist beispielsweise der Wert seltener Flaschen Whisky innerhalb von zehn Jahren um sagenhafte 322 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich sanken sie jedoch im Wert, „aufgrund einer Vielzahl geopolitischer, sozialer und wirtschaftlicher Gründe“, wie es in dem Bericht heißt. Und genau das ist das Problem bei der Anlage in hochwertige Alkoholprodukte: Der Markt für Whisky und Wein ist sensibel für Trends und daher schwankungsanfällig.

Hinzu kommt, dass es nicht reicht, sich einfach eine Flasche teuren Alkohols zu kaufen und sie im Schrank stehen zu lassen. Zum einen solltest du dich gut auskennen, um zu wissen, mit welchen Marken und Jahrgängen sich eine potenzielle Rendite erzielen lässt. Außerdem musst du dein „flüssiges Depot“ richtig verwahren. Wein ist beispielsweise recht sensibel und sollte bei niedriger, konstanter Temperatur, fern von jeglichen Lichtquellen, gelagert werden. Wer nicht zufällig über einen Weinkeller verfügt, müsste in die Lagerung investieren, beispielsweise in einen Weinklimaschrank.

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Für Gitarrenliebhaber*innen könnten seltene Modelle einen besonderen Reiz haben. Doch ist eine Gitarre auch etwas für eine Geldanlage? Bei Sammler*innen sind Modelle von Stars beliebt und erzielen teilweise hohe Preise: Bei einer Auktion in den USA ist 2023 eine bunt bemalte Gibson E-Gitarre der Rocklegende Eric Clapton für 1,27 Millionen US-Dollar versteigert worden. Selbst eine zerschmetterte Gitarre des früheren Nirvana-Frontmanns Kurt Cobain erzielte bei einer Auktion noch einen Verkaufspreis von knapp 600.000 US-Dollar.

Die Chance, als Kleinanleger*in an solch eine seltene Gitarre eines Superstars zu gelangen, geht jedoch gegen null. Aber auch mit Gitarrenmodellen, auf denen noch kein musikalisches Genie gespielt hat, lassen sich unter Umständen Renditen erzielen. Wie bei Wein spielen je nach Modell und Hersteller bestimmte Jahrgänge eine besondere Rolle. Das Problem: Die meisten dieser Schätzchen sind bereits vergeben und kommen nur noch selten auf den Markt. Entsprechend hoch sind die Preise und entsprechend klein der potenzielle Käufer*innenkreis. Abseits dieser Raritäten kann der Wert von Gitarren – und Musikinstrumenten allgemein – auf dem launischen Markt stark schwanken.

Während Modemuffel bei „Air Jordans“ oder „Yeezes“ nur Bahnhof verstehen, glänzen die Augen von Turnschuh-Enthusiasten. Solche „Sneakerheads“ begeistern sich nicht nur für die Optik der Schuhe, sondern sind mitunter auch bereit, astronomische Summen für sie zu bezahlen.

Aktuell boomt der Sneaker-Markt. Raritäten sind auch hier besonders gefragt. Michael Jordans „Air Jordan 13“-Sneaker, die er bei den Chicago Bulls 1998 getragen hatte, wurden 2023 beim Auktionshaus Sotheby’s für die Rekordsumme von 2,2 Millionen US-Dollar versteigert. Auch im niedrigeren Preissegment können durch den geschickten Handel mit Sneakers Renditen im zwei- und dreistelligen Bereich erzielt werden.

Bevor du aber all dein Geld in Turnschuhe investierst, solltest du beachten, dass auch der Sneaker-Markt äußerst volatil ist. Denn Modetrends können sich schnell ändern. Damit du nicht auf den Sneakern sitzen bleibst, benötigst du Fachwissen und musst das Segment ständig im Blick behalten. Zudem ist es vergleichsweise jung und lässt sich somit noch nicht aus historischer Perspektive betrachten. Die stark überhöhten Preise im Markt sind ein erstes Anzeichen für eine Investmentblase.

Wem Oldtimer oder Turnschuh-Raritäten als Geldanlage nicht exotisch genug sind, dem bieten sich noch außergewöhnlichere Möglichkeiten. Wie wäre es beispielsweise mit einem ganzen Dorf? Luxusmakler bieten vollständige Ortschaften als Kapitalanlage – 2023 stand beispielsweise der kleine Ort Böhmsholz bei Lüneburg mit sechs Gebäuden plus Ortsschild für knapp 4,2 Millionen Euro zum Verkauf. Oder darf es etwas tropischer sein? Dann wäre eine Karibikinsel wie die zu den Bahamas gehörende Big Darby Island für rund 32,4 Millionen Euro zu haben.

Solch originelle Anlagemöglichkeiten wie der Erwerb ganzer Dörfer oder Inseln mögen cool und exzentrisch wirken. Sie liegen jedoch weit außerhalb der finanziellen Möglichkeiten von Kleinanleger*innen. Und wer weiß: Vielleicht trüben die Realitäten von Verwaltung und späterem Verkauf ohnehin die romantische Vorstellung.

Solch ungewöhnliche Geldanlagen können schnell zu einem finanziellen Abenteuer werden. Zunächst musst du an die wirklichen Schätze erst einmal herankommen. Dann müssen diese in den meisten Fällen sachgerecht behandelt und gelagert werden. Ihre Preise können starken Schwankungen unterliegen und nicht zuletzt musst du am Ende auch eine*n Käufer*in für sie finden, um wirklich einen Gewinn zu realisieren. Oftmals ist der wirkliche Wert eben doch nur ideell und das Risiko auf dem Weg zu einer Rendite hoch. Vermutlich findest du in der Welt der konventionellen Wertpapiere eher Produkte, die zu deinem persönlichen Risikoprofil passen. Investitionen in traditionelle Anlageprodukte wie Anleihen und ETFs sind zwar weniger exotisch, bieten dir aber eine breite Risikostreuung, mehr Liquidität und Stabilität.

Kurz gesagt
  • Ob Oldtimer, Sneaker oder Gitarren – mit hochwertigen Raritäten lassen sich bei Auktionen enorme Preise erzielen.

  • Als Kleinanleger*in solltest du jedoch aufpassen: Solch exotische Geldanlagen sind häufig schwankungsanfällig und erfordern viel Aufwand und Fachwissen.

  • Für die langfristige Geldanlage solltest du daher auf traditionelle Produkte wie Wertpapiere setzen.

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