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Kurzer Hype oder lange Entwicklung? So erkennst du Markttrends

Das Auf und Ab der Kurse gehört an der Börse dazu. Aber immer wieder gibt es Entwicklungsmuster, die eine Branche oder Region über einen längeren Zeitraum prägen. Wer solche Trends frühzeitig erkennt, kann von ihnen profitieren.

September 2023

Wer träumt nicht davon, als einer der ersten in einen künftigen Börsenstar zu investieren, das nächste Google, Amazon oder Apple in dessen Anfangstagen zu finden und dann über Jahrzehnte an steigenden Kursen zu verdienen? Aber seien wir ehrlich: Die Chancen dafür sind überschaubar. Dennoch: Jenseits dieser absoluten Superstars werden die Aktienmärkte von einer Vielzahl von Trends geprägt. Gelingt es dir, diese richtig einzuordnen und zu bewerten, kann das deinem Depot einen kräftigen Schub verleihen.

Was ist ein Markttrend?

Auslöser für einen Trend können unterschiedliche Faktoren sein. Sehr häufig sind aber fundamentale technologische Fortschritte oder tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen die Ursachen langfristiger Entwicklungslinien. Die aktuelle wirtschaftliche Lage, eine neue Vorliebe der Verbraucher*innen oder eine erfolgreiche Kampagne für ein neues Produkt können kurzfristigere Hypes schaffen. Echte Trends beeinflussen langfristig das Verhalten von Investor*innen und Konsument*innen – und damit auch von börsennotierten Unternehmen.

Drei D’s als Megatrends

Zahlreiche Veränderungen der vergangenen Jahre lassen sich auf drei große Entwicklungslinien zurückführen: Dekarbonisierung, Digitalisierung, Demografie. Von Megatrends sprechen hier viele Expert*innen. Andere Beobachter*innen fassen den Kreis weiter, sie zählen beispielsweise Globalisierung, Urbanisierung oder Individualisierung zu den entscheidenden Treibern.

Manche dieser Entwicklungen laufen schon seit Jahren, sie haben aber auf immer neue Aspekte der Wirtschaft und Gesellschaft Auswirkungen. Damit können sie immer wieder Markttrends auslösen, die Unternehmen, Branchen oder Regionen Auftrieb verleihen.

Dekarbonisierung

Ein wachsendes Umweltbewusstsein ändert das Verhalten der Verbraucher*innen.

Beispiel Dekarbonisierung: Die Reduzierung von Treibhausgasen und ein wachsendes Umweltbewusstsein der Verbraucher*innen führen zu einer steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Neue Autohersteller entstehen, etablierte müssen reagieren – das gelingt einigen besser als anderen. Um die Elektroautos auszustatten, gewinnen auch Hersteller von Batterien an Bedeutung. Aber nicht nur im Verkehr muss CO2 eingespart werden. Auch bei der Energie- und Wärmegewinnung oder in der Immobilienentwicklung – überall kommt es zu Veränderungen, von denen Anbieter profitieren können.

Digitalisierung

Ähnlich grundlegend sind die Veränderungen, die die Digitalisierung angestoßen hat. Sie beeinflusst dank immer schnellerer Rechenleistung, zunehmender Vernetzung und der Verfügbarkeit von Mobiltelefonen heute praktisch jede Branche und jeden Lebensbereich.

Schnellere Rechenleistung und zunehmende Vernetzung beeinflussen jede Branche und jeden Lebensbereich.

Die Digitalisierung hat den Siegeszug des E-Commerce genauso ermöglicht wie den Aufschwung von Neobanken. Die nächste Runde ist schon im Gange. Künstliche Intelligenz (KI) stößt weitere weitreichende Veränderungen der Wirtschaft an.

Demografie

Auch demografische Entwicklungen reichen in zahlreiche Industriezweige hinein sorgen für den Auf- oder Abstieg von Branchen und Unternehmen. Die Anforderungen einer alternden Gesellschaft verändern sich. Gesundheit rückt in den Blick, die Vorsorge wird digitaler, wodurch Angebote wie Fitness-Tracker und Ernährungs-Apps an Bedeutung gewinnen.

Die Anforderungen einer alternden Gesellschaft verändern zahlreiche Industriezweige und rücken Gesundheitsfragen in den Fokus.

Markttrends entwickeln sich: Veränderung passiert immer

Trends gehen einher mit strukturellen, langfristigen Veränderungen. Neue Rahmenbedingungen schaffen in den Branchen, die davon profitieren, die Voraussetzungen für langanhaltendes Wachstum. Das bedeutet, dass der Aufschwung mehr als einen Wirtschaftszyklus überdauern kann.

Die von vielen Volkswirtschaften langfristig angestrebte Dekarbonisierung schafft beispielsweise die passenden Rahmenbedingungen für einen Trend. Immer wieder werden neue Bereiche identifiziert, die angepackt werden müssen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Neue Unternehmen entstehen, existierende müssen ihre Strategie, Geschäftsmodelle, Prozesse und Produkte umstellen.

Als Anleger*in solltest du dir darüber im Klaren sein, dass zahlreiche Trends sich in Gegentrends spiegeln. Der Siegeszug digitaler Kameras hat für einige Hersteller von Fotofilmen das Ende bedeutet. Der Erfolg von E-Commerce-Riesen setzt den Einzelhandel unter Druck. Und nicht alle etablierten Autohersteller werden erfolgreich alternative Antriebe anbieten können.

Wichtig ist auch, die zeitlichen Abläufe zu erkennen. Einige Unternehmen entstehen ganz neu oder reagieren sehr schnell. Diesen „First Movern“ folgen einige Wettbewerber erst mit zeitlichem Abstand. Erfolgreich können beide sein: Erstere aufgrund ihrer Alleinstellung auf dem Markt, letztere, weil sich aus den Fehlern ihrer Vorgänger lernen und ihr Angebot entsprechend verbessern konnten.

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Bei Markttrends kommt es aufs Timing an

Trends sind nicht immer auf Jahrzehnte angelegt. Die Corona-Pandemie hat beispielsweise zunächst Unternehmen rund um das Homeoffice Aufmerksamkeit verschafft, von Zoom und Peloton über Möbelhersteller bis zu Online-Händlern. Mit Impfstoffen und möglichen Medikamenten rückten auch Pharma- und Biotechnologie in den Vordergrund. Corona macht auch deutlich, wie wichtig für Anleger*innen das Timing ist. Nach einem raschen Höhenflug haben viele der Pandemie-Gewinner mittlerweile erheblich an Wert eingebüßt.

Auch können kurze Hypes erhebliche Kursausschläge verursachen. Die Meme-Aktien der vergangenen Jahre sind ein solches Beispiel. Nach Diskussionen auf Online-Plattformen und in Social-Media-Foren stiegen dabei viele Tausende Anleger*innen bei Aktien ein. Die plötzliche Nachfrage trieb deren Kurs, ohne dass es dafür fundamentale Gründe gab. Auch wenn die eine oder der andere damit einen Erfolg verbuchen mag: Die Entwicklung ist kaum vorherzusagen und entsprechend gefährlich.

So erkennst du Markttrends

Interessiert du dich dafür, dir einige Trendwerte ins Depot zu legen, solltest du damit anfangen, Informationen zu sammeln und zu bewerten:

  • Passt eine Entwicklung als Puzzleteil in eines der großen Muster?

  • Wie viele Informationen liegen schon vor?

  • Was sagen Expert*innen?

  • Welche Risiken stehen einem Erfolg gegenüber?

Wenn du die Erfolgschancen einer neuen Technologie oder eines neuen Produkts abwägst, solltest du klassische Verhaltensmuster im Kopf behalten: Wir neigen dazu, zu überschätzen, wie viel Veränderung in zwei Jahren möglich ist. Dagegen unterschätzen wir, wie viel Neues innerhalb des nächsten Jahrzehnts passieren wird. So wurden zwar bereits in den 1990er Jahren die ersten Bildtelefone angeboten – die Technologie setzte sich aber erst gut zehn Jahre später mit dem Siegeszug des Smartphones durch.

Entsprechend wichtig ist auch der zeitliche Ablauf der Entwicklung. Läuft sie schon eine Weile und hat bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, besteht womöglich nur noch begrenzt Luft nach oben.

Bei der Bewertung künftiger Chancen musst du aufpassen, die richtigen Kennziffern und Größenordnungen einzusetzen. Profiteure von Trends sind oft junge und noch nicht lange bekannte Unternehmen. Die traditionellen Bewertungsmuster von Aktien sind in diesen Fällen oft unpassend, zum Beispiel, wenn die Firmen noch keine Gewinne erwirtschaften. Wichtig ist zudem, dass das Unternehmen gut geführt ist.

Trends in deinem Depot

Bist du überzeugt von den Chancen einer Branche oder eines Unternehmens im Rahmen eines Trends, dann solltest du dir davon etwas ins Depot legen. Aber Vorsicht: Längst nicht jeder Hype hält, was er verspricht. In anderen Fällen brauchst du womöglich einen sehr langen Atem.

Auch bei „trendigen“ Investments gilt: Du musst nicht zwingend auf einzelne Unternehmen und Aktien setzen – womöglich stehen dir auch thematische Indizes zur Verfügung und du kannst über passende ETFs oder Fonds einsteigen. Dabei ist ein exaktes Timing nicht möglich, der Blick zurück hilft dir nicht weiter. Du solltest also wirklich davon überzeugt sein, dass ein Unternehmen, eine Region oder eine Branche von der disruptiven Entwicklung profitieren wird.

Wenn du deine Auswahl getroffen hast, ist es wichtig, regelmäßig die Bewertung zu überprüfen. Jeder Trend läuft irgendwann auch wieder aus. Den Zeitpunkt zum Ausstieg solltest du nicht verpassen. Und last, but not least: Auch beim Investieren in Trends gelten allgemeine Regeln der Geldanlage. Du solltest nicht alles auf eine Karte setzen, sondern dein Risiko breit streuen.

Kurz gesagt
  • Technologischer Fortschritt und gesellschaftliche Veränderungen können zu Umbrüchen führen, die die Wirtschaft beeinflussen.

  • Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demografie gehören zu den Megatrends, die über viele Jahre immer neue Auswirkungen zeigen.

  • Ein Trend löst Gegentrends aus, Gewinnern stehen immer auch Verlierer gegenüber.

  • Bist du überzeugt von Trends, kannst du bei der Anlage davon profitieren, darfst aber grundlegende Regeln nicht aus dem Blick verlieren.

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