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Ein Mann und eine Frau stehen an einem Strand und halten sich im Arm.

Kurse schwanken? 7 Tipps für dein Depot in Krisenzeiten

Du hast Geld an der Börse investiert, doch plötzlich fallen die Kurse? Das kann verunsichern. Gerade in solchen Phasen ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht vorschnell zu handeln.

Mai 2026
Geopolitische Spannungen, hartnäckige Inflation, Zinssorgen oder neue Handelskonflikte: An den Börsen reicht oft schon eine Nachricht, um die Kurse auf Talfahrt zu schicken. Wenn das Depot plötzlich deutlich im Minus liegt, geraten viele Anleger*innen unter Druck. Doch genau in turbulenten Marktphasen zeigt sich, wie wichtig eine klare Strategie und ein kühler Kopf sind. Denn Börsencrashs gehören langfristig zum Investieren dazu – und können neben Risiken auch Chancen eröffnen. Mit diesen sieben Punkten kannst du dein Depot in bewegten Marktphasen besser einordnen.

1. Ruhe bewahren

Oberstes Gebot: Lass dich nicht verrückt machen! Auch wenn die Kurse im Portfolio seit Tagen rot angezeigt werden und mit einem Minus versehen sind, ist impulsives Handeln keine sinnvolle Strategie. Die Erfahrung zeigt, dass zu dem Zeitpunkt, an dem private Anleger*innen über einen Ausstieg nachdenken, oft schon ein großer Teil des Abschwungs vollzogen ist.
Hinzu kommt, dass der Verkauf zusätzliche Kosten verursacht, die du im Blick behalten musst. Transaktionskosten fallen an, und falls du trotz Abschwung unter dem Strich einen Gewinn erwirtschaftet hast, kommen noch Steuern hinzu. Wer also überhastet aussteigt, versetzt seinen Finanzen womöglich einen weiteren Dämpfer. Insbesondere gilt das, wenn dir nicht klar ist, was du mit dem Geld im nächsten Schritt machen willst. Ist das Vermögen auf dem Girokonto geparkt, wird zwar der Blick ins Portfolio weniger unangenehm. Doch angesichts von Inflation und entgangenen Kurschancen zahlt sich diese Alternative perspektivisch nicht aus.
Stets den richtigen Zeitpunkt am Markt für den Ein- und Ausstieg in Wertpapiere zu finden, gelingt ohnehin niemandem. Versuche stattdessen einen Mittelweg: Verfalle nicht in Panik und prüfe nicht mehrmals täglich die Kurse. Verschließe aber auch nicht die Augen vor der Entwicklung, denn jetzt ist ein guter Zeitpunkt, deine Anlagestrategie wieder einmal wohlüberlegt auf ihre Richtigkeit zu prüfen.
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2. In langen Fristen denken

Das Ende des Börsen-Booms wird von Fachleuten regelmäßig ausgerufen. Auch wenn sich aus vergangenen Entwicklungen nicht auf die Zukunft schließen lässt, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Auf schwache Marktphasen folgten häufig Erholungsphasen. Ein langer Anlagehorizont kann helfen, kurzfristige Schwankungen besser auszugleichen.
Außerdem geht längst nicht jede Finanzkrise Hand in Hand mit einem Abschwung der Realwirtschaft. Doch selbst wenn die Zeichen auf Rezession stehen, entwickeln sich nicht alle Branchen und Unternehmen gleich. Produkte und Dienstleistungen mancher Unternehmen bleiben auch in schwierigen Zeiten gefragt.
Kritisch betrachten solltest du auch die Alternativen. Schichtest du dein Vermögen auf ein Giro- oder Festgeldkonto um, kann Inflation auf längere Sicht die Kaufkraft deines Geldes mindern – vor allem, wenn die Verzinsung unter der Inflationsrate liegt. Der Aktienmarkt kann sich nach Kursverlusten wieder erholen – ob und wann das passiert, ist allerdings offen.
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3. Das Portfolio unter die Lupe nehmen

Deine Auswahl an Wertpapieren solltest du ohnehin regelmäßig prüfen. Gelten die Gründe, die dich zum Kauf einzelner Aktien oder Fonds bewogen haben, weiter? Haben sich politische Risiken verschoben? Hat eine Branche im Konjunkturzyklus womöglich den Zenit überschritten? Wenn du diesen Check länger nicht vorgenommen hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt.
Dabei kannst du prüfen, ob die einzelnen Anlagen weiterhin zu deiner Strategie, deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft passen. Besonders wichtig ist dieser Check bei riskanteren Investitionen. Während du mit einem Exchange Traded Fund (ETF), der das globale Aktienuniversum abdeckt, dein Risiko breiter streust, kann sich die Lage für die Aktie eines Unternehmens, das in einem einzigen Markt aktiv ist, schnell und fundamental ändern.
Auch die Aufteilung auf Anlageklassen solltest du dir vornehmen. Durch Kursbewegungen kann sich die ursprüngliche Gewichtung deiner Anlagen verändern. Mit einem sogenannten Rebalancing kannst du die von dir gewählte Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffen und anderen Anlagen wiederherstellen.
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4. Zusammenhänge besser verstehen

Krisenzeiten sind Lehrzeiten. Sie legen Zusammenhänge offen, die auch Fachleute nicht immer auf dem Schirm haben. Dafür gibt es aus den vergangenen Jahren einige Beispiele. Eine Immobilienblase platzt – und führt über Umwege zu Turbulenzen am Geldmarkt. Starke Zinsbewegungen können zum Beispiel Absicherungsstrategien von Pensionsfonds unter Druck setzen.
Für dich kann das ein guter Aufhänger sein, dir volkswirtschaftliche Zusammenhänge genauer anzuschauen. Was bedeuten steigende Zinsen für mein Portfolio? Welchen Einfluss haben Wechselkurse auf die Bewertung eines Industriezweiges? Wie wirkt sich die strengere Regulierung für eine bestimmte Branche aus?
Auch der politische Kontext spielt dabei eine Rolle. Diplomatische Verwerfungen, Handelskriege oder gewaltsame Auseinandersetzungen können Lieferketten unterbrechen und den Zugang zu Rohstoffen und Zulieferern erschweren. Derartige Verwerfungen können Unternehmen einen plötzlichen Schub verleihen, aber auch ganze Branchen schwer beeinträchtigen. Behalte daher die Nachrichten im Blick, mache dir Gedanken über ihre Folgen und berücksichtige das in deiner Anlagestrategie.

5. Über Aktien hinausblicken

Hast du eine umfassende Einschätzung der aktuellen Lage vorgenommen, kristallisieren sich dabei möglicherweise Unternehmen, Branchen und Regionen heraus, die von der Situation profitieren – oder zumindest nicht darunter leiden. Je nach Marktphase können sich zudem Wachstums- und Substanzwerte unterschiedlich entwickeln. Auch Dividendentitel können dabei eine Rolle spielen. Ein Blick auf die Dividendenhistorie kann eine erste Orientierung geben. Beachte aber: Dividenden sind nicht garantiert und können gekürzt oder ganz gestrichen werden.
Denke aber auch an andere Anlageklassen als Aktien. Mit Unternehmensanleihen kannst du beispielsweise von den guten Aussichten einer Branche genauso profitieren. Je nach Anlagestrategie kommen auch Rohstoffe, Immobilien, Gold oder eine breitere regionale Streuung infrage.
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6. Absicherungsstrategien kennen

Schätzt du die Lage als längerfristig ungünstig oder extrem volatil ein, gibt es verschiedene Ordertypen und Strategien, mit denen sich Risiken steuern lassen. Eine Möglichkeit ist die Stop-Loss-Order. Du kannst sie vorsorglich wie einen normalen Wertpapierauftrag erteilen. Bei der Order setzt du einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung fest, bei dem ein Verkaufsauftrag zum bestmöglichen Preis für das Papier ausgelöst wird. Der tatsächliche Verkaufskurs kann allerdings vom festgelegten Stop-Kurs abweichen.
Für den Kauf lässt sich eine solche Grenze mit einer Limit-Order setzen. Hast du Interesse an einem Papier, das dir noch zu teuer erscheint, setzt du einen niedrigeren Preis als den Marktpreis, zu dem dein Auftrag ausgeführt werden soll. Wird dein Limit nicht erreicht, wird die Order möglicherweise nicht ausgeführt.
Daneben gibt es komplexere und deutlich risikoreichere Strategien, mit denen Anleger*innen auf fallende Kurse setzen können, etwa Short Selling (Leerverkäufe) oder Put-Optionsscheine. Solche Strategien beziehungsweise Produkte können mit hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust verbunden sein und setzen entsprechende Kenntnisse und Erfahrung voraus.

7. Chancen erkennen

Auch eine schwierige Situation hat ihre Kehrseite. Fallende Kurse können verunsichern, eröffnen langfristig orientierten Anleger*innen aber auch neue Möglichkeiten. Bei Kursrückgängen können auch die Bewertungen von Aktien sinken.
Niedrigere Kurse können auch für geplante Investments relevant sein. Entscheidend bleibt, ob eine Anlage weiterhin zu deiner Anlagestrategie und deinem Anlagehorizont passt. Auch bei Sparplänen lohnt es sich, nicht allein wegen kurzfristiger Kursschwankungen vorschnell zu reagieren. Bei niedrigeren Kursen werden mit einer gleichbleibenden Sparrate mehr Anteile gekauft, bei höheren Kursen entsprechend weniger. Dadurch verteilen sich die Kaufzeitpunkte auf unterschiedliche Kursniveaus.
Auch wenn Verlusterfahrungen schmerzen: Steck den Kopf nicht in den Sand, sondern handle überlegt. So behältst du auch in turbulenten Marktphasen deine langfristigen Ziele im Blick.
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