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PSD2 – neue Regelungen im Zahlungsverkehr

Seit Januar 2018 gelten neue Regelungen im Zahlungsverkehr. Grundlage ist die neue Zahlungsdiensterichtlinie (auch Payment Service Directive 2, kurz PSD2). Welche Auswirkungen dies für Sie hat, erfahren Sie hier.

Die PSD ist eine EU-Richtlinie zur Regulierung von Zahlungsdiensten und Zahlungsdienstleistern und gilt sowohl in der EU als auch im gesamten EWR (Europäischer Wirtschaftsraum). Ziel ist zum einen, den Verbraucherschutz zu stärken und zu vereinheitlichen. Zusätzlich werden gleiche Wettbewerbsbedingungen für Banken und Nichtbanken geschaffen.

Bereits die PSD1 hat viele Veränderungen gebracht, die heute schon selbstverständlich sind. Dazu gehört u.a., dass Überweisungen innerhalb des Gültigkeitsraums gleich behandelt werden. Noch bis 2009 mussten Sie für Überweisungen nach Frankreich oder Österreich die Gebühren für eine Auslandsüberweisung zahlen. Heutzutage undenkbar.

Das soll die neue Richtlinie PSD2 bringen:

  • Öffnung des Marktes für  innovative Online- und Mobilfunkzahlungen
  • mehr Transparenz bei vorreservierten Kartenzahlungen
  • mehr Sicherheit bei Online-Zahlungen durch "starke Kundenauthentifizierung"
  • mehr Rechte bei Missbrauch oder Betrug bei Online- und Kartenzahlungen

Kontozugriff für Drittdienstleister

Das Wichtigste zuerst: Ohne Ihre explizite Zustimmung darf keiner auf Ihre Kontodaten zugreifen! Ein datenschutz-sensibler Kunde fragt sich nun, warum sollte ich jemandem die Einwilligung geben? Hier gibt es 2 unterschiedliche Fälle:

Sie wollen eine Online-Zahlung tätigen (Zahlungsauslösedienst)

Wenn Sie per Überweisung bezahlen wollen, können Dienstleister  direkt Ihre Zugangsdaten (Anmeldenamen und PIN) und auch die TAN für die Zahlung abfragen, ohne dass der "Umweg" über das Banking der DKB erfolgen muss. Einen dieser Dienstleister kennen Sie vielleicht bereits: Sofort (früher SOFORT Überweisung). Mit den neuen Regelungen gibt es hierfür erstmals eine klare und einheitliche rechtliche Grundlage.

Sie wollen Ihre Konten und Umsätze verwalten (Kontoinformationsdienst)

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen all Ihre Konten und Umsätze, auch die bei anderen Banken, in der DKB-Banking-App angezeigt. Dann müssen Sie natürlich uns als "Dritten" erlauben, dass wir diese Daten bei Ihrer anderen Bank abfragen. Probieren Sie es doch gleich aus. Alle Infos zum Multibanking.

Fazit: Augen auf im Zahlungsverkehr! Für beide Dienste werden in den nächsten Monaten viele neue Dienstleister und Start-Ups entstehen. Achten Sie ganz genau darauf, wem Sie erlauben, Ihre Kontodaten abzurufen oder Aufträge auszulösen. Erteilen Sie keine Erlaubnis, wenn Sie die Dienstleister/die Webseiten nicht kennen oder ihnen nicht vertrauen.

Mehr Transparenz bei vorreservierten Kartenzahlungen

Viele Hotels und Autovermietungen reservieren (blocken) bei Buchung oder Anmietung einen bestimmten Betrag auf dem Kartenkonto. Bei Autovermietungen ist das meist ein hoher Betrag, nämlich die Selbstbeteiligung im Schadensfall. Dieser Betrag fehlt dann oft für die weiteren Urlaubsausgaben.  Zukünftig müssen Sie explizit  zustimmen, dass dieser Betrag geblockt wird.

Mehr Sicherheit bei Online-Zahlungen durch "starke Kundenauthentifizierung"

Gegen die steigende Kriminalität im Internet hilft nur eins: mehr Sicherheit. Für jede Online-Zahlung wird deshalb mit der PSD2 die Verpflichtung zur „starken Kundenauthentifizierung“ (strong customer authentication, kurz SCA) eingeführt.

Online-Zahlungen müssen durch zwei unabhängige Merkmale der Kategorien Wissen, Besitz und Inhärenz (auch: Biometrie) bestätigt werden:

Wissen = etwas, das nur der Kunde weiß, z. B. PIN, Anmeldename…
Besitz = etwas, das nur der Kunde besitzt, z. B. Handy, TAN-Generator…
Inhärenz = ein biometrisches Merkmal des Kunden, z. B. Fingerabdruck, Stimme…

Beim Internet-Banking nutzen Sie das schon immer. Mit Anmeldename & PIN und TAN-Eingabe sind Sie beim Banking gut geschützt.

Zusätzlich wurde festgelegt, dass die Authentifizierung ein dynamisches Element beinhalten muss. Damit wird eine Zahlung eindeutig einem bestimmten Empfänger und einem bestimmten Betrag zuordnet. Das iTAN-Verfahren erfüllt diese Bedingungen nicht und muss daher perspektivisch eingestellt werden. Die Übergangsfrist läuft jedoch noch.

Mehr Rechte bei Missbrauch oder Betrug bei Online- und Kartenzahlungen

Geht Ihre Karte verloren oder wird gestohlen und dann unrechtmäßig eingesetzt, so sind Sie jetzt besser geschützt.

Geringere Haftungsgrenze bei nicht autorisierten Kartenzahlungen

Für Schäden, die in der Zeit zwischen Kartenverlust und Kartensperre auftreten können, gilt eine Selbstbeteiligung. Diese sinkt auf 50 Euro. Für unsere Aktivkunden verzichten wir auch weiterhin auf diese Selbstbeteiligung. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz ist die Haftung jedoch auch künftig nicht beschränkt.

Schnellere Erstattung des Betrages bei nicht autorisierten Zahlungen

Galt früher das Prinzip: erst Prüfen, dann Erstatten dreht sich dieses Prinzip mit PSD2 um. In allen Fällen, in denen Betrugsverdacht besteht, erhalten Sie die betrügerischen Zahlungen innerhalb eines Bankarbeitstages erstattet. Bei einem begründeten Betrugsverdacht gilt diese Frist jedoch nicht. Selbstverständlich erhalten Sie von uns eine detaillierte Information zu unserer Recherche.

Und so geht's: Füllen Sie im Fall einer missbräuchlichen Zahlung bitte das entsprechende Formular aus.