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„Nachhaltigkeit ist mittelfristig alternativlos“

Nachhaltige Geldanlagen sind im Trend. Für Privatanleger*innen sind entsprechende Wertpapierprodukte aber schwer zu durchdringen. BayernInvest-Fondsmanager Sascha Riedl erklärt, wie man nachhaltige Fonds auflegt und woran man sie erkennt.

September 2021

Sascha Riedl ist seit 2016 Fondsmanager bei der BayernInvest. Sein Fokus liegt auf nachhaltigen Investments. Er managt unter anderem die DKB Nachhaltigkeitsfonds, ein Portfolio aus weltweiten Aktientiteln. Sascha hat einen Master of Science in Economics von der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

Hallo Sascha, wie setzt du als Fondsmanager eigentlich einen Fonds auf? Kannst du uns das Vorgehen kurz erläutern?

Sascha Riedl: Die Neuauflage eines Fonds ist abstrakt. Deshalb erkläre ich das gerne am Beispiel der DKB Nachhaltigkeitsfonds. Am Anfang haben wir dafür gemeinsam mit Kolleg*innen der DKB und BayernInvest die Ausrichtung der Strategie definiert. Normalerweise erfolgt das am Konferenztisch, bei uns war es eine Bierbank in Berlin-Kreuzberg.

Unser Ziel war es, den Klimawandel und den Klimaschutz in den Mittelpunkt zu stellen.

Sascha Riedl, Fondsmanager der BayernInvest

Dabei wurden sowohl die Komponenten wie Risikotragfähigkeit und Renditeerwartung, als auch die Anlageklassen und Themenschwerpunkte bestimmt. Beim DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz beispielsweise wollten wir uns nicht nur aus dem weltweiten Aktienmarkt bedienen und am Risiko des MSCI World Index orientieren. Unser Ziel war es, den Klimawandel und den Klimaschutz in den Mittelpunkt zu stellen.

Wie habt ihr diese Fokussierung umgesetzt?

Sascha Riedl: Der Fonds soll das aus dem Klimawandel resultierende Risiko reduzieren und versuchen, den Gesamtmarkt renditeseitig zu schlagen. Essenziell hierfür ist, dass wir die Klimarisiken nicht einfach gegen Klumpenrisiken tauschen, indem der Fonds sich beispielsweise nur auf bestimmte, klimatechnisch verlockende Marktsegmente wie erneuerbare Energien fokussiert. Wir wollen so breit wie möglich investiert bleiben, was Regionen und Branchen angeht.

Essenziell hierfür ist, dass wir die Klimarisiken nicht einfach gegen Klumpenrisiken tauschen.

Sascha Riedl, Fondsmanager der BayernInvest

Gemeinsam mit unseren Daten- und Indexpartnern haben wir die Unternehmen nach Klimakriterien kategorisiert und geeignete Anlagemöglichkeiten identifiziert. Trotz technischer Hilfsmittel, Algorithmen und mathematischer Modelle basiert ein aktives Portfoliomanagement weiterhin auch auf den individuellen Einschätzungen der Manager*innen. Und nicht nur das, der Fokus liegt bei der BayernInvest und für mich persönlich in der ökonomischen Betrachtung von Nachhaltigkeit. Der jüngste Bericht des Weltklimarats hat gezeigt, dass wir die Erderwärmung ohne die schnelle Reduktion der Treibhausgasemissionen nicht ausreichend begrenzen werden können. Ganz im Gegenteil. Deshalb müssen wir alle ran – gerade auch die Kapitalanleger*innen.

Was unterscheidet das Aufsetzen eines nachhaltigen Fonds von einem „normalen“ Fonds?

Sascha Riedl: Ein konventioneller Fonds wird nach zwei Dimensionen zusammengesetzt: Risiko und Rendite. Bei einem nachhaltigen Portfolio ergänzen Nachhaltigkeitsthemen die Risikoperspektive. In der Vergangenheit wurde postuliert, Nachhaltigkeit koste sogar Rendite. Jetzt muss ich etwas theoretisch werden:

Klimastrategien sind ohne Reduktion der Renditeerwartung umsetzbar. 

Sascha Riedl, Fondsmanager der BayernInvest

Die Verteuerung von CO2-Emissionen stärkt die fundamentalen Aussichten derjenigen Unternehmen, die sich bereits Klimaziele gesetzt haben, verglichen mit ihren Wettbewerbern ohne entsprechende Ziele oder Produktlösungen. Klimastrategien sind ohne Reduktion der Renditeerwartung umsetzbar. Dazu gibt es mittlerweile ausreichend Studien und auch von der BayernInvest zahlreiche Artikel. Die Frage auf den Punkt gebracht: Nachhaltigkeit verlangt der Wirtschaft viel finanziellen, personellen und strukturellen Aufwand ab. Aber sie ist mittelfristig alternativlos, wenn man langfristig ein stabiles Portfolio ohne Ausfälle und gestrandete Vermögenswerte haben will.

Worauf sollten Anleger*innen achten, wenn sie einen nachhaltigen Fonds auswählen?

Sascha Riedl: Tatsächlich ist die Gesamtbetrachtung des Fonds wichtig: Ist der Anbieter glaubwürdig nachhaltig unterwegs? Passt die Portfoliostruktur, um die gesteckten Ziele zu erreichen?

Die Offenlegungsverordnung der Europäischen Union hilft dem europäischen Finanzmarkt enorm.

Sascha Riedl, Fondsmanager der BayernInvest

Die Angst vor grünen Mogelpackungen ist zum einen mangelnder Transparenz geschuldet. Die Offenlegungsverordnung der Europäischen Union hilft dem europäischen Finanzmarkt enorm, dieses Thema anzugehen. Zum anderen bedeutet das Phänomen des „Greenwashing“, sich mit falschen Federn zu schmücken. Hier muss das Fondsmanagement ganz klar in die Pflicht genommen werden und jederzeit aussagefähig sein, warum die Titel im Portfolio sind und wie dies zum Prozess und den gesetzten Risiko-, Rendite- und eben auch Nachhaltigkeitszielen passt.

Welche Bestrebungen gibt es, nachhaltige Fonds transparenter und für Verbraucher*innen erkennbar zu machen?

Sascha Riedl: Auf europäischer Ebene machen wir mit der bereits genannten EU-Offenlegungsverordnung einen riesen Schritt beim Thema Transparenz. Daneben wurden vor einigen Wochen die Corporate-Social-Responsibility-Berichtspflichten neu formuliert. Und damit müssen Unternehmen einer bestimmten Größe jetzt nicht nur über Nachhaltigkeitsfortschritte berichten, sondern diese in die Unternehmensberichte integrieren. Die Verbände von Banken und Fondsgesellschaften haben außerdem im sogenannten Verbändekonzept nachhaltige Fondskategorien aus den Bereichen Environment, Social und Governance abgestimmt. Auch da steht der Verbraucher*innenschutz an erster Stelle.

Nachhaltige Geldanlagen erkennen?

Nicht alle „nachhaltigen“ Anlageprodukte verdienen dieses Label. Unser Trendartikel gibt Tipps, wie du die Spreu vom Weizen trennst.

Was macht nachhaltige Fonds eigentlich erfolgreich und wie schneiden sie im Marktvergleich ab?

Sascha Riedl: Bei der Performance-Analyse werden die Scheuklappen abgelegt, um einen Blick aufs große Ganze zu werfen: Wie geht ein Unternehmen mit Umweltrisiken um? Wie kommuniziert ein Unternehmen die nachhaltige Ausrichtung?

Alle drei DKB Nachhaltigkeitsfonds liegen vor ihrer Benchmark, ohne ein signifikant höheres Risiko aufzuweisen.

Sascha Riedl, Fondsmanager bei der BayernInvest

Die Analyse von Finanzkennzahlen ist eng mit Nachhaltigkeit verknüpft, das sollte im Sommer 2021 selbstverständlich sein. Die Antwort für die DKB Nachhaltigkeitsfonds lautet: Wir haben eindrucksvolle Ergebnisse bei angemessenen Risiken erzielt, und das seit Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie im Juni 2019. Nach Abzug der Kosten liegen alle drei DKB Nachhaltigkeitsfonds vor ihrer Benchmark, ohne ein signifikant höheres Risiko aufzuweisen. Auch in den volatilen Marktphasen der vergangenen zwei Jahre haben wir uns sehr gut geschlagen. Natürlich konnten wir letztes Jahr von dem Boom der nachhaltigen Geldanlagen profitieren, aber auch dieses Jahr liegen wir trotz einer starken Trendwende auf dem Niveau der Benchmark.

Sascha Riedl ist Fondsmanager bei der BayernInvest.

Kurz gesagt
  • Für die Anlagestrategie des Fonds werden zunächst Risikotragfähigkeit und Renditeerwartung, als auch die Anlageklassen und Themenschwerpunkte definiert.

  • Für die Auflage eines nachhaltigen Fonds werden die Unternehmen nach Klimakriterien kategorisiert und geeignete Anlagemöglichkeiten identifiziert.

  • Bei einem nachhaltigen Portfolio ergänzen Nachhaltigkeitsthemen die Risikoperspektive.

  • Klimastrategien sind ohne Reduktion der Renditeerwartung umsetzbar.

  • Die Offenlegungsverordnung der Europäischen Union hilft dem europäischen Finanzmarkt dabei, mehr Transparenz zu schaffen.

DKB-Studie: Nachhaltige Kapitalanlage

Gemeinsam mit dem Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI) hat die DKB eine der umfangreichsten Marktstudien zum Umgang von Privatanleger*innen mit nachhaltigen Finanzanlagen durchgeführt.

Marketingmitteilung

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