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Süßwaren made in Thüringen

Im thüringischen Schmalkalden haben es Karl Heinz Einhäuser und Holger Storch, geschafft ein DDR-Traditionsunternehmen, die VEB Nougat- und Marzipanfabrik, vor der Abwicklung durch die Treuhand zu retten. Heute ist die Viba Sweets deutscher Marktführer für Nougatriegel und einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Bereits Charles Dickens wusste: „Nichts ist wertvoller als ein guter Freund, außer ein Freund mit Schokolade.“ Vielleicht dachten sich das auch der ehemalige Unternehmensberater Karl Heinz Einhäuser und der frühere Produktionsleiter der VEB Nougat- und Marzipanfabrik Holger Storch als sie 1992 die traditionsreiche Schokoladenfabrik von der Treuhand erwarben. Für manche ein Himmelfahrtskommando, denn Süßigkeiten mit DDR-Nachgeschmack waren nicht mehr gefragt. Das hoch defizitäre Unternehmen mit schlechten Produktionsbedingungen und ohne Absatzmarkt stand vor dem Aus. 200 Mitarbeitern drohte die Entlassung. Mit einer ordentlichen Portion Mut und viel Innovationsgeist starteten sie trotzdem den Neuanfang.

Als Karl Heinz Einhäuser und Holger Storch 1991 in das Unternehmen einstiegen, stand es nicht allzu gut um den Süßwarenhersteller. Dabei hatte die Marke eine lange Tradition: Seit 1893 gb es Viba - damals von einem Geschwisterpaar als „Café Viebahn“ mit eigener Süßwarenproduktion gegründet. Auch in der DDR produzierte der VEB zartes Nougat, Marzipan, Fruchtriegel (unter Mitarbeit von Sportmedizinern und Nationaltrainern der DDR) und Pralinés. Doch DDR-Süßigkeiten waren zu Beginn der 90er Jahre nicht mehr gefragt. Ein neues Konzept musste her und schmerzliche Einschnitte standen bevor. Die Belegschaft wurde reduziert, das Sortiment verkleinert. Allmählich schafften es Karl Heinz Einhäuser und Holger Storch, den ostdeutschen Markt neu zu erschließen. Die größte Schwierigkeit bestand darin, von den Handelsketten mit guten Preisen gelistet zu werden. Ostdeutsche Produkte, so die Argumentation der Ketten, müssten deutlich günstiger sein als ihre westdeutschen Wettbewerber - bei gleicher Qualität. 1996 investierten Einhäuser und Storch 8 Millionen DM in die Erneuerung ihrer Produktionsanlagen. Bei einem Jahresumsatz von nur 9 Millionen DM gingen sie damit ein hohes Risiko ein. Der Firmenname wurde in „Viba Süßwaren GmbH“ geändert und auch optisch bekamen die Nougatstangen ein neues Outfit. Im Jahr 2000 sollte dann der Traum eines jeden Schokoladenliebhabers wahr werden: Viba Sweets produzierte die größte Nougatstange der Welt - 750 Kilogramm schwer, 3 Meter lange und 50 Zentimeter im Durchmesser - und schaffte es damit ins Guinness-Buch der Rekorde. Inzwischen steht Viba für Erlebnis und Schokoladenproduktion zum Anfassen. 2012 eröffnete eine Nougat-Erlebniswelt in Schmalkalden und die Viba Erlebnis-Confiserie & Café in Dresden. Dort kann man den Confiseuren über die Schulter schauen (oder auch gerne mal am Nougatbrunnen naschen). Heute ist die Viba-Nougat-Welt sogar der beliebteste touristische Anziehungspunkt in der Region. Das Unternehmen beschäftigt derzeit knapp 300 Mitarbeiter und Auszubildende in der Produktion und in 44 Filialen. Auch im Ausland sind Viba-Produkte gefragt. Neben all der Freude über das Erreichte gibt es bereits neue Pläne: Der Hauptrohstoff für Nougat soll bald regional angebaut werden - auf Haselnussplantagen in Sachsen und Thüringen.

“Neben der DKB, die als unsere Hausbank die umfangreichen Investitionen begleitet hat, möchten wir uns beim Bundesverband der Süßwarenindustrie, bei Herbert Meister vom Markenverband, der uns bei der Markenentwicklung zur Seite stand, und bei Bernd Nordmeyer in Freiburg, der uns im Bereich Innovationen unterstützt hat, recht herzlich bedanken. Vor allem geht unser Dank aber an unsere Mitarbeiter. Nur gemeinsam konnten wir es schaffen.”

Karl Heinz Einhäuser, Viba Sweets GmbH

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