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Eine Hand dreht an einer Heizung.
Energiekosten: 10 Tipps helfen beim Strom und Gas sparen

Ob beim Heizen, bei Wasser oder Strom: Du möchtest deine Energiekosten senken? Das ist schon mit einfachen Maßnahmen und wenig Aufwand möglich.

September 2022

Die Energiekrise bereitet vielen Menschen hierzulande Sorgen. Ihnen drohen immense Energierechnungen, denn Versorger haben angekündigt, ihre Preise zu erhöhen. Obendrauf müssen Haushalte und Industrie eine Gasumlage von 2,419 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen. Da Gaslieferungen aus Russland ausbleiben, haben Energieimporteure durch Ersatzbeschaffungen Mehrkosten, die sie mit der Umlage an ihre Kunden weitergeben können.

Fragst du dich, was sich nun tun lässt? Schon wenn du deine Gewohnheiten daheim nur etwas änderst, kannst du nicht nur viel Energie, sondern auch bares Geld sparen. Dabei können ganz einfache Maßnahmen im Alltag helfen – dieser Artikel gibt konkrete Tipps:

Heizen

Die meiste Energie beim Wohnen benötigen wir fürs Heizen: Der Anteil liegt in Deutschland bei mehr als 70 Prozent. Hier kannst du also am stärksten handeln, um den Verbrauch zu senken.

Rund 500 €

kann ein Haushalt im Schnitt pro Jahr sparen, wenn der Heizverbrauch gesenkt wird.

Quelle: co2online

Das schont nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel: Fachleute der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online haben ermittelt, dass ein Haushalt im Schnitt rund 500 Euro pro Jahr sparen kann. Es kommt aber darauf an, ob du zur Miete wohnst oder ein Eigenheim besitzt. Die Berechnungen der folgenden Einzelmaßnahmen basieren deshalb auf verschiedenen durchschnittlichen Haushaltsgrößen: Einer 70 qm-Wohnung im Mehrfamilienhaus mit Gasheizung und zwei Personen sowie einem 110 qm-Einfamilienhaus mit Gasheizung und drei Personen. Was sich vor allem bezahlt macht:

Wenn alle Haushalte in Deutschland die Temperatur in den Wohnungen um zwei Grad reduzieren, würden laut Umweltbundesamt rund 21 Terawattstunden (TWh) weniger Gas benötigt. Das sind rund 5 Prozent des derzeit aus Russland importierten Erdgases. Wer einen programmierbaren Thermostat nutzt, kann die Wohn- oder Schlafzimmertemperatur exakt steuern. Smarte Thermostate schalten sogar die Heizung automatisch aus, sobald ein Fenster geöffnet ist. Die einmalige Investition beträgt 60 bis 120 Euro – je nach Ausstattung der Zimmer. Übrigens: Mobile Elektroheizungen rechnen sich nicht als Gasalternative. Denn dabei muss für Strom erst Energie umgewandelt werden.

Jährliche Kostenersparnis laut co2online: zur Miete 35 Euro, im Einfamilienhaus 75 Euro.

Ein Vier-Personen-Haushalt gibt täglich zwischen sechs und zwölf Liter Wasser an die Luft ab. Wenn diese Feuchtigkeit nicht regelmäßig rausgelüftet wird, entsteht dicke Luft durch Innenraumschadstoffe und Schimmel. Daher solltest du am besten drei- bis viermal täglich lüften und dabei die Fenster kurz komplett öffnen. Dieses Stoßlüften sorgt schnell für den benötigten Luftaustausch – und gleichzeitig sparst du Energie. Läuft die Heizung, solltest du währenddessen die Thermostate runterdrehen, dadurch geht weniger Heizenergie verloren.

Jährliche Kostenersparnis: zur Miete 80 Euro, im Einfamilienhaus 155 Euro.

Wenn ein Herzkörper gluckert, befindet sich in der Regel zu viel Luft im System. Diese lässt weniger Raum für das heiße Wasser, das eigentlich die Heizung erwärmen soll. Als Folge lässt die Heizkraft nach – und der Energieverbrauch steigt. Fachbetriebe helfen dir hier weiter. Alternativ zeigen Anleitungen im Netz, wie du die Heizung in wenigen Schritten entlüften kannst.

Jährliche Kostenersparnis: zur Miete 30 Euro, im Einfamilienhaus 60 Euro.

Wasser

Mehr als 15 Prozent der häuslichen Energie fließen ins Warmwasser, das beim Duschen, Baden oder Händewaschen verbraucht wird. Mit folgenden Maßnahmen senkst du den Verbrauch und sparst klimaschädliches CO2 und Kosten ein:

Etwas mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (52 Prozent) duscht laut einer Studie jeden Tag einmal, vier Prozent zweimal täglich. Im Schnitt duschen die Menschen hierzulande elf Minuten. Das ist nicht nur aus dermatologischer Hinsicht problematisch, sondern verschwendet auch Energie und Geld. Mit einem Duschrechner der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kannst du deine individuellen Kosten und den CO2-Ausstoß ermitteln. Dabei siehst du auch, wie viel Warmwasser sich durch kürzeres Duschen oder eine geringere Schüttmenge sparen lässt. Erwärmt ein Durchlauferhitzer das Wasser, vermeidest du rund 35 kg CO2 im Jahr.

Jährliche Kostenersparnis: zur Miete 70 Euro, im Einfamilienhaus 110 Euro.

Bis zu 14 Liter Wasser plätschern pro Minute durch einen herkömmlichen Duschkopf. Ein Sparduschkopf verbraucht je nach Modell rund die Hälfte. Dadurch senkt er den Energieverbrauch fürs Duschen um rund 30 Prozent. Auch viel CO2 kannst du so vermeiden: Bei einer täglichen Dusche von etwa sechs Minuten rund 215 kg im Jahr. Die Sparduschköpfe gibt‘s schon ab 20 Euro im Baumarkt.

Jährliche Kostenersparnis: zur Miete 215 Euro, im Einfamilienhaus 375 Euro.

Wenn du Durchflussbegrenzer und Perlstrahler an die Wasserhähne bei dir in Küche und Bad anbringst, vermindern sie den Durchfluss des Wassers um die Hälfte. Die beigemischte Luft sorgt dafür, dass der gefühlte Druck und das Volumen des Wassers gleichbleiben. Die Geräte bekommst du ab 10 Euro im Handel.

Jährliche Kostenersparnis: zur Miete 40 Euro, 55 Euro im Einfamilienhaus.

Händewaschen mit kaltem Wasser schont das Klima, da pro Person und Jahr 30 kg weniger schädliches CO2 entstehen als mit Warmwasser. Aber ist das auch hygienisch? Um Bakterien zu vernichten, ist die Temperatur nicht entscheidend, hat eine Studie der Rutgers University (USA) ermittelt. Am effektivsten ist es, wenn du Seife benutzt: Sie entfernt auch bei kaltem Wasser fast alle Erreger.

Jährliche Kostenersparnis: zur Miete 20 Euro, 35 Euro im Einfamilienhaus.

Kostenloses Beratungsangebot

Die Bundesregierung fördert das kostenlose Beratungsangebot „Stromspar-Check“ für Menschen mit niedrigem Einkommen. Hartz-IV-Empfänger*innen, Geringverdienende oder Rentner*innen etwa können sich in ihrem Zuhause zu konkreten Möglichkeiten des Energiesparens beraten lassen und erhalten zum Beispiel energiesparende LED-Lampen oder schaltbare Steckerleisten. Es gibt zudem Zuschüsse, um alte Kühlschränke oder Gefriertruhen mit hohem Stromverbrauch gegen moderne Geräte auszutauschen.

Strom

Rund zehn Prozent der häuslichen Energie verbrauchen wir für Strom. Nutzen wir weniger, liegt das durchschnittliche Sparpotenzial bei 320 Euro pro Jahr und Haushalt. Gleichzeitig lässt sich durch den verringerten Treibhausgas-Ausstoß etwas fürs Klima tun. So kannst du deinen Verbrauch spürbar drosseln:

Ein typischer Haushalt verbraucht fast 300 kWh Strom pro Jahr für die Beleuchtung. 80 Prozent davon kannst du sparen, indem du Glühbirnen gegen LED-Leuchtkörper austauschst. Diese haben mit bis zu 15.000 Betriebsstunden eine deutlich längere Lebensdauer als Glühlampen, die rund 1.000 Betriebsstunden leuchten (ungefähr ein Jahr). LED-Lampen kosten zwischen 20 und 50 Euro.

Wenn du nur zehn 60-Watt-Glühlampen ersetzt, hast du schon 165 Euro jährlich mehr im Geldbeutel.

Sind deine Elektrogeräte wie PC, Drucker oder Mini-HiFi-Anlage häufiger im Stand-by-Modus? Dann nutzt du unnötig Strom: Allein bei einem Fernseher sind das rund 112 kWh pro Jahr. Laut Umweltbundesamt verbrauchen Geräte im Stand-by-Modus hierzulande Strom im Wert von etwa 4 Milliarden Euro im Jahr. Steckdosenleisten sorgen dafür, dass du mehrere Geräte mit nur einem Schalter-Klick ausstellen kannst.

Auf diese Weise lassen sich Stand-by-Verluste um bis zu 95 Prozent senken und jährliche Stromkosten von bis zu 61 Euro sparen.

Wäschetrockner sind wahre Stromfresser, selbst wenn es sich um energieeffiziente Modelle handeln sollte. Das liegt am Wärmebedarf der Geräte. Gerade im Sommer lässt sich leicht auf sie verzichten und stattdessen die Wäsche auf dem Balkon oder im Garten trocknen.

Sparpotenzial pro Jahr: 85 kg CO2 – und 55 Euro.

Checkliste
  • Wasch- und Duschverhalten ändern

  • Auf Stand-by verzichten

  • Energiefresser wie Trockner vermeiden

  • LED-Lampen und weitere energiesparende Produkte anbringen

TIPP

Unabhängige Anlaufstellen helfen dir dabei, mit einfachen Tricks noch mehr Energie in deinem Haushalt zu sparen. Dazu zählen die Verbraucherzentralen, bei denen du dich auch vor Ort beraten lassen kannst. Mit der Kampagne „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ informiert auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Netz über Einsparmöglichkeiten im Alltag.

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