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Viele Börsenhändler*innen auf dem Parkett.
Börsengurus: Was du von Buffett & Co. für deine Geldanlage lernen kannst

Investment-Legenden wie Warren Buffett oder George Soros sind schon lange erfolgreich an den Börsen. Trotz unterschiedlicher Anlagestrategien haben sie klare Prinzipien. Ihre Erfahrung kannst du dir auch als Privatanleger*in zunutze machen.

August 2022

Warren Buffett verdiente seine ersten Investment-Dollar beim Zeitungsaustragen und kaufte sich mit elf Jahren die ersten Aktien. Leider stieß er sie viel zu schnell wieder ab. Benjamin Graham verlor beim schwarzen Freitag von 1929 den größten Teil seines Vermögens – aber nicht die Nerven. Auch die legendärsten Börsengurus haben klein angefangen oder Misserfolge gehabt. Über Jahrzehnte hinweg haben sie trotz Börsen-Rallyes und Panikverkäufen ihr Milliardenvermögen erhalten und weiter vergrößert. Von ihren Erfahrungen können auch private Anleger*innen lernen.

Vater des Value Investing

Der US-Wirtschaftswissenschaftler Benjamin Graham (1894 – 1976) entwickelte als einer der ersten Investoren die Methode des sogenannten Value Investing. Mit seinem Klassiker „The Intelligent Investor“ (1949) beeindruckte der geborene Brite später auch den jungen Warren Buffett. Graham suchte speziell nach Unternehmen, die weit unter Wert an der Börse gehandelt werden. Weil der Markt seiner Meinung nach getrieben war von wirtschaftlichen Schwankungen, einmaligen Ereignissen, negativer Publicity oder menschlichen Fehlern, sollten Investor*innen lieber ihre eigenen Analyse anstellen – basierend auf Unternehmensberichten und aktuellen Finanzen. Der Kauf von Anteilscheinen lohnte sich für ihn dann, wenn das Vermögen der Firma größer war als ihr aktueller Marktwert. Seine Theorie testete Graham erstmals lukrativ 1915, als er herausfand, dass die einzelnen Unternehmen der Guggenheim Exploration Company, die aufgelöst werden sollte, weit mehr wert waren als der an der Börse gehandelte Marktwert. Schon als 26-Jähriger hatte Graham ein Einkommen von einer halben Million US-Dollar.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Sich nicht von der Irrationalität an der Börse beeinflussen lassen. Recherchiere selbst und sieh bei den einzelnen Unternehmen genau hin.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie Benjamin Graham investieren möchtest:

Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BL25JM42)

DWS Global Value - SC EUR ACC (ISIN: LU1057898238)

Graham gilt als Vater des Value-Investings. Das Prinzip basiert auf der Idee, in Unternehmen zu investieren, welche an der Börse unter ihrem eigentlichen Wert gehandelt werden.

Perfektionist beim Growth Investing

Als Student in Oxford finanzierte der Brite Sir John Marks Templeton (1912 – 2008) einen Teil seines Studiums mit Gewinnen beim Poker. 1954 gründete er den Templeton Growth Fund, der fast vier Jahrzehnte lang durchschnittlich 15 Prozent Profit jährlich lieferte. Dabei setzte Templeton auf „Growth Investing“. Das funktionierte so: Er suchte sich Unternehmen mit Wachstumspotenzial, aber fokussierte sich darauf, wie sich die ganze Branche entwickelte. Aktien von an der Börse unterschätzten Unternehmen hielt er so lange bis sie auf einen fairen Preis stiegen.

Als einer der ersten US-amerikanischen Investor*innen zeigte sich Templeton auch an bis dahin ignorierten Märkten in Asien und Osteuropa interessiert. Und umgekehrt: Nachdem die japanischen Märkte in den 1970er Jahren bei westlichen Anleger*innen en vogue geworden waren, zog er sich daraus zurück.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Mit dem gezielten Investieren in einzelne, börsennotierte Unternehmen kann sich eine gute Rendite erwirtschaften lassen. Manchmal kann es sich lohnen, gegen den Strich zu investieren.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie John Templeton investieren möchtest:

Templeton Growth (Euro) Fund - A EUR ACC (ISIN: LU0114760746)

Der Börsenguru ist bekannt als Gründer der Templeton Growth Fund Inc. Der Templeton Growth Fund ist nach bald 70 Jahren der Flagship-Fonds der Gesellschaft.

Pionier der Indexfonds (ETFs)

John „Jack“ Bogle (1929 – 2019) ist Gründer der Vanguard Group, die heute nach BlackRock der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt ist. Die Gruppe verwaltete 2021 global rund 10 Billionen US-Dollar. Bogle bevorzugte langfristige Investitionen statt purer Spekulation. Der US-Amerikaner gilt als Pionier der Indexfonds, die er 1975 startete: Investmentfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen bestimmten Börsenindex ab – wie beispielsweise den Dax, den Dow Jones oder den Weltaktienindex MSCI World. Die Idee dahinter: Der Fonds spiegelt die Entwicklung des Original-Index wider, wird aber passiv verwaltet. Im Vergleich zu einem aktiven Fonds benötigt er keine*n Fondsmanager*in und ist daher kostengünstiger. Bogle ermöglichte mit der Idee des Indexfonds einem breiten Publikum Zugang zu günstigen Anlagemöglichkeiten und auf längere Sicht höhere Gewinne.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Die Grundregeln für Anleger*innen beachten, auf die Bogle schwor. Dazu zählen: günstige Anlagefonds auswählen, das Risiko auf früherer Performance basierend abschätzen, das Portfolio selbst zusammenstellen und lange halten.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie John Bogle investieren möchtest:

Vanguard S&P 500 UCITS ETF (ISIN: IE00B3XXRP09)

John Bogle war der Gründer und Geschäftsführer von Vanguard. Mit dem Konzern brachte Bogle den ersten ETF an den Markt.

Das Orakel von Omaha

Im Alter von über 90 Jahren ist Warren Buffett (geboren 1930) eine Investment-Legende. Durch seine Firma Berkshire Hathaway mit Hauptsitz in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska) gehört er seit Jahrzehnten zu den reichsten Menschen der Welt. Forbes schätzte 2022 sein Vermögen auf 118 Milliarden US-Dollar (Platz 5). Bei den Aktionärstreffen wird Buffett von den Medien und Anleger*innen wie ein Rockstar gefeiert, weil er seinen Shareholdern regelmäßig Gewinne einfährt. Als „Orakel von Omaha“, wie er scherzhaft genannt wird, scheint seine Anlagepolitik fast unfehlbar.

Von seinem Professor Benjamin Graham lernte Buffett an der New Yorker Columbia University Value Investing. Und er hat diese Strategie weiterentwickelt – vor allem, wie der schwer zu definierende Eigenwert eines Unternehmens bestimmt werden kann. Buffett schaut genau auf die Geschäftsergebnisse eines Unternehmens und beachtet außerdem, ob das Unternehmen länger als zehn Jahre existiert, öffentlich gehandelt wird, wie sehr es von einem Rohstoff abhängt und ob die Aktien günstig sind, sprich: ob sie vom Markt unterschätzt werden.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Auf das Unternehmen als Ganzes schauen: Performance, Schulden und Profit-Margen mit in die Beurteilung für den Kauf von Aktien einfließen lassen.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie Warren Buffett investieren möchtest:

Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BL25JM42)

DWS Global Value - SC EUR ACC (ISIN: LU1057898238)

In seinem Portfolio hält der Investor vor allem Einzeltitel die als Value-Aktien gelten, beispielsweise Coca-Cola, Bank of America und Apple.

Wie Graham ist Buffett ein bekannter Value-Investor. Er wurde in seinem Wirken stark durch Graham beeinflusst.

Hedgefonds-Tycoon und Philanthrop

Als György Schwartz (1930) in Budapest geboren, unterstützte George Soros sein Leben lang progressive und liberale politische Bewegungen, vor allem in Osteuropa. In der Forbes-Liste von 2022 erscheint Soros zwar nur noch auf Platz 246 der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 8,6 Milliarden US-Dollar. Er hat aber 64 Prozent seines Vermögens für gute Zwecke gespendet und mehr als 15 Milliarden Dollar durch seine Open-Society-Stiftungen verteilt, die sich für Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheit und unabhängige Medien einsetzt.

Sein berühmter Hedgefonds Quantum Funds ist bekannt für seine Global-Macro-Strategie: Soros spekuliert gegen große makroökomische Strömungen wie zum Beispiel Währungen, Rohstoffe, Aktien, Bonds und Derivate. Das trug ihm den Titel „The man who broke the Bank of England” (der Mann, der die Bank von England sprengte) ein, weil er während der britischen Pfund-Krise 1992 mit sogenannten Short Sales – also Leerverkäufen von Werten, die er nur geliehen hatte – innerhalb eines Tages eine Milliarde US-Dollar Profit gemacht haben soll.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Global nach guten Investitionsmöglichkeiten suchen. Mit dem zusätzlich erwirtschafteten Vermögen kannst du Initiativen unterstützen, die dir am Herzen liegen.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie George Soros investieren möchtest:

Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R Fonds (ISIN: LU0323578657)

Der Investor hält beispielsweise Aktien von Nike, Airbnb sowie dem Google-Mutterkonzern Alphabet.

Soros ist ein aktiver Value-Investor, welcher im Rahmen einer Macro-Strategie weltweit beispielsweise in Rohstoffe, Aktien und Derivate investiert und stets auf der Suche nach Anlagechancen ist. Daher ist ein breiter, aktiver und offensiverer Mischfonds seiner Strategie am nächsten.

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Der Rohstoffexperte

Seine ersten Dollar verdiente Jim Rogers (geboren 1942) schon als Fünfjähriger durch den Verkauf von Erdnüssen und das Sammeln von Pfandflaschen. Später gründete er zusammen mit dem Investor George Soros den Quantum Funds – einen der erfolgreichsten Hedgefonds der Welt. US-Medien nennen ihn auch gerne „Indiana Jones der Finanzen“: Als passionierter Weltenbummler zog er sich 1980 aus der Finanzwelt zurück und reiste zweimal um den Globus. 1998 gründete er dann den Rogers International Commodity Index. Der ETF bildet die Wertentwicklung eines Korbs von rund 38 Rohstoffen aus Sektoren wie Energie, Metalle, Nutztiere und landwirtschaftliche Produkte nach.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Am besten in Rohstoffe investieren, die alle brauchen. Gold und Silber können Sicherheiten bieten.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie Jim Rogers investieren möchtest:

Market Access Rogers International Commodity Index UCITS ETF - EUR ACC (ISIN: LU0249326488)

Rogers ist bekannt als Hedgefonds-Manager. Er gründete gemeinsam mit George Soros den Quantum-Fonds und investierte hauptsächlich an den Rohstoffmärkten.

Der Börsen-Influencer

Elon Musk (geboren 1971) ist streng genommen kein Börsenguru. Der umtriebige Vorstandschef des Elektroauto-Pioniers Tesla und des Raumfahrtunternehmens Space X steht aber für ein neues Phänomen: Durch seine Präsenz in den Sozialen Medien kann Musk beispielsweise mit einem einzigen Tweet Börsenkurse beeinflussen und Unternehmen ins Schwanken bringen.

Davon blieb auch der Nachrichtendienst Twitter selbst nicht verschont: Als Musk bei der möglichen Übernahme mangelnde Geschäftsaussichten und finanzielle Schwierigkeiten des Kurznachrichtendienstes publik machte, fielen die Twitter-Aktien. Auch Musks Unterstützung des Internetforums Reddit im Kampf gegen Shortseller im Fall der GameStop-Aktien zeigt: Er hat erheblichen Einfluss auf die Märkte und kann Kursausschläge auslösen. Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt steht Musk mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 219 Milliarden US-Dollar an der Spitze. Die Beurteilung basiert auch auf Musks Aktienanteilen und den Bewertungen seiner Unternehmen.

Was kann ich als Privatanleger*in davon lernen?

Nicht jedem Promi, nicht jedem Hype hinterherlaufen, es könnte zu risiko- und verlustreich sein.

Anlagemöglichkeiten

Wenn du wie Elon Musk investieren möchtest:

iShares Electric Vehicles and Driving Technology UCITS ETF USD (Acc) (ISIN: IE00BGL86Z12)

Als Gründer von Tesla steht Elon Musk wie kein anderer für die Elektromobilität. Dieser ETF bildet den Markt der elektronischen Fahrzeuge umfassend ab.

Kurz gesagt
  • Mit Value Investing kannst du auf an den Märken unterschätzte Unternehmen setzen und lange halten.

  • Vor dem Aktienkauf lohnt es sich, Geschäftsberichte von Unternehmen anzusehen und eigene Schlüsse zu ziehen.

  • Du solltest das Wachstumspotenzial von ganzen Branchen und nicht einzelnen Firmen im Auge behalten.

  • Indexfonds bieten günstigere Anlagemöglichkeiten und weniger Risiko.

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