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Im Gleichklang mit dem Markt

Was ist ein ETF?

 

Transparent und kostengünstig: Vermögensaufbau mit ETFs

Vor einigen Jahren galten sie noch als Geheimtipp, inzwischen sind sie zu einem der großen Trends bei der Geldanlage geworden: „Exchange Traded Funds“, meist nur kurz ETFs oder Indexfonds genannt. Kein Wunder, bieten diese passiven Investmentfonds doch für Privatanleger eine kostengünstige und transparente Möglichkeit, Vermögen zu bilden oder zu vermehren. Experten jedenfalls rechnen damit, dass bis zum Jahr 2020 Anleger weltweit etwa sechs Billionen Euro in Exchange Traded Funds investieren werden.

Die Funktionsweise eines ETFs ist denkbar einfach und selbst für Laien gut nachvollziehbar. ETFs bilden die Wertentwicklung eines bestehenden Aktienindex so exakt wie möglich nach: Steigt der Index, steigt der Wert des ETFs. Bei einem fallenden Index sinkt auch der Kurs des entsprechenden ETFs. Warum? Weil ein ETF die Aktien enthält, die in dem entsprechenden Vergleichsindex gelistet sind – oder sich deren Wertentwicklung über Finanzinstrumente einkauft.

Der DAX ist in Deutschland der Leitindex

Indizes gibt es fast wie Sand am Meer und theoretisch kann jeder Index als ETF nachgebaut werden. Der in Deutschland wohl bekannteste Index ist der DAX, in dem die 30 Unternehmen mit dem größten Börsenwert des Landes zusammengefasst sind. Er wird deshalb auch als deutscher Leitindex bezeichnet.

Mit seinen 30 Werten ist der DAX ein Index von überschaubarem Umfang. Gemeinsam mit dem MDAX, in dem die 60 nächstgrößten an der Börse notierten Unternehmen zusammengefasst sind, dem SDAX, mit den Werten weiterer 70 Firmen, und dem TecDAX, mit den 30 größten Technologiewerten, bildet der DAX die sogenannte DAX-Familie. Herausgeber der DAX-Familie ist die Deutsche Börse AG. Sie betreibt unter anderem die Frankfurter Börse und hat allein etwa 900 Indizes aufgelegt, wie zum Beispiel den ÖkoDAX mit Unternehmen aus der Erneuerbaren-Energien-Branche oder den GEX mit eigentümergeführten Unternehmen.

International geht die Zahl der Aktienindizes in die Tausende. Nahezu jede Volkswirtschaft hat einen eigenen Leitindex, angefangen beim Dow Jones Industrial Average in den USA bis hin zum Nikkei 225 in Japan. Es gibt Indizes, die sich am europäischen Markt orientieren. Der EURO STOXX 50 zum Beispiel beinhaltet die aktuell 50 wichtigsten Aktiengesellschaften im Euroraum. Und es gibt Indizes, die Marktentwicklungen auf globaler Ebene abbilden. Einer der größten darunter ist der MSCI World, der die Aktien von 1.900 Unternehmen aus 23 Industrienationen enthält.

Speziell für ETFs werden zudem inzwischen immer neue Indizes aufgelegt. So ist es für jeden Anleger möglich, auch über einen ETF zum Beispiel in bestimmte Trends und Themen zu investieren.

1. ETF (Exchange Traded Fund) steht für „börsengehandelter Fonds“; 2. Die meisten ETFs sind nicht aktiv gemanagt, sondern bilden einen Aktienindex nach; 3. Anleger zahlen bei ETFs deutlich geringere Gebühren als bei anderen Fonds.

Physisch oder synthetisch?

Banken und Fondsgesellschaften legen einen ETF auf, indem sie die Aktien der in einem Index aufgelisteten Unternehmen erwerben – entweder die komplette Liste oder bei Indizes, in denen eine große Anzahl von Unternehmensaktien zusammengefasst sind, eine optimierte Auswahl, die immer wieder geprüft und angepasst werden kann. In der Fachsprache nennt man diese Art, einen Aktienindex nachzubilden, einen „physisch replizierenden“ ETF.

Neben den physisch replizierenden gibt es noch sogenannte synthetische ETFs. Sie bilden die Wertentwicklung eines Index indirekt ab und folgen dabei einer gänzlich anderen Mechanik. Denn synthetische ETFs investieren das Vermögen der Anleger nicht in Aktien des ihnen zugrunde liegenden Vergleichsindex, sondern in einen Korb aus beliebigen Wertpapieren. Sie tauschen dann die Wertentwicklung des Korbes mit einem „Swap“ gegen die Wertentwicklung des Index, den der ETF abbilden soll. Um das Ausfallrisiko des Swap-Partners abzudecken, sind diese Geschäfte in der Regel zu über 100 Prozent besichert.

Beide Formen von ETFs bieten dem Anleger den Vorteil großer Transparenz. Er kann zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen, wie sich der Wert seines Depots entwickelt, denn es wird stets der Index nachgebildet. Mit dem physisch replizierenden ETF landen die Kundengelder zudem in der Realwirtschaft, während synthetische ETFs meist nur auf Finanzderivaten beruhen.

Da ETFs kein aktives Management eines Fondsverwalters erfordern, sondern nur Gebühren für den Handel der enthaltenen Wertpapiere anfallen, sind die laufenden Kosten deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds. Synthetische Produkte sind dabei meist sogar noch kostengünstiger, weil keine einzelnen Aktien im ETF gehandelt werden müssen.

Vater spielt mit seinem Kind

ETFs sind eine kostengünstige und transparente Möglichkeit, Vermögen zu bilden oder zu vermehren.

Anleger in Deutschland können inzwischen aus mehr als 1.300 Indexfonds auswählen. Der Anteil von physischen ETFs beträgt dabei knapp zwei Drittel, bezogen auf das Anlagevolumen liegt er sogar bei etwa 75 Prozent.

Indexfonds eignen sich besonders gut für die mittel- und langfristige Geldanlage. Wer in einen ETF investiert, vertraut darauf, dass die Wertentwicklung über einen längeren Zeitraum betrachtet positiv verläuft. Die Anlageperspektive, so raten Experten, sollte dabei nicht unter fünf Jahren liegen. Da sich der ETF an der Wertentwicklung des ihm zugrunde liegenden Index orientiert, muss der Anleger auch schwächere Phasen oder Dellen in der Kursentwicklung überstehen können und notfalls Geduld beweisen.

Höhere Renditen als bei gemanagten Fonds

Wer mit ETFs in Indizes investiert, erzielt Studien zufolge meist auch langfristig bessere Renditen. Ein Hauptgrund: Die Kosten für das aktive Management von Fonds. Diese liegen meist um 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr, während ETFs oft deutlich unter 0,5 Prozent pro Jahr kosten. Diese Differenz muss mit einer besseren Wertentwicklung ausgeglichen werden. Kurzfristig gelingt dies einigen Fonds zwar, langfristig liegt die Rendite nach Kosten beim ETF jedoch über der von Fonds.

Auch bei der Geldanlage in einen ETF gilt: Die erste Frage, die sich ein privater Anleger beantworten sollte, ist die nach dem Zweck seines Investments. Soll das Ersparte den Lebensabend absichern? Soll eine bestimmte Summe zusammenkommen, um damit möglichst schnell einen Wunsch oder Lebenstraum zu erfüllen? Geht es ausschließlich darum, Vermögen aufzubauen, oder will der Anleger von seinem Investmentfonds schon in der Gegenwart profitieren? Je nachdem, wie die Antworten darauf ausfallen, kommt ein anderer ETF infrage, der entweder mehr Sicherheit oder mehr Rendite bietet, beziehungsweise die erzielten Gewinne in den Fonds reinvestiert (thesaurierender ETF) oder an den Anleger weiterreicht (ausschüttender ETF).

Ein thesaurierender ETF bietet den Vorteil, dass das Vermögen schneller anwächst, da auch die Dividenden, die die Unternehmen auf ihre Aktien auszahlen, in den Fonds fließen. Über die Ausschüttungen können Anleger hingegen frei verfügen. Das angesparte Kapital bleibt dabei unangetastet.

Einen einfachen und kostengünstigen Einstieg können auch ETF-Sparpläne bieten. Hier legen Sie – wie bei einem Banksparplan auch – einen fixen Betrag fest, welcher monatlich in Ihren ausgewählten ETF investiert wird. Bei der DKB können Sie so bereits ab 50 Euro im Monat in über 670 ETF-Sparpläne investieren und langfristig Ihr Vermögen aufbauen.

Stand: Mai 2019

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